Die Liebenden - Henschel, Gerhard

Gerhard Henschel 

Die Liebenden

Roman

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Produktbeschreibung zu Die Liebenden

Aus zwei mittellosen jungen Menschen, einer angehenden Fremsprachenkorrespondentin und einem Maschinenbaustudenten, wird 1950 in Hannover ein Liebespaar, das schließlich auch heiratet. Aus Briefen, die weit bis in die Kindheit der späteren Eheleute zurückreichen und danach ihr gesamtes Glück und Unglück erzählen, erschließt sich die Lebensgeschichte zweier Liebender, die am deutschen Wirtschaftswunder teilhaben, unter Mühen ihren sozialen Aufstieg vollbringen und nach fast vierzig Jahren, als alles erreicht ist, vor den Trümmern ihrer Lebenspläne stehen ...


Produktinformation


  • Verlag: Hoffmann Und Campe
  • 2002
  • Ausstattung/Bilder: 2002. 752 S.
  • Seitenzahl: 752
  • Familie Schlosser Bd.1
  • Deutsch
  • Abmessung: 218mm x 147mm x 57mm
  • Gewicht: 1055g
  • ISBN-13: 9783455031706
  • ISBN-10: 3455031706
  • Best.Nr.: 10800203
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.03.2003

Hobbykeller, Nachkrieg
Gerhard Henschels Geschichts-Roman „Die Liebenden”
Anfang des Jahres 2000 besuchte der Satiriker Gerhard Henschel eines jener Literaturseminare, die Walter Kempowski in seinem Landhaus „Kreienhoop” bei Hamburg veranstaltet. Das Seminar beim geduldigen Archivar muss ein einschneidendes Erlebnis gewesen sein, denn zwei Jahre später gibt Henschel eine überwältigende Archäologie der deutschen Nachkriegszeit heraus. Seine großartige Familiensaga in bearbeiteten Originalbriefen steht ganz in der Tradition der dokumentarischen Collagen Kempowskis.
Mit ungeheurem Materialreichtum zeichnet Henschel eine eindringliche Privatgeschichte der Bundesrepublik. Der dokumentarische Briefroman deckt mit mikroskopischer Detailgenauigkeit die Epoche von 1940 bis 1993 ab. Eine orchestral kollagierte Ouvertüre aus zahlreichen Briefen aus der Feder unterschiedlicher Mitglieder der Familien Lüttje und Schlosser mündet schließlich nach gut hundert Seiten in das monumentale Duett der Liebenden Richard und Ingeborg Schlosser, geborene Lüttje, über 50 Jahre hinweg. Henschel lässt die Dokumente unkommentiert für sich sprechen. Seine Bearbeitung …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 03.12.2002

Liebe als Fasson
Gerhard Henschels Dokumentar-Epos vom Schwinden des Lebensglücks / Von Stephan Wackwitz

Die Tragik des Kleinbürgertums besteht darin, daß diese tief untragische Klasse verzweifelt daran arbeitet, die Voraussetzungen des Erfolges herzustellen und damit in Wirklichkeit oft genug ihren Untergang herbeiführt. Sie schaufelt sich unwissentlich ihr eigenes Grab, ein Vorgang, den man, was in sich auch wieder viel Verzweiflungsvolles hat, ebensogut auch komisch finden kann.

Gerhard Henschel hat sich als komischer Schriftsteller einen Namen gemacht. Aber der archivarische Familienroman "Die Liebenden", ein Projekt an dem er in jahre-, vielleicht jahrzehntelanger Sammeltätigkeit planmäßig gearbeitet haben muß, erzählt eine genuin tragische Geschichte. Das Buch besteht aus 752 Druckseiten unkommentierter und offenbar nur unwesentlich gekürzter Familienkorrespondenz, die von den letzten Jahren der Naziherrschaft bis in das Jahr 1993 reicht. Ihre Protagonisten sind ein Liebes-, seit 1954 Ehe- und in den achtziger Jahren dann schließlich nur noch schriftlich miteinander verkehrendes Feindespaar: der Ingenieur Richard Schlosser und …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Ein wenig "überrascht" es die Rezensentin Anne Kraume, dass Gerhard Henschel, der sonst eher der Satire anhängt, hier einen Briefroman vorlegt, in dem er die deutsche "Alltagsgeschichte" vom Kriegsende bis über die Wende hinaus an der "Lebens- und Liebesgeschichte" eines Paares exemplarisch verdeutlicht. Dabei gehe Henschel allerdings nicht wie Walter Kempowski in seinem "Echolot"-Projekt vor, der in einem breiten Panorama von Briefen und Tagebuchaufzeichnungen "wissenschaftliche Quellenedition" betreibe, bemerkt Kraume. Henschel verhalte sich, wenn auch die Geschichte eine wahre Geschichte sei, und auch die Briefe echt, eher als "Erzähler", der versuche, die Geschichte unter "geringfügigen" Eingriffen zu "verdichten". Die Briefe, die erst als Überbrückung "räumlicher Distanz" gedacht seien - oft ist das Paar getrennt - und die tatsächlich wirkliche "Nähe" schaffen, werden auch später, als die räumliche Distanz aufgehoben ist, weitergeschrieben, als die Liebe sich zunehmend verflüchtige. Denn "ungestraft", so die Rezensentin, hat man am Wirtschaftswunder nicht teil: In der gemeinsamen Arbeit am Aufschwung geht der "Blick für das Wesentliche" verloren. Jetzt machten …

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Gerhard Henschel, geb. 1962, war unter anderem Redakteur bei der Titanic und lebt heute als freier Schriftsteller bei Hamburg.

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