Presseanweisungen im zwanzigsten Jahrhundert - Wilke, Jürgen

Jürgen Wilke 

Presseanweisungen im zwanzigsten Jahrhundert

Erster Weltkrieg - Drittes Reich - DDR

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Presseanweisungen im zwanzigsten Jahrhundert

Dreimal sind in Deutschland im zwanzigsten Jahrhundert Presseanweisungen eingesetzt worden, um Journalisten zu einer amtlichgewünschten Berichterstattung zu veranlassen. Zum ersten Mal war dies im Ersten Weltkrieg der Fall, wozu die Initiative von den Militärs ausging. Das Forum dafür waren Pressebesprechungen in Berlin. Nach der »Machtergreifung« 1933 nutzten die Nationalsozialisten das gleiche Mittel. Auf Pressekonferenzen im Propagandaministerium wurden die Journalisten mit einer wachsenden Zahl solcher Anweisungen angeleitet. Und nach 1945 wurde diese Form der Presselenkung mittels verschiedener Instrumente auch in der DDR praktiziert. Eines davon waren die »Donnerstags-Argus«. Untersucht wird im vorliegenden Band die Traditiondirekter Presseanweisungen in drei politischen Systemen. Welche Ähnlichkeiten und welche Unterschiede bestanden hier? Dies geschieht, was das Organisatorische anbelangt, auch auf der Basis bisher nicht ausgewerteter Archivquellen. Darüber hinaus werden die Presseanweisungennach Zahl, Umfang, Themen und Formen analysiert. Insbesondere interessiert, von welchen Arten von Sprechakten dabei Gebrauch gemacht wurde. Obwohl schon viel über Presselenkung im zwanzigsten Jahrhundert geschrieben worden ist, füllt dieser Band inhaltlich und methodisch eine Lücke.


Produktinformation

  • Verlag: Böhlau
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. VII, 348 S. m. 52 graph. Darst. u. 25 Abb.
  • Seitenzahl: 348
  • Medien in Geschichte und Gegenwart Bd.24
  • Deutsch
  • Abmessung: 231mm x 159mm x 29mm
  • Gewicht: 607g
  • ISBN-13: 9783412105068
  • ISBN-10: 3412105066
  • Best.Nr.: 22489341

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Einen nüchternen Blick wirft Bernd Sösemann auf diese Untersuchung der Presseanweisungen vom Ersten Weltkrieg über das "Dritte Reich" bis zur DDR, die Jürgen Wilke vorgelegt hat. Er attestiert dem Autor, neben der Auswertung von pressegeschichtlichen Abhandlungen auch ein intensives eigenes Aktenstudium. Im Blick auf die vergleichende Perspektive hält er ihm vor, die Schwierigkeiten eines Systemvergleichs zu unterschätzen. Insbesondere moniert er, dass die Ähnlichkeiten stärker betont werden als die Unterschiede und das historisch Einmalige. Die Stärke des Bands sieht er dann auch nicht im vergleichenden Ansatz, sondern in der eingehenden, aus den Akten gearbeiteten Darstellung der Presseanweisungen im Ersten Weltkrieg und in der DDR sowie in den sorgfältigen Übersichten und Statistiken zu den verschiedenen Zeitabschnitten.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.04.2008

Von Scheren und Feilen
Deutsche Presseanweisungen vom Ersten Weltkrieg über das "Dritte Reich" bis zur DDR: Abfassung, Einsatz und Wirkung

In Diktaturen, aber auch in freien Gesellschaften während eines politischen und gesellschaftlichen Ausnahmezustands wird das öffentliche Leben weitgehend von zivilen und militärischen Zensurmaßnahmen, von direkten schriftlichen oder von auf subtilerem Weg angewandten Reglementierungen mit bestimmt. Staatlich kontrollierte Agenturen beeinflussen dabei die Informations- und Nachrichtenverbreitung, Gesetze und Verordnungen steuern die journalistische und publizistische Arbeit und dienen der moralischen und ideologischen Legitimierung der Regierungspolitik. Die Anordnungen unterscheiden sich in Form, Frequenz und Quantität, im Umfang, Grad ihrer Verbindlichkeit und Strafwürdigkeit. Da sich autoritäre Regime generell misstrauisch gegenüber Intellektuellen und einer freien Publizistik verhalten, knüpfen sie ein möglichst engmaschiges Netz von Überwachungs- und Verfolgungsorganisationen und verschärfen den Zugriff durch immer strengere und kleinteiligere Anordnungen.

Das von Jürgen Wilke vorgelegte Buch …

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Jürgen Wilke ist Professor für Publizistik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

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