Lektüreschlüssel. Gerhart Hauptmann: Die Ratten (eBook) - Wilhelm Große

Wilhelm Große 

Lektüreschlüssel. Gerhart Hauptmann: Die Ratten (eBook)

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Lektüreschlüssel. Gerhart Hauptmann: Die Ratten (eBook)

"Lektüreschlüssel erschließen einzelne literarische Werke. Um eine Interpretation als Zentrum gruppieren sich 10 wichtige Verständniszugänge:
* Erstinformation zum Werk
* Inhaltsangabe
* Personen (Konstellationen)
* Werk-Aufbau (Strukturskizze)
* Wortkommentar
* Interpretation
* Autor und Zeit
* Rezeption
* ""Checkliste"" zur Verständniskontrolle
* Lektüretipps mit Filmempfehlungen

Pressestimmen
Endlich, endlich, endlich! Kein verzweifeltes Hin- und Herpauken mehr vor der Deutsch-Klausur, keine Ohnmachtsanfälle mehr, weil man die eigene Schrift im Schulheft nicht mehr entzfiffern kann, den Lehrer nicht verstanden hat oder - Spaß muss sein - die Hälfte des Unterrichts in der Schul-Cafeteria abgehangen hat. Reclam macht´s möglich, deutlich entspannter zu lernen: ""Lektüreschlüssel für Schüler"" heißt die neue Reihe des Verlages, in der Klassiker der deutschen Literatur genau so aufgearbeitet werden, wie man´s braucht für eine Prüfung. (...) Der Lektüreschlüssel ist fast zu gut, um ihn den Schülern zu überlassen. Da dürften auch Lehrer zugreifen. Clever!
Generalanzeiger "


Produktinformation

  • Verlag: Reclam
  • 2010
  • 1. Auflage
  • Seitenzahl: 84
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783159504681
  • ISBN-10: 3159504689
  • Best.Nr.: 32678925
Gerhart Hauptmann wurde am 15. November 1862 als Sohn eines Hotelbesitzers in Schlesien geboren. 1877 erlebte Hauptmann mit 15 Jahren den wirtschaftlichen Zusammenbruch des Vaters. 1879 wurde er während seines Aufenthalts als Landwirtschaftshelfer auf dem Gut von Verwandten lungenkrank und war erst 1904 völlig wiederherstellt. Frühzeitg zeigte Hauptmann sein dichterisches Interesse. Er besuchte 1882-82 die Kunst- und Gewerbeschule zu Breslau. Zwischen 1882-88 hörte er Vorlesungen an mehreren deutschen und schweizerischen Universitäten. Nach einer Mittelmeerreise, einem Aufenthalt als freier Bildhauer in Rom und seiner Heirat 1885 wohnte er in Berlin, Zürich und Erkner bei Berlin. Da begann er, seine dichterische Begabung zu Tage zu legen. Seit 1901 lebte Hauptmann mit seiner zweiten Frau, Margarete Marschalk, einer Schauspielerin und Geigerin in Agnetendorf, Kloster auf Hiddensee, in der Südschweiz und an der Riviera. Er gewann zahlreiche Ehrungen, einschließlich des Ehrendoktors

Leseprobe zu "Lektüreschlüssel. Gerhart Hauptmann: Die Ratten..."

8. Rezeption (S. 77-78)

Siegfried Jacobsohn schrieb zunächst anlässlich der Uraufführung in der ›Schaubühne‹ eine vernichtende Kritik: »Hauptmanns Berliner Tragikomödie – wo man sie anfaßt, morsch in allen Gliedern! Sie ist nur gedacht, nicht gemacht. Ein beklemmender Anblick, diese zitternde Poetenhand unsicher kritzeln und mühselig stricheln zu sehen, was sie ehemals in klaren, festen, schönen Zügen hinwarf. […] Die Komik dieser Tragödie ist unfreiwillig. Karikaturen und Schatten, Bälge und Puppen torkeln zu abgeschmackten Possenszenen zusammen.«25 Fünf Jahre später revidierte dieser Theaterkritiker sein ursprüngliches Urteil.

Er leitet seine Theaterkritik mit den Worten ein: »Kritik ist Selbstkritik, Weswegen bin ich 1911 vor diesen ›Ratten‹ durchgefallen? […] Tragikomödie. Schön ist häßlich, häßlich schön, wichtig unwichtig und umgekehrt. Alles schwankt, alles ist doppelbödig, alles ist traurig und spaßhaft in Einem Atem. Man nehme den Schluß des dritten Aktes: wie die Piperkarcka mit Löwenstärke um das hektische Kind der Knobben ringt, das sie für ihr eigenes hält […] Davor sitzt man mit einem Lächeln, das langsam erstarrt und sich langsam aus der Erstarrung wieder löst. Tragikomödie. Schillerndes, flimmerndes, flackerndes, purzelndes, jagendes Hin und Her des grausig-erhaben-skurrilen Alltags.

›Erfinden Sie so was mal, guter Spitta‹, sagt der Zuschauer Hassenreuter, der selber erfunden ist. Wer außer Hauptmann könnte so was erfi nden! Den Blick hat Keiner, die Hand hat Keiner, das Herz hat Keiner, den Mut hat Keiner – Keiner, der heute lebt. Da sucht man mit der Laterne nach deutschen Dramatikern.

Die Zukunft des deutschen Dramas liegt in Gerhart Hauptmanns Vergangenheit. «26 Im Völkischen Beobachter, dem Zentralorgan der Nationalsozialisten, lobt Rainer Schlösser zwar die Inszenierung der Ratten durch Otto Falckenberg im Jahre 1932, zugleich wird aber aus seiner Rezension erklärbar, warum das Stück in den Jahren nach der Machtergreifung von der Bühne verschwand: »Gegen die Milieu-Versessenheit kommt das menschlich ergreifende Schicksal der Hauptgestalt, das traurige Los eines Weibes, das unerfüllte Sehnsucht nach Mutterschaft in Mord und Verbrechen verwickelt, nicht auf. […] Und lähmend legt sich über das Ganze der für Hauptmann bezeichnende dumpfe Pessimismus eines abgestandenen Vorkriegsliberalismus, der – von einigen Geschmacklosigkeiten abgesehen, die nicht nur gegen den Hurrapatriotismus, sondern gegen nationales Denken überhaupt zu zielen scheinen – nicht einmal die Kraft des Widerstandes gegen seine Widersacher aufbringt. […]

Was soll das noch in einer Zeit, die Perspektiven von säkularer Bedeutung eröffnete?!«27 Nach dem Zweiten Weltkrieg ist es dann vor allem die Inszenierung von Hans Neuenfels von 1973, die das Hauptmannsche Stück ›neu‹ sehen lässt, indem er es als ein Stück einer in höchstem Maße gestörten Kommunikation inszeniert: »Das Babylon der Sprachen und die daraus entstehende Kommunikationsunfähigkeit ist der Grundgedanke des Stückes.«

Inhaltsangabe

1. Erstinformation zum Werk ... 5
2. Inhalt ... 7
3. Personen ... 22
4. Werkstruktur ... 35
5. Wort- und Sacherläuterungen ... 40
6. Interpretation ... 58
7. Autor und Zeit ... 71
8. Rezeption ... 77
9. Checkliste ... 80
10. Lektüretipps ... 81
Anmerkungen ... 83

Inhaltsangabe

1. Erstinformation zum Werk
2. Inhalt
3. Personen
4. Werkstruktur
5. Wort- und Sacherläuterungen
6. Interpretation
7. Autor und Zeit
8. Rezeption
9. Checkliste
10. Lektüretipps
Anmerkungen
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