ab Klasse 11 "Man mußte das Stück lieben", notiert
Ingeborg Bachmann in ihren Ausführungen über Heinrich von Kleists
Schauspiel "Prinz Friedrichvon Homburg" und verweist auf
die große Helligkeit und Klarheit der Sprache des Stückes und dass
ihr der Prinz als der erste moderne Protagonist erschien. Die
Modernität des Schauspiels kommt besonders in der zentralen Frage
nach dem Machtanspruch von Staat und Individuum zur Geltung, als
der Prinz einen militärischen Befehl missachtet und dafür, obwohl
er die Schlacht von Fehrbellin für Brandenburg entscheidet, zum
Tode verurteilt wird. Der aus der Verurteilung resultierende
Konflikt bestimmt das weitere Verhalten der Figuren, ihre
Einstellung zur Liebe, zum Staat und Krieg. Die Interpretation der
Darstellung der Kontroverse um Befehlserfüllung und Eigeninitiative
fiel bei den Rezipienten äußerst unterschiedlich aus. So nahm der
preußische Hof, dem Kleist sein Stück 1810 widmete, das Schauspiel
nicht an, während in gekürzter und entstellter Form es bei den
Nationalsozialisten Karriere machte. Die abgedruckten Materialien
bieten die Möglichkeit zu erarbeiten, wie unterschiedlich eines der
sprachmächtigsten Stücke deutscher Sprache gelesen, gedeutet und
missbraucht werden konnte. Darüber hinaus ermöglichen sie über die
Auseinandersetzung mit der stets aktuellen Frage nach der eigenen
Haltung dem Staat und Krieg gegenüber und der Darbietung der
wesentlichen biografischen, historischen und
literaturwissenschaftlichen Inhalte eine intensive und ertragreiche
Auseinandersetzung mit dem Stück im modernen Literaturunterricht.
ab Klasse 11
"Man mußte das Stück lieben", notiert Ingeborg Bachmann
in ihren Ausführungen über Heinrich von Kleists Schauspiel
"Prinz Friedrichvon Homburg" und verweist auf die große
Helligkeit und Klarheit der Sprache des Stückes und dass ihr der
Prinz als der erste moderne Protagonist erschien. Die Modernität
des Schauspiels kommt besonders in der zentralen Frage nach dem
Machtanspruch von Staat und Individuum zur Geltung, als der Prinz
einen militärischen Befehl missachtet und dafür, obwohl er die
Schlacht von Fehrbellin für Brandenburg entscheidet, zum Tode
verurteilt wird. Der aus der Verurteilung resultierende Konflikt
bestimmt das weitere Verhalten der Figuren, ihre Einstellung zur
Liebe, zum Staat und Krieg.
Die Interpretation der Darstellung der Kontroverse um
Befehlserfüllung und Eigeninitiative fiel bei den Rezipienten
äußerst unterschiedlich aus. So nahm der preußische Hof, dem Kleist
sein Stück 1810 widmete, das Schauspiel nicht an, während in
gekürzter und entstellter Form es bei den Nationalsozialisten
Karriere machte. Die abgedruckten Materialien bieten die
Möglichkeit zu erarbeiten, wie unterschiedlich eines der
sprachmächtigsten Stücke deutscher Sprache gelesen, gedeutet und
missbraucht werden konnte. Darüber hinaus ermöglichen sie über die
Auseinandersetzung mit der stets aktuellen Frage nach der eigenen
Haltung dem Staat und Krieg gegenüber und der Darbietung der
wesentlichen biografischen, historischen und
literaturwissenschaftlichen Inhalte eine intensive und ertragreiche
Auseinandersetzung mit dem Stück im modernen
Literaturunterricht.
für den Unterricht:
- Arbeitsheft
- Informationen für Lehrerinnen und Lehrer
Heinrich von Kleist, dessen Werk bereits auf die Moderne vorausweist, wurde am 18. Oktober 1777 in Frankfurt/Oder geboren. Die Beschäftigung mit Kants Philosophie löste 1801 eine Krise aus, die zur Infragestellung der Lebenspläne Kleists führte. Es folgten Reisen durch Deutschland, Frankreich und die Schweiz. 1807 wurde Kleist von französischen Behörden unter Spionageverdacht verhaftet. 1809 publizierte er patriotische Lieder und Aufsätze gegen die französische Besatzung. Von 1810 bis 1811 war er Herausgeber der Berliner Abendblätter , zunehmende Schwierigkeiten mit der Zensur führten zu deren Verbot. Gemeinsam mit der krebskranken Henriette Vogel beging Kleist am 21. November 1811 am Ufer des Wannsees in Berlin Selbstmord. Von den Dichtern der Goethezeit ist Heinrich von Kleist einer der lebendigsten und zerrissensten. Sowohl sein Leben als auch sein Werk standen im Zeichen einer aus den Fugen geratenen Zeit, und die extremen Gefühlslagen und radikalen Zweifel, die sich in den Werken dieses zu Lebzeiten erfolglosen Dichters Bahn brachen, sind auch heute noch höchst aktuell.
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