Fluchtpunkt 1941 - Smith, Helmut Walser

Helmut Walser Smith 

Fluchtpunkt 1941

Kontinuitäten der deutschen Geschichte

Übersetzung: Wiese, Christian
Gebundenes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
25 ebmiles sammeln
EUR 24,95
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Fluchtpunkt 1941

1941: Das meint den Beginn der Shoah mit der Inbetriebnahme der ersten Vernichtungslager und mit Pogromen, Massenerschießungen und Massenmorden, durchgeführt von SS-Einsatzgruppen und Wehrmachtstruppen in Polen und der UdSSR. Wenn man die deutsche Geschichte mit diesem einen statt anderer möglicher Fluchtpunkte betrachtet, dann stellt sich die Kernfrage wieder und neu: Welche Kontinuitäten der deutschen Geschichte führten zum Holocaust, welche Gründe und Vorgeschichten hat der Sturz in die Barbarei, wie konnte es geschehen, dass Deutsche zu Massenmördern wurden und eine Mehrheit von Deutschen zum Teil wissentlich, zum Teil halbbewusst duldend Komplizen dieses Völkermords waren? Vor über zehn Jahren hat der amerikanische Politologe Daniel J. Goldhagen diese Hauptfrage der Zeitgeschichte mit seiner These vom spezifisch deutschen eliminatorischen Antisemitismus beantwortet, und er stieß damit sowohl eine heftige öffentliche Diskussion an als auch auf fachliche Kritik. Aus fundiert historischer Perspektive versucht Helmut Walser Smith zu erklären, wie es in Deutschland zum Verlust der Menschlichkeit kommen konnte und welche Ideologien mit langen Traditionen - Nationalismus, Antisemitismus, Rassismus - diesen Zusammenbruch, der 1941 geschehen war, ermöglichten.


Produktinformation

  • Verlag: Reclam, Ditzingen
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 326 S.
  • Seitenzahl: 326
  • Deutsch
  • Abmessung: 201mm x 131mm x 25mm
  • Gewicht: 415g
  • ISBN-13: 9783150107348
  • ISBN-10: 3150107342
  • Best.Nr.: 27956665

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Der amerikanische Historiker Helmut Walser Smith wählt als "Fluchtpunkt" seiner deutschen Geschichte den Entschluss der Nationalsozialisten zum Massenmord an den Juden, erklärt Gustav Seibt. Damit stellt er "neue Fragen", die naturgemäß "neue Antworten" hervorbringen und am Ende gar ein überraschendes Fazit zeitigen, so der Rezensent interessiert. Lässt nämlich der Untertitel, indem er von "Kontinuitäten" spricht, eine Wiederauflage der Goldhagen-These erwarten, sieht Smith im staatlich organisierten Massenmord tatsächlich einen "Bruch" der Geschichte, auch wenn der Holocaust auf der modernen Staatenbildung gepaart mit dem späten europäischen Kolonialismus und einem "Aufstieg des modernen Rassendenkens" fußt, erklärt der Rezensent. Lob erhält der Autor für seine genaue Nachzeichnung der Entwicklung von gemeindlicher Ausgrenzung und der nicht nur auf Deutschland beschränkten Gewalt gegen Juden, wobei Seibt positiv ins Auge springt, dass Smith sich nirgends auf eine Relativierung des Holocausts (als zwangsläufige Radikalisierung einer allgemeinen historischen Entwicklung etwa) einlässt. Laut Autor bleibt der Massenmord an den Juden ein "Produkt konkreter Entscheidungen" und stellt einen "Zusammenbruch der Mitmenschlichkeit" ohne Parallelen dar, so der Rezensent, der damit den Titel dieser Studie "relativiert" sieht.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.06.2010

Ein Bruch der Geschichte
„Fluchtpunkt 1941“ – wie es zum Holocaust kam
Am Fluchtpunkt treffen die Linien eines perspektivischen Bildes zusammen; entlang dieser Linien ordnen sich die gezeigten Gegenstände je nach ihrer Nähe oder Ferne. Mit dem Standpunkt des realen oder imaginären Betrachters wechseln sowohl der Fluchtpunkt wie die auf ihn hingeordneten Bildgegenstände: Wer seinen Standort wechselt, sieht auch eine andere Welt. Der amerikanische Historiker Helmut Walser Smith verwendet das optische Gleichnis des Fluchtpunkts für Epochendaten der Geschichte. Je nach dem grundstürzenden Ereignis, das man erklären will, erhält man andere Vorgeschichten und Kontinuitäten, die zu ihm hingeführt haben können.
Das Buch von Walser Smith heißt „Fluchtpunkt 1941“ und trägt den Untertitel „Kontinuitäten der deutschen Geschichte“. 1941 fiel der endgültige Entschluss zum Massenmord an den europäischen Juden. Eine Untersuchung, die diesen Fluchtpunkt wählt, das ist die methodische Voraussetzung von Smith’ komplexer Argumentation, wird eine andere Vorgeschichte ans Tageslicht fördern als eine Geschichte des Dritten Reiches, für die das Jahr …

Weiter lesen
Helmut Walser Smith, geboren 1962, lehrt Neuere deutsche Geschichte am Max Kade Center für Europa- und Deutschlandstudien der Vanderbilt University in Nashville, Tennessee. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte des Nationalismus und Antisemitismus sowie Kultur- und Religionsgeschichte.

Inhaltsangabe

- Vorwort zur deutschen Ausgabe

- Einleitung

1 Der Fluchtpunkt der deutschen Geschichte

2 Vom Spiegel zur Lampe. Deutungen der Nation vor der Zeit des Nationalismus

3 Religiöse Gewalt und nationale Zugehörigkeit. Der Dreißigjährige Krieg und das Massaker an Juden im sozialen Gedächtnis

4 Vom Spiel zur Handlung. Antijüdische Gewalt in der deutschen und europäischen Geschichte des langen 19. Jahrhunderts

5 Eliminatorischer Rassismus Schluss: Die Kontinuitäten der deutschen Geschichte

- Anmerkungen

- Dank

- Register

8 Marktplatz-Angebote für "Fluchtpunkt 1941" ab EUR 5,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
gebraucht; sehr gut 5,00 1,40 PayPal, offene Rechnung books in a box 99,9% ansehen
gebraucht; sehr gut 5,81 1,50 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), PayPal, offene Rechnung Bücherdackel 99,9% ansehen
wie neu 10,00 1,10 Banküberweisung hkluth 100,0% ansehen
wie neu 13,00 1,10 Banküberweisung obernhof 100,0% ansehen
15,95 4,20 offene Rechnung Davids Antiquariat + catch-a-book 99,3% ansehen
16,80 1,20 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Versandbuchhandlung & Versandantiquariat 99,5% ansehen
wie neu 23,70 0,00 sofortueberweisung.de, Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Lastschrift, Banküberweisung Hausmanns Büchershop 98,4% ansehen
wie neu 23,99 1,95 PayPal, Kreditkarte, Lastschrift, offene Rechnung, Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung Bides GbR 99,7% ansehen
Mehr von