Falsche Opfer - Dahl, Arne

Arne Dahl 

Falsche Opfer

Kriminalroman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi-Preis, Kategorie International 2005

Aus d. Schwed. v. Wolfgang Butt
Broschiertes Buch
 
2 Kundenbewertungen
***** ausgezeichnet
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Falsche Opfer

Ein glänzender - neuer - Fall mit der Stockholmer Sondereinheit um Paul Hjelm und Kerstin Holm

Per Karlsson hat nichts gesehen. Nicht einmal den brutalen Mord an dem jungen Mann, der am Tisch neben ihm erschlagen wurde. Karlsson gibt vor, in Ovids "Metamorphosen" versunken gewesen zu sein. Kurz darauf ereignet sich auf einem Industriegelände unweit des Tatorts eine blutige Auseinandersetzung: Zwei verfeindete Banden wollen einen Aktenkoffer an sich bringen, der den Schlüssel zu einem Banksafe enthält. Als die Polizei eintrifft, fehlt von dem Koffer jedoch jede Spur. Die Stockholmer Sondereinheit um Paul Hjelm jagt zwei Verdächtige: Sonja, die Tochter eines der Bandenführer und Per Karlsson.


Produktinformation

  • Verlag: PIPER
  • 2005
  • 6. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 387 S.
  • Seitenzahl: 400
  • Serie Piper Bd.4376
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 120mm x 33mm
  • Gewicht: 326g
  • ISBN-13: 9783492243766
  • ISBN-10: 3492243762
  • Best.Nr.: 13268204
»Der viel gelobte Schwede Arne Dahl ist ein scharfer Kritiker sozialer Zustände, zudem ein packender Erzähler und auf dem besten Weg, Altmeister Henning Mankell zu entthronen.« Der Standard

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Die "besten Thriller unserer Tage" schreibt Arne Dahl, findet Rezensent Tobias Gohlis. Auch sein neuester Krimi, in dem der Autor wieder die schwedischen Kommissare Paul Hjelm und Kerstin Holm ins Reich der Neonazis, jugoslawischen Söldner und Pädophilen schickt, sei "wunderbar komplex, intelligent, heiter und unerbittlich" geschrieben, lobt Gohlis. Dabei fordere der Autor von seinen Protagonisten, die er in der "Unübersichtlichkeit" einer globalisierten Welt aussetzt, nichts anderes als "Selbsterkenntnis". Mit den Klischees seines Genres wolle Dahl nichts zu tun haben, er "sprenge" jedes von ihnen mit einer "sprunghaft-tänzerischen, präzisen" Sprache, die sich auch mit zwei Versen aus den Duineser Elegien, dem Leitmotiv des Buchs, verbinden lasse.

© Perlentaucher Medien GmbH

»Der viel gelobte Schwede Arne Dahl ist ein scharfer Kritiker sozialer Zustände, zudem ein packender Erzähler und auf dem besten Weg, Altmeister Henning Mankell zu entthronen.« Der Standard
Arne Dahl, geboren 1963, hat mit seinen Kriminalromanen um den Stockholmer A-Team eine der erfolgreichsten Serien weltweit geschaffen. Nach neun Bänden, zuletzt unter anderen »Totenmesse«, »Dunkelziffer« und »Opferzahl«, von denen sich allein in Deutschland über eine Million Exemplare verkauften und für die er international zahlreiche Auszeichnungen erhielt, ist »Gier« der Beginn einer neuen Thrillerserie. Arne Dahl lebt mit seiner Frau in Stockholm und schreibt am zweiten Fall für das Europol-Team. Weiteres zum Autor unter http://www.arnedahl.de/ und http://english.arnedahl.net/.

Leseprobe zu "Falsche Opfer" von Arne Dahl

Arne Dahl

Falsche Opfer

Kriminalroman

1

"Ich hab nichts gesehen."

Paul Hjelm seufzte tief und von Herzen. "Du hast nichts gesehen?"

Er versuchte, den Blick des jungen Mannes zu fangen, doch der hatte die Augen niedergeschlagen und sah verbiestert zu Boden.

Verbiestert? Wann hatte er zuletzt das Wort verbiestert benutzt? Hatte er das Wort überhaupt je in seinem Leben benutzt?

Er fühlte sich alt.

"Also noch mal von vorn", sagte er beherrscht. "Obwohl hinter dir eine wilde Schlägerei ausbrach, hast du absolut nichts gesehen. Ist das richtig?"

Schweigen.

Hjelm seufzte erneut. Er hob die Knöchel von der Tischplatte, streckte den Rücken und warf einen Blick zu der Kollegin hinüber, die an der tristen Betonwand lehnte.

In dem Moment, da ihre Blicke sich trafen, wurde ihm die Zwiespältigkeit dieses Augenblicks bewußt. Einerseits die Versetzung zur Abteilung für Gewaltverbrechen im Polizeibezirk City mit dieser endlosen Reihe trostloser, alltäglicher Gewalt. Anderseits die Rückkehr seiner Lieblingskollegin Kerstin Holm nach Stockholm.

Und das erste, womit sich das eingespielte Duo nach seiner Wiedervereinigung abgeben mußte, war - eine Kneipenschlägerei.

Paul Hjelm seufzte ein weiteres Mal und wandte sich wieder dem verstockten Zeugen zu. "Und du hast nicht einen einzigen kleinen Blick über die Schulter geworfen?"

Da lächelte der junge Mann schwach, ein etwas blasses, in sich gekehrtes Lächeln. "Nicht einen einzigen", sagte er.

"Und warum nicht?"

Zum erstenmal begegneten die Augen des Zeugen seinem Blick. Klarblau. Eine etwas unerwartete Schärfe, als sei er im Begriff, etwas ganz anderes zu sagen als das, was er sagte: "Weil ich gelesen habe."

Paul Hjelm starrte ihn an. "Hammarby hat gerade ein Heimspiel gegen Kalmar gehabt, sie spielen unentschieden, 2:2, und bleiben auf dem letzten Tabellenplatz, und du sitzt in der Stammkneipe der Byenfans und liest? Kvarnen ist brechend voll und laut, und im Gedränge frustrierter Hammarbyer sitzt der zwanzigjährige Per Karlsson allein mit einem Buch? Ein äußerst seltsamer Ort zum Lesen, das muß ich sagen."

Per Karlsson lächelte wieder, das gleiche milde, in sich gekehrte Lächeln. "Es war ruhig, als ich kam", sagte er.

Hjelm zog den Stuhl vor und ließ sich mit einem Krachen darauf nieder. "Jetzt bin ich aber richtig neugierig", sagte er. "Was war das denn für ein Buch, das dich so gefesselt hat, daß du es fertiggebracht hast, nicht nur Schreie und Gebrüll und Gedränge zu ignorieren, sondern auch eine Schlägerei, die damit endete, daß ein Mensch einen Bierkrug auf den Schädel bekam und starb?"

"Starb?"

"Ja, er starb. Er verblutete am Tatort. Mir nichts dir nichts. Er verlor zwei Liter Blut in zwanzig Sekunden. Es schoß nur so aus ihm heraus. Alle Adern öffneten sich sperrangelweit. Er hieß Anders Lundström, kam aus Kalmar und hatte sich aus unerfindlichen Gründen ins Kvarnen verirrt, was wohl für einen Fan der gegnerischen Mannschaft ungefähr gleichbedeutend damit ist, in die Hölle zu geraten. Und tatsächlich töten ihn die Byenfans mit einem Bierkrug. Und von dem allen bekommst du nichts mit, weil du welches Buch gelesen hast? Das interessiert mich wirklich."

Per Karlsson sah angeschlagen aus. Er murmelte: "Keins, das Sie kennen ..."

"Try me", sagte Paul Hjelm mit New Yorker Akzent.

Kerstin Holm bewegte sich zum ersten Mal, seit Per Karlsson das Vernehmungszimmer betreten hatte. Lautlos glitt sie zum Tisch und ließ sich neben Hjelm nieder. "Der Kollege hier weiß mehr über Literatur, als du glaubst", sagte sie. "Als wir uns zuletzt gesehen haben, das war vor fast einem Jahr, da hast du, war es Kafka, gelesen?"

"K", sagte Paul Hjelm mehrdeutig.

Kerstin Holm ließ ein kurzes, ein wenig bitteres Lachen hören.

"K", bekräftigte sie mit New Yorker Akzent. "So try him."

Der junge Mann sah verwirrt aus. Die schwarze Kleidung mitten im Hochsommer. Das ungepflegte, zottelige blonde Haar. Ein Intellektueller in spe? Nein, eher nicht. Der flackernde, gleichsam verwundete Blick. Das introvertierte Lächeln. Absolut kein Student von der Uni. Vielleicht tatsächlich ein junger Mann, der nur las, um sich zu bilden.

Eine Rarität.

"Ovid", sagte die Rarität. "Ovids Metamorphosen."

Paul Hjelm lachte laut. Er wollte das gar nicht. Per Karlsson zu verhöhnen war das letzte, was er im Sinn hatte. Und doch lief es darauf hinaus. Das passierte ihm immer öfter.

Die Insignien der Bitterkeit.

Verbiestert.

Hjelm verspürte einen kurzen, glücklicherweise rasch vorübergehenden Haß auf sich selbst.

Kerstin Holm sprang für ihn ein. "Es wurde wirklich eine Metamorphose. Für Anders Lundström aus Kalmar. Die ultimative Metamorphose. Die Verwandlung der Verwandlungen. Welche von Ovids Metamorphosen paßt auf das Schicksal von Anders Lundström, Paul? Orpheus?"

"Sicher", sagte Hjelm gedehnt. "Orpheus, der von den trakischen Bacchantinnen in Stücke gerissen wird."

Per Karlsson starrte sie an, plötzlich vollkommen außer sich. "Nein", sagte er. "Nein, nicht Orpheus."

Hjelm und Holm sahen sich mit einer gewissen Verwunderung an. "Jaja", sagte Hjelm schließlich. "Wir wissen also, daß dein kleines 'ich habe nichts gesehen' eine Lüge ist. Es macht hiermit eine Metamorphose durch. Erzähl jetzt, was du gesehen hast, Per, von Anfang an. Von jetzt ab ist dies ein regelrechtes Verhör. Du heißt also Per Karlsson, bist am 12. April 1979 in Danderyd geboren, bist wohnhaft in Aspudden, hast eine neunjährige Schulausbildung und bist arbeitslos. Ist das korrekt?"

"Ja", sagte Per Karlsson tonlos.

"Wir haben heute den 24. Juni, es ist acht Uhr dreizehn. Erzähl jetzt alles, was du am 23. Juni, also gestern abend, um einundzwanzig Uhr zweiundvierzig im Restaurant Kvarnen in der Tjärhovsgata gesehen hast."

Per Karlsson sah ein bißchen blaß aus. Er starrte auf den Tisch und spielte mit seinen Fingern. "Nehmen Sie das hier auf?"

"Alles ist aufgenommen worden, seit du den Raum betreten hast. Und dies hier auch."

"Ja, also, als ich ins Kvarnen kam, waren nicht viele Leute da. Ich hatte keine Ahnung, daß an dem Abend ein Spiel war, sonst wäre ich bestimmt nicht dahin gegangen. Es war ruhig. Ich las. Dann kamen sie rein. Die ersten Fans kamen kurz nach neun, und von da an wurde es immer voller. Ich versuchte weiterzulesen. Es ging ganz gut. Ich kann mich gut konzentrieren. Ich saß ein bißchen abseits, mit dem Rücken zum Tresen, fast ganz vorne am Fenster, also hörte ich mehr, als daß ich etwas sah. Aber natürlich habe ich mich dann und wann umgedreht."

"Warum hast du gesagt, du hättest nichts gesehen?" fragte Kerstin Holm.

Paul Hjelm sagte: "Ist es so, daß man automatisch, wenn man mit der Polizei redet, antwortet: 'Ich habe nichts gesehen'? Ist es schon soweit gekommen?"

"Jedenfalls ist das die häufigste Antwort, die wir bekommen."

"Soll ich weiterreden?" fragte Per Karlsson verwirrt.

"Selbstverständlich", sagten Hjelm und Holm im Chor.

Jalm and Halm, das berühmte amerikanische Komikerpaar.

"Eine Gruppe Byenfans von sechs, sieben Mann hörte, wie eine andere Gruppe, vier Jungs vielleicht, småländisch redete. Beide Gruppen standen am Tresen. Die Byenfans fingen mit den Småländern Streit an, die sagten, sie wohnten in Stockholm und wären für Hammarby. Man konnte hören, daß sie Angst hatten. Und daß sie logen. Die Byenfans hörten auch, daß sie logen. Sie wurden immer aggressiver. Zwei von den Småländern konnten sich dünnemachen und zogen Leine. Zwei blieben zurück. Die Stimmung wurde unangenehm. Es kamen noch ein paar Byenfans hinzu und versuchten, die andere Gruppe wegzuziehen. Sie sahen wahrscheinlich, was sich da anbahnte. Schließlich versuchte einer der Småländer abzuhauen. Er gab einem der Hammarbyer im Hintergrund einen Stoß, so daß der hinfiel. Da drückten drei aus der Gruppe den Jungen gegen den Tresen, und der, der hingefallen war, stand auf, riß einen Bierkrug an sich und schlug ihn dem Jungen mit voller Wucht auf den Schädel."

"Hast du das gesehen?"

"Nein, nicht richtig. Ich hab immer mal wieder hingesehen, mich kurz umgedreht. Aber ich hörte es. Ich habe mich umgedreht, als ich den Schlag hörte. Ein verflucht häßlicher dumpfer Knall. Nicht wie wenn Glas zerbricht eigentlich, ich nehme an, es war der Schädel, der zertrümmert wurde. Scheiße, der Schädel, die Adern. Ich wandte mich genau in dem Moment um, als das Glas getroffen hatte. Es war ein kleiner freier Raum um ihn entstanden. Er hielt die Hände an den Kopf. Und das Blut lief nur so, durch die Finger, die Arme hinunter. Pfui Teufel. Und dann fiel er, sackte einfach zusammen und auf den Boden. Und die Byengang machte direkt 'nen Abgang. Sie liefen schnurstracks zur Tür und raus. Der es getan hatte, hielt noch den Griff des Bierkrugs in der Hand, vollkommen blutig. Ein ganzer Haufen konnte sich verdrücken, bevor die Türsteher reagierten und die Tür blockierten. Dann kam ziemlich schnell die Polizei. Der zweite Småländer lag auf dem Fußboden und versuchte, mit seinem Pulli das Blut zu stoppen, ein Hammarbyer versuchte zu helfen, glaube ich, aber es war hoffnungslos. Überall war Blut."

Per Karlsson war weiß.

Hjelm und Holm versuchten, die Informationen zu ordnen. "Dafür, daß du nichts gesehen hast, hast du ziemlich viel gesehen", sagte Hjelm.

"Regen Sie sich doch deswegen nicht auf", meinte Per Karlsson mürrisch.

"Ein ganzer Haufen konnte sich verdrücken?" sagte Holm. "Hammarbyer?"

"Hauptsächlich Hammarbyer. Auch ein paar andere."

"Wie viele?"

"Ich hab vor allem das Opfer angesehen."

Das Opfer.

Hjelm schauderte es.

Per Karlsson sagte: "An die zehn Hammarbyer haben sich verdrückt, würde ich sagen. Und er als erster. Der Täter."

Der Täter.

Diese Pseudoterminologie, die in die Sprache einfloß, um das Individuelle zu überdecken. Der Zeuge. Das Opfer. Der Täter.

"Mit dem Griff des Bierkrugs in der Hand?" fragte Holm.

"Ja", sagte Per Karlsson.

"Diesem hier?" sagte Hjelm und hielt einen Plastikbeutel mit dem Griff eines Bierglases in die Höhe. Er war blutig. Geronnenes Blut klebte an der Innenseite des Beutels.

Per Karlsson rümpfte die Nase und nickte.

"Wir haben ihn ein Stück entfernt in der Folkungagata gefunden. Er muß also um die Ecke gelaufen sein, am Hotel Malmen und am U-Bahneingang Medborgarplatsen vorbei. Die Fingerabdrücke sind nicht in unseren Registern. Es ist also von höchster Wichtigkeit, daß du uns helfen kannst, den ... Täter zu identifizieren. Du hast nichts davon gehört, daß darüber geredet wurde, wohin er verschwunden sein könnte?"

"Nein", sagte Per Karlsson.

"Wir gehen noch mal ein paar Schritte zurück", sagte Kerstin Holm. "Wie viele haben sich verdrückt, bevor die Türsteher die Tür blockierten? An die zehn Hammarbyer, sagst du, aber auch andere?"

"Das nehme ich an. Ein paar, die an dem Tisch neben der Tür gesessen hatten, waren verschwunden. Und noch ein paar andere."

"Du verstehst, daß wir Verschwundene suchen, unparteiische Zeugen. Die an dem Tisch gleich bei der Tür saßen, waren also keine Byenfans?"

"Nein, sie waren schon vorher da, als das Spiel noch lief. Aber zwischen da, wo ich saß, und ihrem Tisch standen ein paar Tische. Und die wurden ziemlich schnell besetzt. Es war eine Clique von fünf Mann. Und wenn ich jetzt darüber nachdenke, blieb einer von ihnen sitzen. Einer mit rasiertem Kopf und blondem Schnauzbart."

"Aber sie verschwanden also nach ... der Tat?"

"Ich glaube ja."

"Wie sahen sie aus. Eine Gruppe von Arbeitskollegen?"

"Vielleicht. Ich habe es nicht so genau gesehen. Sie redeten nicht direkt miteinander."

"Redeten nicht? Wieso, lasen sie Ovids Metamorphosen?"

"Sehr witzig. Sie haben doch einen von ihnen. Den mit dem rasierten Schädel. Fragen Sie den doch."

"Okay. Andere? Du hast also am vorletzten Tisch zum Fenster hin und am vorletzten zur rechten Wand hin gesessen, vom Tresen aus gesehen. Diese Gruppe saß ganz links, auf der anderen Seite des Gangs. Und die Tische dazwischen?"

"Wie gesagt, sie füllten sich schon, bevor die Byenfans kamen. Soweit ich mich erinnere, gab es keine Sitzplätze für die Hammarbyer mehr, außer neben mir. Eine Gruppe setzte sich an meinen Tisch. Ein paar von ihnen sind nach der Tat abgehauen."

"Und vor dem Fenster zur Tjärhovsgata hin? Das war doch die Richtung, in die du geguckt hast, oder?"

Kundenbewertungen zu "Falsche Opfer" von "Arne Dahl"

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Bewertung von Janssen aus Varel am 31.05.2011 ***** ausgezeichnet
Wie nicht anders zu erwarten ist auch dieser Krimi ein typischer Dahl. Spannend und nie langweilig. Mit
anderen Worten für Krimifans die beste Lektüre.

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Bewertung von Xirxe aus Hannover am 19.08.2010 ***** ausgezeichnet
Für ein Hörbuch viel zu spannend und anspruchsvoll!! Und dieser Satz ist genauso gemeint wie ich ihn geschrieben habe. Nur kurz abgelenkt, schon fehlen einige Worte die nicht unwesentlich zum Verstehen des Ganzen beitragen. Da das 'Zurückblättern' oder '-spulen' bei einer CD doch etwas schwerer fällt, bleibt einem nichts anderes übrig, als wirklich ganz genau zuzuhören.
Die Handlung beginnt bereits etwas verworren: Das A-Team wurde aufgelöst, verstreut in alle Landesteile, und jede/r betreut unterschiedliche Fälle. Es gilt einen Mord unter Fußballfans aufzuklären, in einem Gefängnis explodierte eine Bombe und hinterließ einen Toten, ein wildes Gemetzel zweier Banden ergab ein Massaker und zuguterletzt ein Pädophilenring der hochgenommen werden soll. Der scheinbare Bandenkrieg wird zum Politikum und um baldige Ergebnisse aufweisen zu können, wird die A-Gruppe wieder in Amt und Würden gesetzt. Bei den weiteren Ermittlungen werden Verbindungen zu den anderen Ereignissen sichtbar und nach und nach fügen sich die einzelnen Teile wie ein Puzzle zu einem unglaublichen Bild zusammen.
Manche RezensentInnen kritisieren, all dies wäre zu sehr an den Haaren herbeigezogen, doch genau das habe ich nicht so empfunden. Das allmähliche Zusammenströmen der einzelnen Handlungsabläufe wirkte an keiner Stelle konstruiert, vielmehr fügte sich alles so logisch und klar zueinander, dass man sich gar nicht vorstellen kann, dass es auch anders hätte ablaufen können.
Im Gegensatz zu den beiden Vorläuferromanen sind Hjelm und Holm etwas in den Hintergrund gerückt, was der Geschichte aber keinen Abbruch tut. Dahls Figuren bleiben herrlich klischeefrei und für die kleinen Sätze wie (sinngemäß) 'der Pädophile erlebte in seiner Kindheit genau das, was er jetzt seinen Kindern antat' liebe ich seine Romane. Er schildert wie in den vorigen Büchern ein deutliches Bild der Gesellschaft ohne in Schwarz-Weiß-Malerei zu verfallen. Das Ganze noch dazu in einer schönen und durchaus anspruchsvollen Sprache - einfach genial.
Till Hagen liest auch dieses Buch akzentuiert und spannend, aber ich werde beim nächsten Mal dennoch lieber zu einem Buch greifen. Das Zurückblättern ist doch einfacher :-)

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD

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