Ein Held unserer Zeit - Lermontow, Michail J.

Michail J. Lermontow 

Ein Held unserer Zeit

Aus d. Russ. übertr. von Günther Stein

Aus d. Russ. v. Günther Stein
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Ein Held unserer Zeit

Lermontows Roman greift die Gesellschaftskritik von Puschkins Eugen Onegin auf und weist als erster psychologischer Roman der russischen Literatur voraus auf die großen Werke Dostojewskijs und Tolstois.

Ein Held unserer Zeit ist Lermontows einziges vollendetes Prosawerk und gehört als erster großer psychologischer Roman zu den bedeutendsten russischen Werken des 19. Jahrhunderts.

Lermontow portraitiert die moderne Epoche mit ihrer Gefühlskälte, dauernden Selbstanalyse, Liebes- und Lebensunfähigkeit anhand der individuellen Eigenart seines Helden.
So schildert er den intriganten und berechnenden Offizier und Lebemann Petschorin als unfähig, seine Gefühle zu zeigen. Einem eisamen, unsteten Wanderer gleich, treibt es ihn durch die wilde und durch kriegerische Auseinandersetzungen geprägte Welt des Kaukasus. Doch trotz seiner rastlosen Suche nach Glück, bleibt ihm dauerhafte Erfüllung versagt.



Produktinformation

  • Verlag: INSEL, FRANKFURT
  • 2003
  • Ausstattung/Bilder: 2003. 209 S.
  • Seitenzahl: 209
  • Insel Taschenbücher Nr.2965
  • Best.Nr. des Verlages: 34665
  • Deutsch
  • Abmessung: 180mm x 110mm x 18mm
  • Gewicht: 137g
  • ISBN-13: 9783458346654
  • ISBN-10: 3458346651
  • Best.Nr.: 11258001
Lermontow, 1814 geboren, war sehr viel mehr als ein junger Zyniker, der - der Mode entsprechend - Unglück in der Liebe hatte, sich Stimmungen und schwarzem Humor hingab, Verse kritzelte und einen Roman schrieb, bevor er mit sechsundzwanzig Jahren in einem Duell, das er gar nicht hätte ausfechten müssen, sein Leben wegschmiß: Er war ein großer Schriftsteller." (The New York Times Book Review)<br/><br/>

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.11.2006

Wen suchst du, Freund? - Dich!
Zu Tode geliebt: Peter Urban gibt mit Michail Lermontows Roman „Ein Held unserer Zeit” einen russischen Ur-Text heraus – und begräbt ihn unter Marmor Von Sonja Zekri
D ie Duellanten hatten sich darauf geeinigt, in die Luft zu schießen, aber Martynow hielt sich nicht daran. Der Streit war über einer Winzigkeit ausgebrochen, Lermontow hatte wieder eine seiner spitzen Bemerkungen gemacht, Martynow hatte ihn gefordert. Und nun standen sich die beiden in Pjatigorsk im Kaukasus gegenüber: Lermontow, der Dichter, und Major Martynow, eine lächerliche Figur, die sich als byronesker Dandy aufführte und Lermontow bis aufs Blut reizte.
Lermontow schoss in die Luft. Martynow zielte lange, so lange, dass es selbst seinen Sekundanten peinlich wurde. Dann tötete er den Dichter mit dem ersten Schuss. Michail Lermontow wurde 26 Jahre alt. Es war der 14. Juli 1841.
Zar Nikolaus I. kommentierte die Tragödie mit den Worten: „Einem Hund ein hündischer Tod”. Dabei wusste er es besser. Mit Lermontow hatte Russland einen Dichter verloren, der zwar nie jenen weltweiten Ruhm erlangte, der ihm gebührte, dessen Namen aber jeder Russe in …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.02.1997

1840
Michail Lermontow "Ein Held unserer Zeit"

Ganz in der Nähe von Tolstois wunderbaren "Kosaken" spielt dieses Buch, im Kaukasus, aber eher dort, wo er damals, unfern der Wildnis, mondän war, in Pjatigorsk: und sowohl in die Steppenwildnis als auch ins mondäne Leben der sonst Untätigen versetzt uns Lermontow in diesem kleinen Roman, der selber nur aus einigen Erzählungen besteht. Es heißt immer, sein Held sei ein überflüssiger Mensch, aber beim Lesen wünscht man, es gäbe welche davon auch unter uns - Leute, die das Leben so leicht nehmen wie den Tod und nicht fortwährend von der Wichtigkeit erfüllt sind, die sie für die Welt hätten. Es heißt dann, dieser Held zerstöre alle Fühlenden um ihn durch seinen gleichsam todgetränkten Egoismus, aber gerade die Schönen und Guten lieben ihn, und wenn sie dann leiden an ihm, so doch an etwas, woran zu leiden das Leiden vielleicht glückseliger gemacht hatte als das oft so schale Vergnügen, das sie an nützlicheren Menschen gehabt hätten. Am Ende gibt es irgendwo ein ganz unnützes Duell, und zwar gerade dort, wo dann nicht lange danach, als hätte er das ganze Buch aus dem vorweggenommenen …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

" Sonja Zekri findet es grundsätzlich gut, wenn ein Klassiker wie Michail Lermontows "Ein Held unserer Zeit" in einer neuen Übersetzung frisch aufgelegt wird, doch das neue Gewand dieses Romans in der Übertragung von Peter Urban hat sie enttäuscht. Der Roman dreht sich um den Soldaten Grigorij Petschorin, der reihenweise Frauen verführt, um sie sogleich fallen zu lassen, wenn sie sich ihm hingeben, so die Rezensentin zusammenfassend. Das Buch, in dem Lermontow sämtliche Charakterfehler seiner Zeit zu versammeln suchte, gilt als "Ur-Text der russischen Literatur", erklärt Zekri. Zum großen Bedauern der Rezensentin gelingt es der Neuübersetzung aber nicht, etwas frischen Wind in den Roman zu bringen, im Gegenteil, die Übertragung ins Deutsche sorgt dafür, dass das Buch sogar behäbiger und "klassikerhafter" daher kommt, als es das russische Original fordert. Zudem moniert Zekri, dass Urban so manchen russischen Ausdruck unübersetzt stehen lässt, die Verkleinerungsform, im Russischen sehr viel verbreiteter als im Deutschen, sowie die im Russischen übliche Verdoppelung zur Verstärkung stets wörtlich nimmt und sich dann noch dafür …

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"Lermontow, 1814 geboren, war sehr viel mehr als ein junger Zyniker, der - der Mode entsprechend - Unglück in der Liebe hatte, sich Stimmungen und schwarzem Humor hingab, Verse kritzelte und einen Roman schrieb, bevor er mit sechsundzwanzig Jahren in einem Duell, das er gar nicht hätte ausfechten müssen, sein Leben wegschmiß: Er war ein großer Schriftsteller." (The New York Times Book Review)<br/><br/>

Wenn Fiktion Wirklichkeit wird Es war, als hätte Michail Lermontow mit Ein Held unserer Zeit die Vorlage für seinen eigenen Tod geliefert: Im Juli 1841 duellierte er sich wegen einer Nichtigkeit. Er schoss in die Luft und sein Gegner knallte ihn kaltblütig ab. Ironie des Schicksals oder zynisches Mordkomplott? Innerhalb von vier Jahren verlor Russland mit Puschkin und Lermontow zwei seiner größten Dichter. Beide starben wie zuvor in ihren Büchern beschrieben, und beide waren dem erzkonservativen Zaren Nikolaus I. ein Dorn im Auge. Ob da wohl jemand zwei Freidenker loswerden wollte? Das ist natürlich Spekulation, aber nicht ganz aus der Luft gegriffen. Wie auch immer, der Roman ist weit mehr als die mögliche Vorlage für einen perfiden Mord. Lermontow seziert die russische Seele wie niemand vor ihm. Er entblößt ihre Hässlichkeit und Widersprüchlichkeit und bringt seine Verzweiflung über die reaktionäre und grausame Oberschicht mit unverhohlenem Sarkasmus zum Ausdruck. Sein trauriges Fazit: Jede Zeit hat die Helden, die sie verdient.
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Peter Urban, geboren 1941 in Berlin, studierte Slavistik, Germanistik und Geschichte in Würzburg und Belgrad, war Verlagslektor bei Suhrkamp, Hörspieldramaturg beim WDR und ist Lektor im Verlag der Autoren in Frankfurt; er übersetzte u.a. Werke von Gorkij, Ostrovskij, Daniil Charms, Kazakov, Chlebnikov und das gesamte dramatische Werk von Anton Cechov. Für seine Neuedition und -übersetzung der Cechov-Briefe wurde ihm der Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis zuerkannt.

Leseprobe zu "Ein Held unserer Zeit" von Michail J. Lermontow

Aus dem Vorwort

'Der Held unserer Zeit', meine sehr geschätzten Herren, ist tatsächlich ein Porträt, aber nicht das eines einzelnen Menschen; es ist ein Porträt, das sich aus den voll ausgereiften Lastern unserer ganzen Generation zusammensetzt. Sie werden mir wiederum sagen, der Mensch könne nicht so schlecht sein, aber ich sage Ihnen: Wenn Sie die Existenz all der tragischen und romantischen Bösewichte für möglich gehalten haben, warum glauben Sie dann nicht an die Wirklichkeit eines Petschorin (des Helden)? Wenn Sie sich an bedeutend schrecklicheren und mißgestalteteren Phantasiegeschöpfen ergötzt haben, warum findet dann dieser Charakter, dieses Phantasiegeschöpf, vor Ihnen keine Gnade? Etwa weil in ihm mehr Wahrheit ist, als Ihnen lieb wäre? Michail Lermontow in seinem Vorwort zu 'Ein Held unserer Zeit'

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