Die kalte Legende - Littell, Robert

Robert Littell 

Die kalte Legende

Thriller. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimipreis, Kategorie International 2007

Übersetzung: Timmermann, Klaus, Wasel, Ulrike
Broschiertes Buch
 
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Die kalte Legende

Martin Odum, ehemaliger CIA-Agent mit verschiedenen Legenden, lebt als Privatdetektiv in Brooklyn. Neben seinen wenigen Aufträgen züchtet er auf der Dachterrasse Bienen und ist ansonsten fest entschlossen, sich den Rest seines Lebens zu Tode zu langweilen. Aber ist er wirklich Martin Odum? Oder ist er Dante Pippen, ein IRA-Kämpfer? Oder der zwielichtige Waffenhändler Lincoln Dittmann?
Eines Tages erteilt ihm die junge, attraktive Russin Stella Kastner einen Auftrag, der ihn nach Israel führt. Dort holt ihn eine Vergangenheit ein, von der er nichts weiß. Er steht vor einem unlösbaren Dilemma: Wenn er sich erinnert, ist er tot. Wenn er sich nicht erinnert, ebenfalls...


Produktinformation

  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 447 S.
  • Seitenzahl: 448
  • Fischer Taschenbücher Bd.16936
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 125mm x 25mm
  • Gewicht: 332g
  • ISBN-13: 9783596169368
  • ISBN-10: 3596169364
  • Best.Nr.: 22816243
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Martin Odum ist die "kalte Legende", ehemaliger CIA-Agent mit diversen Identitäten, aktuell jedoch Privatdetektiv in Brooklyn. Als eine junge, schöne Russin ihn beauftragt, nach Israel zu reisen, sieht sich Odum mit einem gefährlichen Problem aus der Vergangenheit konfrontiert. Der große Reiz in diesem Thriller liegt in dem Wechsel der verschiedenen Identitäten, so dass der Leser zwischenzeitlich gar nicht sicher sein kann, dass Martin Odum auch wirklich Martin Odum ist. Robert Littell verlangt vom Leser die volle Aufmerksamkeit, um das Verwirrspiel zu durchschauen. Zeitweise leiden dabei Erzählfluss und Spannungsbogen, aber für Freunde der "Bourne-Verschwörung" ist das Buch ohne Vorbehalte zu empfehlen. (am)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.12.2006

Kalte Krieger
Forsyth und Littell vermessen den Terror in Romanform

Sie könnten nicht unterschiedlicher sein. Beide Herren kennen das Gewerbe, über das sie schreiben, gut, beide sind seit mehr als drei Jahrzehnten im Thrillergeschäft tätig, beide haben vierzehn Bücher vorgelegt. Ein achtundsechzigjährigee Brite und ein siebzigjähriger Amerikaner. Frederick Forsyth, seit dem 1971 erschienenen Roman "Der Schakal" berühmt und reich (Weltauflage siebzig Millionen Bücher), und Robert Littell, weniger berühmt und erfolgreich, aber als Vater war er offenbar ein Vorbild. Denn unlängst widerfuhr dem Familiennamen ein Bekanntheitsschub. Littells Sohn Jonathan machte in Frankreich gleich mit seinem Debütroman "Les Bienveillantes" literarische Sensation. Forsyths neuer, soeben ausgelieferter Roman "Der Afghane" (C. Bertelsmann) und Robert Littells "Die kalte Legende" (Scherz Verlag) handeln beide vom international vernetzten Terrorismus und seinem technologisch hochgerüstetem Gegenspieler, den Geheimdiensten.

Forsyth geht wie immer schnurstracks zur Sache. Englische und amerikanische Geheimdienste erfahren durch ein Mißgeschick eines …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Junkies dieses Genres kommen nach Einschätzung von Rezensentin Katharina Granzin bei diesem typischen Agententhriller wohl auf ihre Kosten. Sie selbst ist allerdings nicht zufrieden. Denn der Roman über einen Ex-CI-Agenten, der vor lauter Legenden nicht mehr weiß, wer er wirklich ist, demonstrierte ihr im wesentlichen nur die "Sinnkrise", die das Genre seit dem Ende des Kalten Krieges durchläuft. Dieses Defizit könne Robert Littells Roman auch nicht damit übertünchen, dass er das Kalte-Krieg-Schema einfach mit dem Al-Qaida-Schema verschmilzt. Dementsprechend klischeehaft gestrickt ist aus ihrer Sicht auch die Handlung, die den Helden samt seiner multiplen Persönlichkeit mit Hilfe "hanebüchen motivierter Ermittlungen" rund um den Globus jagt.

© Perlentaucher Medien GmbH
Robert Littell wurde 1935 in New York geboren. Er arbeitete einige Jahre als Navigator und Funkoffizier bei der U.S.-Navy, bevor er Journalist wurde und als Korrespondent für "Newsweek" in Osteuropa arbeitete. Seit 1970 hat er zahlreiche sehr erfolgreiche Spionageromane verfasst. Für "Die kalte Legende" erhielt er 2007 den Deutschen Krimipreis. Robert Littell lebt heute in Frankreich.

Leseprobe zu "Die kalte Legende"

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Kundenbewertungen zu "Die kalte Legende" von "Robert Littell"

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Bewertung von Polar aus Aachen am 16.03.2008 ***** ausgezeichnet
Legenden werden von Geheimdiensten erfunden, um ihre Agenten vor Überprüfungen zu schützen, wenn ihre falschen Pässe aufgeflogen sind, sie ihre Glaubwürdigkeit unter Beweis stellen müssen. Robert Littell erzählt in seinem Roman das faszinierende Leben Martin Odums. Oder besser Dante Pippen. Heißt er nicht eigentlich Lincoln Dittmann? Er wird auf die Fährte eines verschwundenen Ehemanns gesetzt, dessen Ehefrau sich scheiden lassen will, da die Ehe nicht vollzogen wurde, er leider jedoch spurlos verschwunden ist. Damit beginnt für Odum eine Odyssee, die ihn nach Israel, London in die ehemaligen Länder der Sowjetunion führt. Gleichzeitig entspinnt Littell nach einer grandiosen Eröffnungsszene ein Verwirrspiel, das vor und zurück springt, dass Odum selbst bei einer Psychologin zeigt, die herausfinden soll, ob er noch bei Sinnen ist oder dazu neigt, die geheimen Machenschaften der CIA zu enttarnen. Dahinter steckt ein amerikanisches Komplott gegen das neue Russland, dass man als gegeben ansehen muss, auch wenn es hart an der Grenze des Vorstellbaren liegt. Dass einen das neben manch anderen Unwägbarkeit, wie den vielen ausweglosen Situationen, aus denen Littell Odum zu befreien vermag, in diesem meisterhaft komponierten Thriller nicht stört, ist ein Verdienst Littells, der uns nicht nur in die Praktiken der Legendenbildung einweiht, uns vielmehr eine multiple Persönlichkeit vorführt, die unliebsame Erinnerungen so verdrängt hat, dass er nicht mehr weiß, wer er wirklich ist. Mit Augenzwinkern streut Littell dabei einige Menschen aus dem normalen Leben ein, die genauso gut verrückt sind, da sie behaupten Schachgrößen oder Ehefrauen von liquidierten ehemaligen Politikern zu sein, und ihr Leben auf den nächsten Seiten bereits in Zweifel gezogen wird. Ein wunderbares Changieren, bei dem keine Langeweile aufkommt.

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