Vor drei Jahren erschien "Heureka", das letzte Album
seiner Band Tomte. Seitdem widmete sich Thees Uhlmann seinem
Solodebüt, das schlicht seinen Namen trägt. In den elf Songs bewegt
sich Uhlmann mit federleichter Nonchalance zwischen Classic-Rock,
Pop und Rock'n'Roll. In den vergangenen zwölf Jahren
steckte der Sänger, Gitarrist und Songwriter aus Berlin seine ganze
Energie in die Band. Deshalb sagt er jetzt: "Ich wollte eine
Platte machen, die mit dem Tomte-Kosmos nichts zu tun hat, eine
Platte, die sich musikalisch und lyrisch anders aufstellt und eine
Welt außerhalb von Tomte hat." Diese Absicht hat Thees Uhlmann
auf seinem Solodebüt überzeugend umgesetzt. Schon im ersten Track,
der eindringlichen Hymne "Zum Laichen und Sterben ziehen die
Lachse den Fluss hinauf", emanzipiert er sich vom hinlänglich
bekannten Tomte-Sound, ohne Fans der Band vor den Kopf zu stoßen.
In den vergangenen Monaten setzte er sich offensichtlich gründlich
mit dem Werk von Bruce Springsteen auseinander, denn Querverweise
auf den US-Songwriter tauchen immer wieder auf, zum Beispiel in den
Stücken "Die Nacht war kurz (ich steh früh auf)" oder
"Römer am Ende Roms". Doch das ist nicht die einzige
Überraschung auf diesem Album: Es verdient großen Respekt, wie
Thees Uhlmann im Song "Das Mädchen von Kasse 2" die
Begegnung mit einer Schlecker-Verkäuferin thematisiert oder wie er
mit "& Jay-Z singt uns ein Lied" eine formvollendete,
leicht melancholische Pop-Hymne aus dem Hut zaubert. Unterstützt
von Produzent Tobias Kuhn, hat Uhlmann auf seinem ersten Soloalbum
der Versuchung widerstanden, sich auf bekannte Muster zu verlassen.
Und darin liegt das Erfolgsgeheimnis dieser Platte. Norbert
Schiegl
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