Widerstand im Dritten Reich - Nürnberger, Christian

Christian Nürnberger 

Widerstand im Dritten Reich

Nachw. v. Petra Gerster. Preisträger Deutscher Jugendliteraturpreis 2010, Kategorie Sachbuch

Illustrator: Bußhoff, Katharina
Gebundenes Buch
 
2 Kundenbewertungen
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Widerstand im Dritten Reich

Christian Nürnberger erzählt von zwölf Frauen und Männern, die den Mut zum Widerstand hatten: Mut, Hitlers Pläne zu durchkreuzen, Mut, Hitlers Befehle zu verweigern, Mut, Menschenleben zu retten: Dietrich Bonhoeffer, Willy Brandt, Georg Elser, Mildred Harnack, Robert Havemann, Fritz Kolbe, Janusz Korczak, Helmuth James Graf von Moltke, Martin Niemöller, Sophie Scholl, Irena Sendler, Claus Schenk Graf von Stauffenberg.
Beeindruckende Lebensbeschreibungen für Jugendliche ab 13 Jahren. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2010


Produktinformation

  • Mutige Menschen
  • Verlag: Thienemann Verlag
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 298 S. m. Illustr. v. Katharina Bußhoff.
  • Seitenzahl: 304
  • Gabriel Verlag im Thienemann Verlag GmbH
  • Best.Nr. des Verlages: 30166
  • Altersempfehlung: ab 13 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 245mm x 182mm x 30mm
  • Gewicht: 726g
  • ISBN-13: 9783522301664
  • ISBN-10: 3522301668
  • Best.Nr.: 26374887

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Angetan zeigt sich Rezensentin Roswitha Budeus-Budde von Christian Nürnbergers Sachbuch "Mutige Menschen. Widerstand im Dritten Reich" für Jugendliche ab dreizehn Jahren, das mit dem Deutschen Jugendliteraturpreises 2010 ausgezeichnet wurde. Die Sammlung von zwölf Porträts von Menschen, die Widerstand gegen Hitler leisteten, kommt ihres Erachtens ohne falsche Heldenverehrung aus. In den kurzen Biografien verbindet Nürnberger für sie gekonnt zeitgeschichtliche Hintergründe, die Familiengeschichte und die Persönlichkeit der einzelnen Widerstandskämpfer. Dabei bescheinigt sie dem Autor, höchst kenntnisreich, empathisch und mit Leidenschaft zu schreiben. Zudem schätzt sie den Verzicht auf "literarische Distanz", die in ihren Augen das Thema "neutralisieren" würde.

© Perlentaucher Medien GmbH
Christian Nürnberger, geboren 1951, studierte Theologie, war Reporter der "Frankfurter Rundschau", Redakteur bei "Capital", Textchef bei "Hightech" und arbeitet seit 1990 als freier Autor. Er lebt mit seiner Frau Petra Gerster und zwei Kindern in Mainz.

Leseprobe zu "Widerstand im Dritten Reich" von Christian Nürnberger

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Leseprobe zu "Widerstand im Dritten Reich" von Christian Nürnberger

Das Welt-Schicksalsjahr 1933  (S. 12-13)

Am 30. Januar 1933 legte sich ein dunkler Schatten über die Welt. Es wurde kalt in Europa und das Zentrum, von dem die Kälte ausging, gehörte zu Deutschland und hieß Berlin. Dort wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. In jenen Tagen lebte in Dresden ein Literaturwissenschaftler, Professor für Romanistik an der Technischen Hochschule, der damit begann, seine alltäglichen Erlebnisse und Gedanken aus dieser Zeit in ein Tagebuch zu schreiben – Victor Klemperer.

Den zum Protestantismus konvertierten Juden plagen zunächst ganz normale Alltagssorgen, wie sie viele andere auch hatten: Geldnöte, Schulden, berufliche Probleme, Kälte und Frost im schlecht geheizten Haus, ein Prozess gegen einen Betrüger. Aber je länger Hitlers Herrschaft dauert, desto stärker treten die politischen Probleme in den Vordergrund, werden Klemperers private Alltagssorgen zunehmend von der Judenfeindlichkeit der Regierung dominiert, die sich auch gegen konvertierte Juden richtet. Kurz nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler schreibt Klemperer: »Es ist eine Schmach, die jeden Tag schlimmer wird.

Und alles ist still und duckt sich, am tiefsten die Judenheit und ihre demokratische Presse.« Wenige Wochen später, im März, heißt es: »Vollkommene Revolution und Parteidiktatur. Und alle Gegenkräfte wie vom Erdboden verschwunden.« Bang fragt er: »Wie lange werde ich noch im Amt sein?« Wenig später fügt er hinzu: »Noch zittert man nicht um sein Leben – aber um Brot und Freiheit.« Und immer wieder das Gefühl: »Niemand atmet mehr frei, kein freies Wort, weder gedruckt noch gesprochen. (...)

Und niemand rührt sich, alles zittert, verkriecht sich.« Er hat recht. Wenn auch nicht ganz. Rund 200 Kilometer nördlich von Klemperers Wohnung spricht schon zwei Tage nach Hitlers Ernennung zum Kanzler ein junger Theologe Klartext. Dietrich Bonhoeffer markiert in Berlin in einem Rundfunkbeitrag die Grenzen, die dem Amt des »Führers« gesetzt sind. Zweieinhalb Monate später, Hitler hatte sich soeben mithilfe des »Arierparagrafen« die Möglichkeit verschafft, jüdische Beamte aus dem Staatsdienst zu entlassen, schreibt Bonhoeffer in einem Aufsatz, wo jetzt der Platz der Kirche zu sein habe: an der Seite der Juden.

Und diesem Standpunkt bleibt Bonhoeffer treu, mit allen Konsequenzen, bis zu seiner Ermordung kurz vor Kriegsende. Dort, in Berlin, kreuzt sich Bonhoeffers Weg mit dem eines anderen Theologen mit einer ganz anderen Herkunft, mit Martin Niemöller. Er gehört zu jenen, die als Nationalsozialisten begonnen, den Führerstaat begrüßt, Juden zur Zurückhaltung ermahnt haben – und dann doch Widerstandskämpfer geworden sind.

Kundenbewertungen zu "Widerstand im Dritten Reich" von "Christian Nürnberger"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von anette1809 - katzemitbuch.blogspot.com aus Sulzheim am 27.11.2009 ***** ausgezeichnet
Mit "Widerstand im Dritten Reich" liegt nach "Für Frieden, Freiheit und Menschenrechte" der zweite Band mit Kurzbiographien von mutigen Menschen vor.
Dieser Band erzählt nur von mutigen Menschen, die in einer relativ kurzen Zeitspanne gewirkt haben - die 12 Jahre des Dritten Reichs, von 1933 bis zum Kriegsende 1945, aber welche Zeit davor oder danach hatte noch einmal solche Auswirkungen auf Deutschland gehabt?
Der zweite Band der mutigen Menschen hat mir persönlich noch besser gefallen als der erste. Der Bezug zu diesem Zeitraum in der Geschichte ist eben doch sehr groß und damit ist bei vielen auch ein größeres Interesse an diesem Teil der deutschen Geschichte vorhanden. Viele von uns hatten vielleicht noch einen Großvater, der als Soldat mit im zweiten Weltkrieg war, oder vielleicht erlebten unsere Eltern oder einige Leser selbst diesen Krieg zumindest aus der Sicht eines Kindes am eigenen Leib mit.
Ich fände es sehr wichtig, wenn dieses Buch auch Einzug in den Schulen finden würde. Auch für mich war manches noch neu in den 12 Kurzbiographien. Man kennt manche Taten - und weiß den Namen der ausführenden Person nicht... In anderen Fällen waren mir durchaus die Personen bekannt, aber ich wusste nicht, worin ihr Widerstand im Dritten Reich bestanden hat.
Ich glaube nicht, dass man das Buch im Alter vor 14 Jahren lesen sollte, vieles was im Dritten Reich passiert ist und in diesem Buch geschildert wird, ist für jüngere Leser womöglich zu grausam. Auch bei älteren Jugendlichen empfiehlt sich eine erwachsene Lesebegleitung oder die Diskussion in einer größeren Runde.
Besonders berührt hat mich eine Aussage des Autors: Wenn viele nach dem Krieg sagten, wir konnten nichts tun, wir haben von nichts gewusst, sollte man sich EINES bewusst machen: Hätten die Menschen damals wissen WOLLEN, hätten sie durch fragen vieles erfahren! Und bevor wir unsere Vorfahren verurteilen: Zu welcher Gruppe hätten wir damals gehört? Hätten wir unser Leben riskiert, um ein anders zu retten? Oder hätten wir den Kopf in den Sand gesteckt, um ja nichts davon mitzukriegen was um uns herum passiert?
Dieses Buch regt zum Nachdenken und zur Diskussion an. Nichts was man am Stück weg lesen sollte. Ich habe nach jeder Geschichte innegehalten und erstmal über das Gelesene nachdenken müssen!

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Bewertung von Netha_Nethas Schmökerkiste aus Hamburg am 24.11.2009 ***** ausgezeichnet
Mit diesem Buch habe ich jetzt auch das zweite aus Christian Nürnbergers Reihe über Menschen, die Mut bewiesen haben, gelesen.
Das Thema diesmal war das Dritte Reich. Der Autor stellte zwölf Menschen vor, die aktiv gegen die Machenschaften von Adolf Hitler und seinen Schergen angegangen sind. Einige
dieser zwölf haben ihre Zivilcourage mit dem Leben bezahlen müssen.
Jeder mutige Mensch, den Christian Nürnberger vorstellt, hat seinen eigenen Abschnitt, in dem zu Beginn immer eine kurze Biographie erstellt wurde. Dann erst geht der Autor darauf ein, mit welchen Mitteln und Wegen sich diese Person gegen Hitlers Treiben gewehrt hat.

Das Vorwort des Autors war in meinen Augen einfach großartig. Christian Nürnberger schildert die Machtergreifung Hitlers und die Dinge, die er gleich nach seiner Ernennung zum Reichskanzler eingeführt hat. Auch nimmt er kein Blatt vor den Mund, wie viele Menschen Hitler hat umbringen lassen, nur weil diese dem jüdischen Glauben angehörten.

Zitat: „ So etwas wie das absolut Böse war in jenen zwölf Jahren zur Herrschaft gekommen“
Dieser Satz sprach mir aus dem Herzen, eine bessere Umschreibung gibt es wirklich nicht.

Gerade für junge Menschen in unserer Zeit ist es wichtig, dass dieses Thema nie in Vergessenheit gerät.
Wo immer mehr Kulturen aufeinandertreffen, finde ich es wichtig, den Heranwachsenden mitzuteilen, wie gefährlich es werden kann, zu allem Ja und Amen zu sagen. Wie unverzichtbar es ist, seine eigene Meinung zu vertreten und Missstände anzuzeigen. Und das nicht nur im politischen Sinne.

Die einzelnen Abschnitte sind klar und deutlich ausgearbeitet und so geschrieben, dass auch junge Menschen dieses Thema sehr gut verstehen können, ohne mit einem Fremdwörterbuch hantieren zu müssen. Ein solches Buch hätte ich mir zur Hand gewünscht, als es bei meinem Kind mit den Fragen um das Dritte Reich losging, da die Schule dieses Thema nur kurz angerissen hatte und die Jugendlichen mit ihren Fragen praktisch im Regen stehen ließ.

Fazit: Ein rundum gelungenes Buch, das aufzeigt, dass nicht alle Deutschen hinter Hitler und dessen Wahnsinn standen.

Eine hundertprozentige Empfehlung von mir!

Dieses Werk bekommt von mir fünf von fünf Sternen

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