Totsein verjährt nicht / Polonius Fischer Roman Bd.3 - Ani, Friedrich

Friedrich Ani 

Totsein verjährt nicht / Polonius Fischer Roman Bd.3

Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi-Preis, Kategorie National 2010

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Produktinformation

  • Verlag: Zsolnay
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 284 S.
  • Seitenzahl: 284
  • Polinius Fischer Bd.3
  • Best.Nr. des Verlages: 551/05470
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 136mm x 32mm
  • Gewicht: 432g
  • ISBN-13: 9783552054707
  • ISBN-10: 3552054707
  • Best.Nr.: 26365952
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Friedrich Ani ist ein Moralist. Schon in seinen letzten beiden Romanen über den Münchner Ermittler und Ex-Mönch Polonius Fischer ging es Ani eher um das Aufzeigen menschlicher und gesellschaftlicher Abgründe als das lineare Abarbeiten an einem Kriminalfall. Mit "Totsein verjährt nicht" übertrifft der 50-jährige Autor sich jedoch selbst: Nicht nur, dass Fischers Freundin von zwei Jugendlichen drei Tage lang festgehalten und gefoltert wurde, weil der eine dem anderen "das Leben erklären" wollte. Fischer muss auch eine Mutter vernehmen, die ihren fünfjährigen Sohn erdrosselt hat: "Der wollt nicht still sein, wollt mir nicht gehorchen". Und dann ist da noch der eigentliche Fall: das Verschwinden einer 9-Jährigen vor sechs Jahren, für deren Ermordung ein geistig Behinderter verurteilt wurde, obwohl nie eine Leiche gefunden wurde. Fischer zweifelt an der Schuld des Mannes und wühlt den alten Fall zum Ärger seiner Kollegen noch mal auf. Und auch hier begegnet er lauter egoistischen, skrupellosen Menschen ... Man könnte schon den Kopf schütteln über so viel Pessimismus und Schwarzmalerei. Doch leider beschleicht einem beim Lesen nie das Gefühl, eine verzerrte Wahrheit …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Polonius Fischer, früher Mönch, jetzt Mordkommissar, ist in schwieriger Lage. Seine Freundin liegt im Koma, ein alter, belastender Fall wird neu aufgerollt und überhaupt verzweifelt Fischer an der schnöden "praktischen Vernunft" seiner Kollegen. Durch ein unendlich fahles München schickt Friedrich Ani seinen Helden, der auf sehr beunruhigende Weise im Verlauf der Romans vom Ermittler, so die Rezensentin Jutta Person, zum "Racheengel" wird. Mehr denn je kommt Person der Münchner Autor als der größte "Metaphysiker" unter den Krimischriftstellern vor. Ein ganz eigenes Bild der bayerischen Großstadt wird hier entworfen, lobt die Rezensentin, und wenn sie die Verwandlung des "gottsuchenden" Fischer mitansehen muss, wird ihr heiß und kalt.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Vor dem Hintergrund des realen Schicksals gewinnt dieser spannende Roman doppelt an Brisanz." (Volker Isforth, Abendzeitung, 02.09.09)<br/><br/>"Stilistisch brillant jagt Ani seine Leser durch menschliche und rechtliche Zwickmühlen." (Brigitte, 12.08.09)<br/><br/>"Stilsicher, einfühlsam und erschütternd erzählt (...) meisterhaft." (Tobias Gohlis, Focus, 14.09.09)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.11.2009

Hat der Autor ein Motiv?

Über den Grund des Vergnügens an kriminalistischen Gegenständen: Wie Friedrich Ani, Wolf Haas und Heinrich Steinfest die Unterhaltungsliteratur transzendieren.

Von Richard Kämmerlings

Mit dem Gesetz nimmt man es bei der Münchner Mordkommission nicht so genau. Das Kruzifix-Urteil jedenfalls findet im Dezernat keine Anwendung, auch wenn das Verhältnis von Staat und Religion gerade hier an einem empfindlichen Punkt berührt wird. Im Vernehmungsraum von Polonius Fischer, dem P-F-Zimmer, hängt ein Eichenholzkreuz an der Wand, und obwohl der Kommissar jeden Zeugen oder Verdächtigen fragt, ob ihn der Christus störe, bleibt dieser immer hängen, so als wüssten all die Schuldigen und Nichtschuldigen intuitiv, dass in Fischers imposanter Gestalt weltliche und geistliche Ordnung zusammenfallen. Tatsächlich aber geht der tragische Riss zwischen Strafgesetz und Gerechtigkeit mitten durch ihn hindurch: Das ganze Gewicht der gefallenen Welt lastet auf den Schultern des Ermittlers.

Mit dem Ex-Mönch Polonius Fischer hat der Münchner Friedrich Ani einen Charakter geschaffen, der die neue Universalität des …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.01.2010

Die Grausamkeit des Gottsuchers
Friedrich Anis Kriminalroman „Totsein verjährt nicht”
Er sei der Philosoph unter den deutschen Krimiautoren, heißt es über Friedrich Ani. Aber das stimmt nicht ganz, exakter wäre es, ihn einen Metaphysiker zu nennen. Die Inbrunst, mit der sich Anis Kommissare nach dem Licht der Wahrheit und Erkenntnis sehnen, hat nichts mit der kalten analytischen Philosophie unserer Tage zu tun. Die Wahrheitssuche dieser Ermittler hat etwas entschieden Jenseitsverliebtes. Neben Tabor Süden, dem Melancholiker, und Jonas Vogel, dem blinden Seher, trifft das vor allem auf Polonius Fischer zu, den Ex-Mönch, der seine Benediktinerzelle gegen ein Büro in der Mordkommission eingetauscht hat: Er will den Urgrund des Verbrechens entbergen, nicht bloß die schnöde logische Struktur.
Polonius Fischer ist aber qua Herkunft nicht nur der jenseitsfreundlichste, er ist auch der inbrünstigste unter den Krimi-Kommissaren von Friedrich Ani. In „Totsein verjährt nicht” hat er es mit einem Fall zu tun, der wie dazu gemacht zu sein scheint, die routinierte, diesseitige Wahrheit aller Pragmatiker in Zweifel zu ziehen. Gerichtsverwertbare Fakten, sagte …

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Friedrich Ani, geb. 1959 in Kochel am See, arbeitete als Reporter, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er schreibt Romane, Kinderbücher, Gedichte, Hörspiele, Drehbücher und Kurzgeschichten. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Friedrich Ani lebt in München.

Leseprobe zu "Totsein verjährt nicht / Polonius Fischer Roman Bd.3"

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Bewertung von Orchidee aus Hannover am 25.01.2010 ***** ausgezeichnet
Eine spannende Handlung, ein sehr humaner Kommissar und eine überraschende Aufklärung...

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