Kindheitsroman - Henschel, Gerhard

Gerhard Henschel 

Kindheitsroman

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Kindheitsroman

Zwischen Sandkasten und Carrerabahn – Eine tief berührende Chronik deutschen Familienalltags in der alten Bundesrepublik. Ein literarisches Fotoalbum, schöner als jede Zeitreise.

In seinem Briefroman "Die Liebenden" hat Gerhard Henschel die Geschichte der Familie Schlosser erzählt, von 1940 bis 1993. Jetzt hat der junge Martin Schlosser das Wort. Und er packt aus - was er von Mecki, Lurchi, Gustav Gans, Freddy Quinn und Percy Stuart hält und von den eigenen drei Geschwistern, wie er zum Brandstifter und Ladendieb wird, weshalb er aufschreit, als er im Stil des Seewolfs einmal überm Essteller eine gekochte Kartoffel zerquetschen darf, weshalb er T. Rex nicht leiden kann, was er als Fan von Borussia Mönchengladbach erlebt, auf welchen Wegen man vom Mallendarer Berg zum Fernsehturm wandern kann und wie es ist, wenn man den Eltern beichten muss, dass man in Biologie auf Sechs steht.
Die Familie des Erzählers steigt in dieser Zeit sozial erheblich auf und zieht zweimal um, von einer kleinen Wohnung im Koblenzer Vorort Lützel in ein Reihenhaus am rechten Rheinufer und von dort etwas weiter stromaufwärts in ein Eigenheim bei Vallendar am Rhein, der diesen Roman einer Kindheit am Deutschen Eck in aller Ruhe von Anfang bis Ende durchfließt.


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 493 S.
  • Seitenzahl: 493
  • dtv Taschenbücher Bd.13444
  • Deutsch
  • Abmessung: 194mm x 119mm x 29mm
  • Gewicht: 406g
  • ISBN-13: 9783423134446
  • ISBN-10: 3423134445
  • Best.Nr.: 14163243
"Eine amüsante Liebeserklärung an die Kindheit."<br />Szene, Hamburg <br />

»Vor allem aber, und das macht diesen Roman zu so einem beglückenden Leseerlebnis, wird hier Erinnerung mit dem daran hängenden Gefühlsgemisch aus Wut, Scham, Verletzlichkeit, Stolz, Glück und Traurigkeit erfahrbar.« Frank Schäfer in >Konkret<

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.03.2004

Wir werden sehen, was wir davon haben
Unsere Welt im Maßstab 1:1, so größenwahnsinnig, so bescheiden: Gerhard Henschels „Kindheitsroman”
Die Satire ist etwas Solides. Als Satiriker kann man sich im Kreise anderer Jungs auf der sicheren, nämlich coolen Seite fühlen. Die zarte Literatur ist Mädchenkram. Gerhard Henschel kannte man bisher als Satiriker. Die Sammelbände seiner Werke trugen Titel wie „Moselfahrten der Seele” oder „Wo ist die Urne von Roy Black?”. Das waren Bücher, für die man auf dem Schulhof nicht ausgelacht werden würde. Als Koautor arbeitete Henschel mit einem Wüterich wie Wiglaf Droste, mit Stilisten wie Brigitte Kronauer und Eckhart Henscheid.
Im vergangenen Jahr erschien „Die Liebenden”, ein 750-Seiten-Wälzer, mit dem es Henschel auf interessante Weise gelungen ist, literarisch hervorzutreten, ohne sichtbar zu werden. Der Autor dokumentiert die Korrespondenz einer deutschen Familie zwischen 1940 und 1993, vermutlich seiner eigenen, vermutlich kaum redigiert. Der glorreiche Wiederaufbau der Bundesrepublik erscheint hier als Geschichte einer Überforderung. Der an Kempowski geschulte Roman ist die Schreckenschronik einer …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.07.2004

Kinderlähmung ist bitter
Winnetou im Abflußrohr: Gerhard Henschel blickt erneut zurück

Vor zwei Jahren erschien Gerhard Henschels dokumentarischer Briefroman "Die Liebenden". Er erzählte die Geschichte einer in den Anfangsjahren der Bundesrepublik geschlossenen Ehe. Die Briefe, die Ingeborg und Richard Schlosser sich über einen Zeitraum von fünfzig Jahren hinweg schrieben, schilderten die wachsende Enttäuschung zweier Menschen, die mit ansehen mußten, wie ihre Lebensträume zwischen Doppelgarage, Einbauküche und Komposthaufen auf der Strecke blieben. Gerhard Henschel, der bisher als Satiriker bekannt war, wurde von der Kritik für seine erste "ernsthafte" Veröffentlichung sehr gelobt. Jetzt beschäftigt er sich ein weiteres Mal mit der Familie Schlosser und widmet sich Martin, dem dritten der vier Kinder. Der Roman endet 1974, als Martin zwölf Jahre alt ist, und auch wenn der ebenfalls 1962 geborene Gerhard Henschel bisher nicht bestätigt hat, daß sich hinter dem Ehepaar Schlosser seine eigenen Eltern verbergen, darf man in dem Erzähler wohl den Autor selbst vermuten.

Zunächst sind es nur einige verstreute Erinnerungen. Ein Blick …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Zutiefst gerührt" lässt Gerhard Henschels Kindheitsroman Karsten Kredel zurück. Kredel zeigt sich begeistert und erschüttert von diesem Buch, dass aus der Erinnerung, aber mit dem Vokabular des Kindes erzählt sei. So belasten keine "therapeutischen Absichten" und falsche Nostalgie die Geschichte, findet Kredel. Es gelinge dem Autor, aus "Hunderten Miniaturen", aus zahllosen Geschehnissen ein "Meisterstück literarischer Inszenierung" zu schaffen, "klarer und schöner" als man es mit "erzählerischen Gesten" könne. Respekt verdiene, dass Henschel den "Kindermund" nicht als eine wertlose Entwicklungsstufe betrachte, sondern er vielmehr die darin enthaltene Poesie sichtbar mache. So schafft er einen "Resonanzraum", in dem er die Komik nur "sanft anschubsen" muss, um sie dem Leser deutlich zu machen, lobt Kredel, der das "anrührend und komisch" findet.

© Perlentaucher Medien GmbH
Gerhard Henschel, geb. 1962, war unter anderem Redakteur bei der Titanic und lebt heute als freier Schriftsteller bei Hamburg.

Kundenbewertungen zu "Kindheitsroman" von "Gerhard Henschel"

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Bewertung von Stefan Gronloh aus Chemnitz am 07.07.2008 ***** ausgezeichnet
Man muss nicht unbedingt in den 60ern geboren sein, um dieses Buch wegen seiner Feinfühligkeit, Lebendigkeit und Komik zu lieben.

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