Peter Fox alias Pierre Baigorry alias Enuff trat bislang vor allem
als prägendes Gründungsmitglied der Berliner Dancehall-Caballeros
Seeed in Erscheinung. Auf seinem ersten Soloalbum,
"Stadtaffe" (Warner), begeistert er mit zwölf
rhythmischen und vielseitigen Songs. "Eigentlich wollte ich
ursprünglich gar kein Soloalbum aufnehmen", erklärt Peter Fox,
"sondern als verantwortlicher Produzent eine Platte mit
Schlagzeug und Orchester einspielen." Der Mangel an geeigneten
Gesangspartnern - Cee-Lo Green musste wegen des Erfolgs von Gnarls
Barkley leider absagen - ließ ihn schließlich selbst zum Mikrofon
greifen. Da mit der aufwendigen Produktion auch viel Zeit verstrich
und der Abstand zum letzten Seeed-Album schon groß genug war,
entschloss sich Fox dazu, wieder selbst Texte zu schreiben. Der
Musiker aus Berlin hatte zu diesem Zeitpunkt schon zuviel Zeit,
Geld und Herzblut in das Projekt investiert, um es nun einfach
fallen zu lassen. "Letztlich war es dann zu einem gewissen
Teil auch eine wirtschaftliche Entscheidung, die Platte doch noch
fertigzustellen. Ich hatte die Produktion bis zu diesem Zeitpunkt
komplett aus eigener Tasche bezahlt." Unterstützt wurde er von
zahlreichen Musikern, unter anderem vom Filmorchester Babelsberg
und von DJ Illvibe und Monk vom Berliner Produktionsteam The
Krauts, mit denen er gemeinsam an den deutschen Texten feilte.
"Mir macht es einfach mehr Spaß, wenn ich mit jemandem
zusammenarbeiten kann. Bei den meisten Songs gab ich die
Soundvision im Groben vor, und wir stellten dann zu dritt die
Stücke fertig." Das Grundkonzept der Platte bestand von Anfang
an darin, mannigfaltige Rhythmen mit Orchestersounds zu verbinden.
"Es gibt nur zwei Tracks auf dem Album, in denen kein
Orchester zu hören ist", so Peter Fox. Trotz der
vielschichtigen Sounds, mit denen Songs wie das bereits als Single
veröffentlichte Stücke "Alles neu" oder die Ballade
"Haus am See" ausgestattet sind, klingen die Aufnahmen
nie überfrachtet. Peter Fox eignete sich im Zuge seiner Arbeit bei
Seeed in den vergangenen Jahren viel Detailwissen an, und davon
profitieren nun die zwölf eigenen Nummern. "Insgesamt habe ich
mit kleineren und größeren Unterbrechungen zwei Jahre an der Platte
gearbeitet", resümiert er. Und die Sorgfalt, die in die
Produktion geflossen ist, zahlt sich vom ersten bis zum letzten
Song hörbar aus. Peter Fox wollte eben nicht einfach nur ein
normales Soloalbum veröffentlichen - er wollte sich als Künstler
weiterentwickeln. Genau das ist ihm mit "Stadtaffe"
gelungen. Ideen für seine Texte stammen aus seinem Umfeld:
"Gerade im Herbst und Winter zeigt sich Berlin nicht unbedingt
immer von der schönsten Seite." Deswegen beschäftige sich der
Musiker sehr oft mit dem Bild des neurotischen Großstadtaffen.
"Um Berlin im Speziellen drehen sich eigentlich nur zwei Songs
- ,Schwarz zu Blau' oder ,Stadtaffe'. Insgesamt stehen viel
mehr die Neurosen, Wünsche und Träume im Vordergrund, die man als
klassischer Stadtmensch so mit sich herumträgt." Doch trotz
der tiefschürfenden Texte, die sich durch "Stadtaffe"
ziehen, achtet Peter Fox stets sehr genau darauf, dass er die
Balance zwischen nachdenklichen Balladen und eher am Dancefloor
orientierten Stücken wie "Der letzte Tag" oder "Lok
auf 2 Beinen" bis zum Ende perfekt durchhält.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Sitemap: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20