Ludendorff - Nebelin, Manfred
Fotogalerie Fotogalerie Fotogalerie Fotogalerie Fotogalerie
Fotogalerie

Manfred Nebelin 

Ludendorff

Diktator im Ersten Weltkrieg

Gebundenes Buch
 
1 Kundenbewertung
***** ausgezeichnet
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
40 ebmiles sammeln
EUR 39,99
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Ludendorff

Eine deutsche Verhängnisgestalt

Erich Ludendorff (1865 - 1937) war eine der Schlüsselfiguren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Als gefeierter Generalissimus des Ersten Weltkriegs und Erfinder des »totalen Kriegs«, als Ikone der völkischen Bewegung und ideologischer Wegbereiter des Nationalsozialismus.

Kein anderer deutscher Militär hat eine Machtfülle besessen wie General Ludendorff im Ersten Weltkrieg. Das Kriegsrecht ermöglichte ihm die Einflussnahme auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens, auf Wirtschaft, Propaganda und Besatzungspolitik. Sein innenpolitisches Ziel für die Zeit nach dem »Endsieg« war eine Militärdiktatur. In der Außenpolitik träumte er von einem »Imperium Germaniae«, seine völkischen Motive verband er - lange vor den verbrecherischen Plänen der Nationalsozialisten ¿ mit der radikalen Vorstellung eines »totalen Kriegs«.

So war es nur folgerichtig, dass Ludendorff nach dem Ersten Weltkrieg eine führende Rolle in republikfeindlichen und chauvinistischen Kreisen spielte und aktiv am Hitler-Putsch beteiligt war. Die von ihm zu verantwortenden strategischen und politischen Fehlentscheidungen, seine Umdeutung der Kriegsniederlage Deutschlands in die sogenannte »Dolchstoßlegende« - all das macht Ludendorff neben Hindenburg und Hitler zu einer der deutschen Verhängnisgestalten des 20. Jahrhunderts.

"Mit seiner gut lesbaren, im Urteil pointierten Darstellung hat Nebelin eine wichtige Vorarbeit für eine noch zu schreibende Gesamtbiografie Ludendorffs geleistet." -- Die Zeit, 09.06.2011

"In seiner breit angelegten Studie beschreibt Nebelin Aufstieg und Fall eines ehrgeizigen und militärisch überaus befähigten Offiziers, der es sich sogar leisten konnte, auf der Höhe seines Erfolges die ihm angebotene Nobilitierung abzulehnen." -- DIE WELT, 16.04.2011

"Insgesamt eine sehr gut lesbare, quellennahe und detaillierte Geschichte des Ersten Weltkriegs, und der junge Ludendorff hat an Gesicht gewonnen." -- Süddeutsche Zeitung, 06.06.2011


Produktinformation

  • Verlag: Siedler
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 749 S.
  • Seitenzahl: 749
  • Deutsch
  • Abmessung: 237mm x 135mm x 48mm
  • Gewicht: 1028g
  • ISBN-13: 9783886809653
  • ISBN-10: 388680965X
  • Best.Nr.: 32550263

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Mit großer Anerkennung bedenkt Peter Graf Kielmansegg diese Ludendorff-Biografie des Historikers Manfred Nebelin. Er würdigt das Buch als erste große Lebensbeschreibung des Generals und Politikers, merkt aber auch an, dass das Werk den Schwerpunkt auf die Kriegsjahre legt und mit der Flucht Ludendorffs nach Schweden 1918 endet. Lobend hebt er die Quellennähe, die Materialfülle und den Detailreichtum des Buchs hervor. Allerdings vermisst er resümierende Reflexionen über die Kernfragen, die sich einem Ludendorff-Biografen stellen. Etwa die, ob Ludendorff wirklich ein "Diktator" war. In diesem Punkt kommt Kielmansegg zu einer etwas anderen Einschätzung als der Autor. Sehr bemerkenswert scheint ihm nichtsdestoweniger, wie es Nebelin gelungen ist, Ludendorff als eine "Symbolfigur für Deutschlands Absturz in die extreme Irrationalität" darzustellen, ohne ihn zu dämonisieren.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.06.2011

Die Karriere des fleißigen Grobians
Der Mann neben Hindenburg: Manfred Nebelin schildert den Aufstieg und die Machtfülle und den Fall des Erich Ludendorff im Ersten Weltkrieg
Erich Ludendorff war während des Ersten Weltkriegs die vielleicht mächtigste Persönlichkeit Deutschlands. Zwar kennt jeder heute noch den Namen, aber Ludendorff-Straßen oder -Gymnasien gibt es nicht mehr, weil es bei den Nazis davon zu viele gegeben hat. Wir verfügen auch über einige Biographien, die aber, weil zu einseitig militärfromm wie die von Franz Uhle-Wettler (1994) oder nicht in deutscher Sprache publiziert wie Martin Kitchens „The Silent Dictatorship“ (1976), wenig Spuren hinterlassen haben.
Diese Melange von enormer militärischer und politischer Bedeutung und vollständiger Abwesenheit der Person Ludendorffs im heutigen historischen Bewusstsein liegt wohl nicht zuletzt daran, dass einer erschöpfenden Biographie nach wie vor die Weigerung der Ludendorff-Erben entgegensteht, endlich den Hauptteil von dessen Nachlass der Forschung zur Verfügung zu stellen. Denn es mangelt an Primärquellen, wenngleich es einen kleinen Bestand im Freiburger Militärarchiv gibt, …

Weiter lesen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.07.2011

In der Hölle der Materialschlachten
Ludendorff als Symbolfigur für Deutschlands Absturz in die extreme Irrationalität

Biographien, sosehr das Publikum sie liebt, sind in der deutschen Geschichtswissenschaft - anders als etwa in der angelsächsischen - nie eine besonders hoch geschätzte historiographische Gattung gewesen. Gleichwohl werden sie glücklicherweise geschrieben, wenn man auch manchmal lange warten muss. Fast einhundert Jahre nachdem Erich Ludendorff weithin sichtbar die Bühne der Geschichte betreten hatte, hat nun der Dresdner Historiker Manfred Nebelin die erste großdimensionierte (500 Seiten Text und fast 200 Seiten Anmerkungen), professionell aus der Gesamtheit der verfügbaren Quellen erarbeitete Biographie des "Feldherrn des Weltkrieges" - wie ihn seine Bewunderer nannten, solange es noch welche gab - vorgelegt. Sieht man genau hin, sind es dann freilich doch nur die Kriegsjahre (das Buch endet mit der Flucht Ludendorffs nach Schweden im November 1918), ergänzt durch die sehr willkommene Darstellung des atemberaubend raschen Vorkriegsaufstiegs des ehrgeizigen jungen Offiziers bürgerlicher Herkunft bis in die Schlüsselposition des …

Weiter lesen

»Insgesamt eine sehr gut lesbare, quellennahe und detaillierte Geschichte des Ersten Weltkriegs, und der junge Ludendorff hat an Gesicht gewonnen.«

"In seiner breit angelegten Studie beschreibt Nebelin Aufstieg und Fall eines ehrgeizigen und militärisch überaus befähigten Offiziers, der es sich sogar leisten konnte, auf der Höhe seines Erfolges die ihm angebotene Nobilitierung abzulehnen." DIE WELT, 16.04.2011

»Insgesamt eine sehr gut lesbare, quellennahe und detaillierte Geschichte des Ersten Weltkriegs, und der junge Ludendorff hat an Gesicht gewonnen.«
Manfred Nebelin, geboren 1955 in Leverkusen, lehrt als Privatdozent Neuere und Neueste Geschichte an der Technischen Universität Dresden. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Zeitgeschichte vorgelegt. Seine Forschungsschwerpunkte bilden der Erste Weltkrieg, die Zeit des Nationalsozialismus sowie die politische Geschichte Europas im 20. Jahrhundert.

Leseprobe zu "Ludendorff" von Manfred Nebelin

Kapitel 11 Der Weg zur Diktatur (S. 283-284)

Nachdem es den Mittelmächten in der zweiten Hälfte des Jahres 1916 gelungen war, den Großoffensiven der Entente standzuhalten, rechneten beide Seiten infolge der allgemeinen Ermattung für das Jahr 1917 mit dem Ende der Kämpfe. In Deutschland stritt man leidenschaftlich, ob das Reich das Schlachtfeld nur als Sieger verlassen oder ob gegebenenfalls in einen Verständigungsfrieden eingewilligt werden dürfe.

Es ging dabei nicht nur um die Kriegsziele, sondern auch um politische Konzessionen, welche für die Einhaltung des »Burgfriedens« der Arbeiterschaft gemacht werden sollten, kurzum: Die Kriegszieldiskussion von 1914 drohte wieder aufzuflammen, und die Wahlrechtsdebatte warf schon ihre Schatten voraus. Bald zeichnete sich ab, daß der Reichskanzler und die Dritte Oberste Heeresleitung sowohl hinsichtlich der genannten als auch anderer wichtiger Themen unterschiedliche Positionen vertraten und die im gemeinsamen Gegensatz zu Falkenhayn geschmiedete Allianz zu zerbrechen drohte.

Der Chef des Geheimen Zivilkabinetts, Rudolf von Valentini, registrierte Anfang November 1916 eine »höchst gespannte Stimmung« innerhalb der Führungsriege, »verursacht durch schwere Differenzen zwischen Bethmann und der Obersten Heeresleitung «.1 Bei der Tragweite der zur Entscheidung anstehenden Probleme mußte es zum offenen Konflikt kommen. Dieser sollte dem Kaiserreich im Juli 1917 seine schwerste Systemkrise bescheren. Im Grundsatz ging es bei der Auseinandersetzung um den Primat von politischer oder militärischer Führung, im Konkreten um die Macht entweder für Bethmann Hollweg oder für Ludendorff.

Den Kristallisationspunkt des Konflikts bildete die Diskussion um den unbeschränkten U-Boot-Krieg gegen Handelsschiffe und die damit verbundene Möglichkeit eines Kriegseintritts der USA . Zweimal – im Februar 1915 und im März 1916 – hatten der Reichskanzler und der Kaiser dem unbeschränkten U-Boot-Krieg zugestimmt. Wie schwer beiden die Einwilligung gefallen war, verdeutlicht ein Gespräch Bethmann Hollwegs mit Admiral Müller von Anfang Januar 1916.

Danach befürchtete der Kanzler, daß der verschärfte U-Boot-Krieg »eine Art Kreuzzug gegen Deutschland zur Folge haben könnte. Es sei wie ein nochmaliger Entschluß zum Kriege.«3 Und für den oft der Großmannssucht gescholtenen Wilhelm II. stellte die Entscheidung für den »U-Boot-Vernichtungskrieg « gar die »schwerste Entscheidung seines Lebens« dar.4 Das Ziel, welches Kaiser und Reichskanzler mit ihrer Politik verfolgten, war klar: Der auf den Einsatz drängenden Marineleitung5 sollte die Möglichkeit eröffnet worden, unter Mißachtung der allgemein anerkannten seerechtlichen Bestimmungen – insbesondere der Londoner Deklaration über das Prisenrecht – feindliche Schiffe, gleichgültig welcher Bauart, ohne vorherige Warnung zu torpedieren.

Der Entschluß wurde 1916 aus demselben Grund getroffen wie 1915: die am 2. November 1914 von Großbritannien verhängte Blockade der deutschen Nordseehäfen, durch die Deutschland allmählich von der Zufuhr ausländischer Waren abgeschnitten wurde. Um ihre Politik zu legitimieren, bediente sich die Regierung in London eines völkerrechtlich keineswegs unumstrittenen Mittels: der schrittweisen Aufhebung des gängigen Unterschieds zwischen absoluter Konterbande (Waffen, Munition etc.) und relativer Konterbande (Lebensmittel, Kleidung etc.).7 Auf die Industrieproduktion und die Ernährungslage der Bevölkerung in Deutschland hatte der Handelskrieg katastrophale Auswirkungen.8 Dennoch hatte der Reichskanzler sich in den ersten Kriegsjahren jeweils nach wenigen Wochen zur Einstellung der U-Boot-Angriffe entschlossen

Kundenbewertungen zu "Ludendorff" von "Manfred Nebelin"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
***** ausgezeichnet
 
(1)
***** sehr gut
***** gut
***** weniger gut
***** schlecht
Schreiben Sie eine Kundenbewertung zu "Ludendorff" und Gewinnen Sie mit etwas Glück einen 15 EUR buecher.de-Gutschein

Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 21.04.2011 ***** ausgezeichnet
Viel wusste ich bislang nicht über Ludendorff. In dieser Ludendorff - Biografie stellt Nebelin mir das "Rätsel Ludendorff" gleich unter mehreren Gesichtspunkten vor.

Es macht neugierig dem Autor zu folgen wie er General Erich Ludendorff privat wie auch politisch bei all seinen Siegen und Niederlagen beschreibt.

Nebelin schreibt: "Der Dualismus von politischer und militärischer Macht gehört zu den Geburtsfehlern des 1871 gegründeten Deutschen Reiches." Diesen Fehler ausnutzend, betrat nach Bismarcks Entlassung Ludendorff die große politische Bühne. Durch die Eroberung der Festung Lüttich verschaffte sich Ludendorff nicht nur einen Orden vom Kaiser, sondern vor allem den nötigen Respekt und das Ansehen um an seiner weiteren Karriere zu basteln.

Dem Autor gelingt es aber in seinem Buch auch die Widersprüchlichkeit des Generals zu beschreiben. So war der große Militär, auch Taktiker, aber auch jemand der im Nachhinein Niederlagen noch für Siege verkaufen konnte, er war auch jemand der sehr entscheidungsschwach sein konnte. Als Beispiel nennt der Autor hier insbesondere den "schwarzen Tag".

Der Autor entlässt weder Ludendorff noch seine Leser nicht, ohne auf Ludendorffs Nähe zu Hitler hinzuweisen. Politisch gesehen, so der Autor, stand Ludendorff Hitler viel Näher als Bismarck. In der allgemeinen Öffentlichkeit wird dies bis heute oft anders gesehen.

Dieses Buch ist ein wichtiger Teil der deutschen Geschichtsschreibung und zeigt wie wichtig Ludendorff für Hitler war.

Christian Döring

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Sie kennen "Ludendorff" von Manfred Nebelin ?
Tipp: Stöbern Sie doch mal ein wenig durch ausgewählte aktuelle Bewertungen in unserem Shop

2 Marktplatz-Angebote für "Ludendorff" ab EUR 19,80

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
19,80 4,50 Kreditkarte, offene Rechnung, PayPal, Selbstabholung und Barzahlung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) McBook Inhaber:Berthold Niehaus 100,0% ansehen
gebraucht; sehr gut 26,00 2,00 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Banküberweisung Buchhandlung Vaternahm 99,6% ansehen
Mehr von