 | Besprechung von 27.02.2010 |
Kindchenschema
Die Menschen malen sich gern aus, was nach dem Menschen kommt: ein öder Planet, den Maschinen beherrschen, dazwischen manchmal noch ein paar Winzlinge, in denen das Kreatürliche überlebt. Der Held in Shane Ackers Animationsfilm "#9" ist eine Art "Woll-E", ein Android im Pulloverlook und mit Reißverschluss. Er trägt keinen Namen, sondern nur die Nummer 9, kann anfangs nicht sprechen, findet aber dann doch noch weitere Figuren, die sind wir er: animiert auf eine altmodische Weise, Retro-Muppets in einer fast vollständig terminierten Welt. "#9" beruht auf einem Kurzfilm gleichen Namens, Tim Burton hat mitproduziert, und so konnte dieser Solitär des phantastischen Films entstehen, der sich weit in die Reflexion auf das Gattungsschicksal wagt, dabei aber doch auch irgendwie im Kindchenschema steckenbleibt. "#9" zeigt auf jeden Fall, dass in der großen Erzählung von der instrumentellen Vernunft noch viele kleine Erzählungen Platz haben, die da mit Eigensinn dagegenhalten.
breb.
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Seit mehr als 30 Jahren ist die Mittsechzigerin Inge mit Werner verheiratet. Es käme ihr nie in den Sinn, ihren Mann zu betrügen. Bis sie Karl kennen lernt, einen mit 76 Jahren viel älteren Mann. In seiner Gegenwart fühlt sie sich auf einmal wieder wie früher, wie ein junges Mädchen. Sie lässt sich auf die Affäre ein und kündigt ihrem Mann wenig später an, sie werde ihn verlassen. Werner kann Inges Entscheidung nicht fassen. Anstatt um sie zu kämpfen, zieht er sich zurück. Und trifft eine folgenschwere Entscheidung. Wie zuletzt schon in "Halbe Treppe" und "Sommer vorm Balkon" kitzelt Andreas Dresen wie eine deutsche Antwort auf Paul Mazursky auch in dieser Romanze zwischen zwei Senioren wieder mit untrüglichem Gespür die Menschlichkeit, den Humor, die geheimen Wünsche und Träume aus seinen nachvollziehbar gezeichneten Figuren. Dabei verbeißt er sich jegliche Sentimentalität und wagt sich auch ohne Vorbehalte an das Thema Sex im Alter, das im Kino weitgehend ausgespart wird. Damit landete er einen gefeierten Festival- und Kassenerfolg.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Diplom-Kaufmann Andreas Dresen, geboren 1975 in Aachen, schrieb während des Studiums zusammen mit Freunden eine Kriminalkomödie. Seitdem hat er Kurzgeschichten verfasst, die in Literaturzeitschriften, Schreibwettbewerben und Anthologien veröffentlicht wurden.
Videoclip zu "Wolke 9 (2 DVDs)"
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