Lektüreschlüssel. Heinrich von Kleist: Prinz Friedrich von Homburg (eBook) - Manfred Eisenbeis

Manfred Eisenbeis 

Lektüreschlüssel. Heinrich von Kleist: Prinz Friedrich von Homburg (eBook)

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Lektüreschlüssel. Heinrich von Kleist: Prinz Friedrich von Homburg (eBook)

"Lektüreschlüssel erschließen einzelne literarische Werke. Um eine Interpretation als Zentrum gruppieren sich 10 wichtige Verständniszugänge:
* Erstinformation zum Werk
* Inhaltsangabe
* Personen (Konstellationen)
* Werk-Aufbau (Strukturskizze)
* Wortkommentar
* Interpretation
* Autor und Zeit
* Rezeption
* ""Checkliste"" zur Verständniskontrolle
* Lektüretipps mit Filmempfehlungen

Pressestimmen
Endlich, endlich, endlich! Kein verzweifeltes Hin- und Herpauken mehr vor der Deutsch-Klausur, keine Ohnmachtsanfälle mehr, weil man die eigene Schrift im Schulheft nicht mehr entzfiffern kann, den Lehrer nicht verstanden hat oder - Spaß muss sein - die Hälfte des Unterrichts in der Schul-Cafeteria abgehangen hat. Reclam macht´s möglich, deutlich entspannter zu lernen: ""Lektüreschlüssel für Schüler"" heißt die neue Reihe des Verlages, in der Klassiker der deutschen Literatur genau so aufgearbeitet werden, wie man´s braucht für eine Prüfung. (...) Der Lektüreschlüssel ist fast zu gut, um ihn den Schülern zu überlassen. Da dürften auch Lehrer zugreifen. Clever!
Generalanzeiger "


Produktinformation

  • Verlag: Reclam
  • 2010
  • 1. Auflage
  • Seitenzahl: 94
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783159504698
  • ISBN-10: 3159504697
  • Best.Nr.: 32679396
Heinrich von Kleist, dessen Werk bereits auf die Moderne vorausweist, wurde am 18. Oktober 1777 in Frankfurt/Oder geboren. Die Beschäftigung mit Kants Philosophie löste 1801 eine Krise aus, die zur Infragestellung der Lebenspläne Kleists führte. Es folgten Reisen durch Deutschland, Frankreich und die Schweiz. 1807 wurde Kleist von französischen Behörden unter Spionageverdacht verhaftet. 1809 publizierte er patriotische Lieder und Aufsätze gegen die französische Besatzung. Von 1810 bis 1811 war er Herausgeber der Berliner Abendblätter , zunehmende Schwierigkeiten mit der Zensur führten zu deren Verbot. Gemeinsam mit der krebskranken Henriette Vogel beging Kleist am 21. November 1811 am Ufer des Wannsees in Berlin Selbstmord.
Von den Dichtern der Goethezeit ist Heinrich von Kleist einer der lebendigsten und zerrissensten. Sowohl sein Leben als auch sein Werk standen im Zeichen einer aus den Fugen geratenen Zeit, und die extremen Gefühlslagen und radikalen Zweifel, die sich in den Werken dieses zu Lebzeiten erfolglosen Dichters Bahn brachen, sind auch heute noch höchst aktuell.

Leseprobe zu "Lektüreschlüssel. Heinrich von Kleist: Prinz..."

4. Werkaufbau (S. 42-43)

Kleist nennt seinen Text im Untertitel »Ein Schauspiel«. Das ist ein entscheidender Hinweis auf seine Struktur und auf seinen Inhalt. Im weiteren Sinn ist »Schauspiel « der Oberbegriff für Trauerspiele (Tragödien) und Lustspiele (Komödien). Im engeren Sinn steht es der Tragödie nahe, weil es eine ernste, konfliktgeladene Handlung hat, der ein tragischer Ausgang drohen kann.

Es kommt aber durch Einsicht des Helden zu einer friedlichen Lösung und zur Vermittlung der Gegensätze, wie dies in Kleists Drama der Fall ist. Zu den Merkmalen der klassischen Tragödie gehören bestimmte formale und inhaltliche Kriterien: die Annahme einer geordneten Welt, die Einheit von Raum, Zeit und Handlung, die höhere gesellschaftliche Stellung der Hauptpersonen (Ständeklausel), die Verwendung einer gehobenen Sprache und – seit Shakespeare – die Einteilung in fünf Akte, wobei jeder dieser Akte eine bestimmte Bedeutung für die Gesamtstruktur des Dramas hat.

Man spricht deshalb auch von der geschlossenen Form des klassischen Dramas, der die offene Form des neueren Schauspiels gegenübersteht. Kleists Drama erfüllt weitgehend diese Kriterien. Im Mittelpunkt der Handlung stehen ein nicht befolgter Befehl, die Strafe dafür und schließlich die Aufhebung der Strafe durch eine Art Begnadigung. Es gibt keine Nebenhandlungen.

Die Ereignisse werden alle in ihren Auswirkungen auf Homburg geschildert. Hauptsächlich für ihn scheint die Schlacht von Fehrbellin geschlagen zu werden, denn von einer massiven Bedrohung Brandenburgs ist wenig zu spüren. Das Geschehen spielt an zwei Tagen und zwei Orten: in den Schlössern und Gärten von Fehrbellin und Berlin sowie im Gefängnis von Fehrbellin. Die Hauptpersonen gehören durchweg der Schicht des höheren Adels an. Die Sprache ist höchst erlesen und vorwiegend in reimlose fünfhebige Jamben gefasst, dem seit Lessing üblichen »Blankvers«. Das herkömmliche fünfstufige, pyramidenförmige Schema des Dramenaufbaus in seiner geschlossenen Form kann auf Kleists Schauspiel angewendet werden.

Der erste Akt (Exposition) enthält die Vorstellung der Personen und die Grundlage des Konflikts, die Befangenheit des Prinzen in seiner Traumwelt im Gegensatz zu seiner militärischen Aufgabe. Im zweiten Akt (steigende Handlung) erfolgt die Verwicklung. Folge von Homburgs Befangenheit ist sein Eingreifen in die Schlacht ohne Befehl, seine Insubordination. Sie ist das wichtigste erregende Moment der steigenden Handlung. Andere spannungssteigernde Ereignisse sind die Falschmeldung vom Tod des Kurfürsten und ihre Berichtigung, die Verlobung Homburgs mit Natalie und seine Verhaftung.

Inhaltsangabe

1. Erstinformation zum Werk ... 5
2. Inhalt ... 7
3. Personen ... 23
4. Werkaufbau ... 42
5. Wort- und Sacherläuterungen ... 47
6. Interpretation ... 54
7. Autor und Zeit ... 70
8. Rezeption ... 80
9. Checkliste ... 89
10. Lektüretipps/Filmempfehlungen ... 91
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