Herkunft - Roehler, Oskar

Oskar Roehler 

Herkunft

Roman

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Herkunft

Eine Familie, drei Generationen, die Geschichte der Bundesrepublik: Robert Freytags Großvater Erich, der Kriegsheimkehrer, der seine Frau an eine andere Frau verliert. Roberts Eltern, die Schriftsteller Nora und Rolf, die sich in einer Amour Fou zerfleischen und über ihrem Streben nach Selbstverwirklichung und freier Liebe zugrunde gehen. Robert selbst, der zwischen der Geborgenheit im Haus seiner Großeltern und dem enthemmten Leben der 68er aufwächst, immer auf der Suche nach dem eigenen Glück, das so schwer zu finden ist. Oskar Roehlers Roman ist die Geschichte einer Familie und zugleich ein sehr persönliches Zeitdokument von großer poetischer Kraft.


Produktinformation

  • Verlag: Ullstein Hc
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 582 S.
  • Seitenzahl: 582
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 150mm x 42mm
  • Gewicht: 799g
  • ISBN-13: 9783550088445
  • ISBN-10: 3550088442
  • Best.Nr.: 33378271
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.09.2011

Das Logbuch des Entkommenseins
Oskar Roehler, gefürchtet als Filmregisseur, hat einen Roman geschrieben: "Herkunft", ein Wagnis, ein Wahnsinn

Gerechtigkeit ist kein Programm. Nicht, wenn jemand einen Roman schreibt, der von den eigenen Eltern handelt. Und schon gar nicht, wenn diese Eltern so waren wie die von Oskar Roehler, 52, Autor und Regisseur von Filmen wie "Die Unberührbare", "Jud Süß - Film ohne Gewissen" oder "Elementarteilchen". Die Mutter, die Schriftstellerin Gisela Elsner, setzte sich ab, als er drei war, der Vater, der Lektor und Autor Klaus Roehler, vernachlässigte den Sohn, wenn er glaubte, sich um ihn kümmern zu sollen; die Großeltern kümmerten sich, so gut es eben ging, weil sie glaubten, ihn nicht vernachlässigen zu sollen.

Gerechtigkeit ist der Tod aller Prosa, die aufs Ganze geht, in der einer etwas über sich selbst erfahren will, indem er eine, seine Geschichte erzählt und sie, so schlicht wie bestimmt, "Herkunft" nennt. Natürlich muss man dann auch fragen, ob es ein autobiographisches Buch sei. Roehler hat die Frage längst auf seine Weise beantwortet: "Zu 28,75 Prozent", hat er dem "Kölner Stadtanzeiger" …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Im Aufmacher der Zeit-Literaturbeilage widmet sich Iris Radisch den drei Romanen von Oskar Roehler, Josef Bierbichler und Eugen Ruge, denen Radisch zufolge eines gemein ist: die Familie entthront in ihnen das Ich als Souverän. Im Gegensatz zum Gros ihrer Kritikerkollegen ist das Radisch allerdings nicht ganz geheuer geheuer, zumindest, wenn es wie in Oskar Roehlers "Herkunft" darauf hinausläuft, dass der Enkel Frieden schließt mit dem Briefmarken sammelnden Nazi-Opa, der Halt und Behaglichkeit verspricht, während die dagegen revoltierenden Eltern nur als sich selbst verwirklichende Schriftsteller-Egomanen dastehen, die nur an Sex und die RAF-Kasse denken. Diese Restauration will Radisch nicht mitmachen: "Der Held unserer Zeit heißt neuerdings wieder Opa Erich", spottet die Rezensentin, die aber auch literarisch nicht von Roehlers Buch überzeugt ist, in dem einiges sprachliches Ungeschick und viel Konvention entdeckt. Positiv anrechnen möchte sie Roehler aber die "leidenschaftliche Entschiedenheit", mit der er sein regressives Projekt verfolgt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.09.2011

Von schlechten Eltern
Der Filmregisseur Oskar Roehler hat einen ebenso bedrückenden wie berückenden Familienroman geschrieben: „Herkunft“ erzählt von der Kindheit der Bundesrepublik
Nein, er hat sich nicht die Kellertreppe hinabgestürzt, um das Wachstum einzustellen. Und er hat auch nicht die Schlegel gerührt, um den Untergang seiner Familie mit Trommelwirbeln zu begleiten. Und er verfügte schon gar nicht über die Fähigkeit, so hochfrequent zu kreischen, dass in der näheren Umgebung die Fensterscheiben zersprangen. Doch wenn der Kinoregisseur Oskar Roehler seine Stimme erhebt in dem Buch, das er jetzt geschrieben hat, um sie erst sechshundert Seiten später wieder zu senken, so ist das ein einziger Aufschrei, der über drei Generationen und gut vierzig Jahre deutscher Geschichte hinwegträgt und von dieser Zeit nicht mehr als einen Scherbenhaufen übrig lässt.
Doch sollte man diesen wütenden Familienroman, der den apodiktischen Titel „Herkunft“ trägt, nicht für eine Abrechnung mit der Hagiographie der Gruppe 47 vereinnahmen, wie es das konservative Feuilleton mit einiger Häme getan hat. Zu den Vorzügen des Buches gehört es gerade, dass …

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"Dieses Buch ist nicht nur gut, es ist stark, es berührt, erschüttert, es klingt mal wie ein Aufschrei, mal wirkt es wie eine Vivisektion, es hat etwas Befreiendes, und es hat eine Sprache, die für all diese gefährlich schwankenden Gemütszustände den Ton und die Bilder findet." Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Peter Körte, 4.9.11
Oskar Roehler wurde 1959 als Sohn der Schriftstellerin Gisela Elsner und des Schriftstellers und Verlagslektors Klaus Roehler geboren. Er wuchs in London, Rom und Nürnberg auf. Seit Anfang der 80er Jahre lebt Roehler in Berlin, arbeitete zunächst als freier Journalist und Autor. 1984 erschien bei Luchterhand der Erzählband "Das Abschnappuniversum". Seine Filmkarriere begann Oskar Roehler als Drehbuch-Autor. Er drehte u.a. die Filme "Silvester Countdown", "Gierig", "Latin Lover" und nach "Die Unberührbare" "Suck my Dick".

Blick ins Buch "Herkunft"


Leseprobe zu "Herkunft" von Oskar Roehler

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