Die Stille - Jirgl, Reinhard

Reinhard Jirgl 

Die Stille

Roman. Ausgezeichnet mit dem Johann-Jacob-von-Grimmelshausen-Preis 2009

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Die Stille

"Ein beeindruckendes Panoramabild Deutschlands im 20. Jahrhundert." -- Roman Bucheli in der 'Neuen Zürcher Zeitung'

Einhundert Jahre aus der Geschichte zweier Familien – und aus der Geschichte eines Landes. Am Anfang steht ein Fotoalbum, die ältesten Bilder sind über achtzig Jahre alt: einhundert Fotografien zweier Familien, die eine aus Ostpreußen stammend, die andere aus der Niederlausitz. Zwei Weltkriege, Inflationen, Flucht und Vertreibung haben diese beiden Familien überlebt, über fünf politische Systeme hinweg, von der Kaiserzeit bis heute. Den Fotografien folgend, erzählt Reinhard Jirgl bewegende Geschichten von Verletzungen, Liebe und Verrat.
Georg-Büchner-Preis 2010


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 533 S. 210 mm
  • Seitenzahl: 533
  • dtv Taschenbücher Bd.13997
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 136mm x 33mm
  • Gewicht: 543g
  • ISBN-13: 9783423139977
  • ISBN-10: 3423139978
  • Best.Nr.: 32576820
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.05.2011

Schreibweisen
des Gefühls
Vielleicht ist er ein aus vergangen geglaubten Zeiten des Experimentierens Herübergeretteter; von Seite zu Seite wird es schlimmer: die zwanghaften Wortverschmelzungen, sinnlosen Sonderzeichen, Schrifttypen. Aber das ist nur ein Abklatsch dessen, was Reinhard Jirgl als Material vorfindet, was er beschreiben will, wie er die kleinen privaten Fotografien aus zwei Kriegen zu Geschichtsbildern anwachsen lässt, wie er sie weniger mit Beschreibungen des Abgebildeten und noch weniger mit wichtigen Hintergrundinformationen anfüllt als vielmehr mit Hintergrundgefühlen, mit einer beängstigenden emotionalen Wucht, die sich doch wieder nur in kunstvoller Sprache entfalten kann.
Mit alten Wörtern in neuer Schreibweise zeitlose Gefühle schierer Verzweiflung hervorzurufen – vor allem daraus baut Jirgl ein Bild des verstörenden deutschen Jahrhunderts. Helmut Mauró
Reinhard Jirgl:
Die Stille. Roman.
dtv, München 2011.
539 Seiten,
14,90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de

"Mit alten Wörtern in neuer Schreibweise zeitlose Gefühle schierer Verzweiflung hervorzurufen - vor allem daraus baut Jirgl ein Bild des verstörenden deutschen Jahrhunderts."<br />Helmut Mauró, Süddeutsche Zeitung 06.05.2011 <br />

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.07.2009

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Sichtlich beeindruckt ist Lothar Müller von Reinhard Jirgls Familienroman "Die Stille". Auch wenn das Werk über zwei Familien im 20. Jahrhundert ähnlich wie Günter Grass' Erinnerungsbuch "Die Box" an einem Fotoalbum entlanggeschrieben ist, hat es für Müller nichts von dessen Behaglichkeit. Ja, generell scheint ihm Jirgls Buch alles andere als betulich - im Unterschied zu vielen Familienromanen der Gegenwart. Vielmehr würdigt er das Werk als "sperriges Roman-Ungetüm", in dem zwei Familien in den "Mahlstrom der Geschichte" gerissen werden, in Inflations-, Krisen- und Kriegsjahre. Müller sieht den Autor in der Tradition von Alfred Döblin und der expressionistischen Literatur. Die orthographischen Eigenwilligkeiten und Wortzerlegungen des Autors sind für ihn zwar bisweilen "unergiebige Pointen und Verrätselungen". Aber sie ändern seines Erachtens nichts daran, dass der Autor hier einen "großen Sprachstrom" erschaffen hat.

© Perlentaucher Medien GmbH
Reinhard Jirgl wurde 1953 in Berlin (DDR) geboren. An seine Ausbildung zum Elektromechaniker schloss sich ein Studium der Elektronik an. 1978 kam er zur Berliner Volksbühne, dort arbeitete er als Beleuchtungstechniker.
Seit 1996 lebt Jirgl als freier Schriftsteller in Berlin. Er ist Mitglied im P.E.N.-Zentrum Deutschland und seit 2009 der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 2010 wurde ihm der Georg-Büchner-Preis verliehen.

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