Katharina Löwel alias Kitty Kat gilt als eine der heißesten
Newcomerinnen der deutschen HipHop-Szene. Mit ihrem Debütalbum,
"Miyo!" (Urband/UDR/Universal), macht sie deutlich, warum
das so ist. Die 27-jährige Rapperin fährt ihre Krallen aus und
lässt die meisten männlichen Kollegen äußerst blass aussehen.
Geboren wurde Kitty Kat zwar in Berlin, aufgewachsen ist sie jedoch
im beschaulichen Augsburg. Ihr war allerdings schon in jungen
Jahren klar, dass sie ihre künstlerischen Vision in Schwaben nicht
verwirklichen konnte. "Ich habe meine Lehre beendet und bin
dann sofort nach Berlin gezogen." Dort traf sie auf den
Produzenten Paul NZA und produzierte erste eigene Tracks. Erstmals
groß in Erscheinung trat sie Ende 2006 auf Sidos Album
"Ich", wo sie auf einigen Tracks zu hören war. "Für
mich ist es kein Nachteil, dass ich mir mit meinem ersten Album
viel Zeit gelassen habe", erklärt sie. "Erst haben die
Jungs HipHop von ihrer Warte aus definiert, jetzt bin ich an der
Reihe, um meinen Standpunkt darzulegen." Sie hätte zwar schon
viel früher ein Album herausbringen können, doch sie nutzte die
Zeit lieber, um möglichst viele Songs zu produzieren. "Ich
kann jetzt mit Stolz behaupten, dass sich auf dem Album keine
Lückenfüller befinden." In der Tat besticht "Miyo!"
durch ein modernes, zeitgemäßes Sounddesign und Texte, die ganz
bewusst abseits bekannter Muster Position beziehen. Stücken wie
"Bitchfresse" oder "Heiss" hört man an, dass
sich Kitty Kat viel mit aktuellen Produktionen aus der Grime-,
Dubstep- und Elektroszene befasst hat. "Jeder Track hat für
mich eine bestimmte Bedeutung", betont sie. Das Ende ihres
früheren Labels Aggro Berlin hat die Rapperin nicht weiter
verunsichert: "Ich sehe mich als eigenständige Künstlerin und
schreibe alle meine Texte selbst. Trotzdem stehe ich natürlich zu
meiner Vergangenheit. Ich konnte die letzten drei Jahre bei Aggro
Berlin viel lernen." Kitty Kat zeichnet nicht nur für alle
Reime auf ihrem Debütalbum verantwortlich, sondern war auch
maßgeblich an der Produktion beteiligt. "Mein größtes Vorbild
ist in dieser Hinsicht Missy Elliott, die alles selbst macht. Ich
wollte immer auf dieses Level kommen." Bis dahin hat sie zwar
noch eine Strecke zurückzulegen, aber Kitty Kat ist auf dem besten
Weg, sich langfristig zu etablieren. Ihre Songs haben jedenfalls
genug Biss und Eigenständigkeit, um ihr auch außerhalb der
deutschen HipHop-Szene Gehör zu verschaffen. Norbert Schiegl
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Sitemap: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20