Hamburger Lesehefte (201). Der Prozess - Kafka, Franz

Franz Kafka 

Hamburger Lesehefte (201). Der Prozess

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Der Prozess

"Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet" - damit beginnt der im Januar 1915 fertiggestellte Roman (hier in wissenschaftlich einwandfreier Ausgabe), der in typisch kafkaesker Weise den Sinn eines Einzelschicksals mit der Sinnlosigkeit des Daseins zu verknüpfen sucht. Josef K., dessen eigenes Verhalten Rätsel aufgibt, verstrickt sich in die hohle Form einer Gerichtsadministration, deren Rechtsgrundlagen nebulös bleiben. Auch Josef K.s Vorstellungen von Recht und Gesetz erscheinen so abwegig, dass seine schließliche Exekution den erlösenden Schlusspunkt unter das Scheitern eines Individuums setzt, das es nicht geschafft hat, sich vom vorausgesetzten Vorwurf einer generellen Schuld zu befreien. Kafka selbst fühlte sich Zeit seines Lebens von zwanghaften Schuldgefühlen verfolgt, die vor allem seine Beziehungen zu Frauen vergifteten.


Produktinformation

  • Hamburger Lesehefte (201)
  • Verlag: Hamburger Lesehefte
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 248 S.
  • Seitenzahl: 248
  • Hamburger Lesehefte Nr.201
  • Deutsch
  • Abmessung: 202mm x 128mm x 15mm
  • Gewicht: 200g
  • ISBN-13: 9783872912008
  • ISBN-10: 3872912003
  • Best.Nr.: 07694188
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 26.11.2004

Hörbuch
Ohne Pause
Reine Erwartung: Ein Hörstück nach Kafka
„Ein Hörstück nach Franz Kafka” heißt es vorsichtig einschränkend auf dem Cover. Dabei ist der Text der Romanvorlage dem Wortlaut nach kaum verändert, nur radikal gekürzt worden. Der Grund, warum die Verfasserschaft Kafkas eingeschränkt ist, wird jedoch gleich zu Beginn der Aufnahme ohrenfällig. Es ist die Diktion dieser Hörfassung des „Prozesses”, die dem Hörer das Original, so wie er es kennt oder zu kennen meint, ausredet - um ihn so vielleicht wieder näher daran heranzuführen.
Etwas Eigenartiges geht da vor sich. Ohne dass Philipp Hochmair nur einmal seine Stimme verstellt, ohne dass er sie auch nur besonders modulierte, entsteht der Eindruck, man habe es mit einem Theaterstück zu tun, als spräche Kafkas Erzähler leibhaftig zu einem. Obwohl Hochmairs Stimme verhalten bleibt und nie laut wird, meint man, die Anwesenheit eines Körpers geradezu überdeutlich zu spüren.
Dadurch wird die Trennung zwischen Erzähler und Hauptfigur durchlässig. Fast scheinen sie dieselbe Person. Eine rätselhafte Illusion. Obwohl im Text klar voneinander abgegrenzt, verschmelzen ihre …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.09.2008

Du wirst eben ungenau gelesen haben

Kafka, wie er schreibt und webt: Die Oxforder Oktavhefte pflegen einen hehren Textpurismus, wittern mitunter aber Tiefsinn unter den Graphitspuren.

Ich werde doch deinen ,Prozeß' auf eigene Faust zu Ende schneidern!", drohte Max Brod im August 1919 scherzhaft seinem Freund Franz Kafka. Nur seiner Entschlossenheit - das war oft zu hören in der letzten Zeit - ist es zu verdanken, dass Kafkas Nachlass überhaupt veröffentlicht wurde. Am 4. Juni 1924, einen Tag nach dessen Tod, kündigte Brod im "Prager Tagblatt" den Roman "Der Prozess" als sein nunmehr vollendetes, "größtes Werk" an und versprach das baldige Erscheinen. Im März 1925 wurde das Buch vom Berliner Verlag "Die Schmiede" ausgeliefert. Versehen war es mit Brods Nachwort, in dem er begründet, warum er dem Letzten Willen seines Freundes zur restlosen Vernichtung aller seiner Manuskripte nicht folgte. Willy Haas besprach umgehend dieses "letzte Werk" und feierte das vielleicht größte "Erzählgenie des jungen Europa". Dabei verschwieg er nicht den fragmentarischen Charakter, den Brod durch herausgeberisches Geschick und die Beschränkung auf die aus seiner …

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Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als Sohn jüdischer Eltern in Prag geboren. Nach einem Jurastudium, das er 1906 mit der Promotion abschloß, trat Kafka 1908 in die "Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt" ein, deren Beamter er bis zu seiner frühzeitigen Pensionierung im Jahr 1922 blieb. Im Spätsommer 1917 erlitt Franz Kafka einen Blutsturz; es war der Ausbruch der Tuberkulose, an deren Folgen er am 3. Juni 1924, noch nicht 41 Jahre alt, starb.

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