Die romantische Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies und die
Gefährdung des Menschen auf der Suche danach sind Gegenstand dieser
Erzählung. In vielfältiger, oft symbolischer Weise erscheint dieses
Verlangen nach der "schönen alten Zeit": Der junge
Dichter Florio begegnet auf der Reise nach Lucca Fortunato und
Donati, die die erlösende und die dämonische Kraft der Poesie
symbolisieren. Im nächtlichen Garten einer Herberge entdeckt er ein
Marmorbild, das in ihm eine unbestimmte Sehnsucht weckt; auf der
Suche nach der Erfüllung dieser Sehnsucht gerät der junge Poet auf
einen Maskenball, auf dem ihm Fortunato die Göttin Venus in der
Gestalt der Bianka zuführt; die Verwirrung erreicht ihren Höhepunkt
im Palast der Göttin. Aus der dämonischen Bezauberung rettet Florio
nur das in der Ferne gesungene Lied Fortunatos. Florio erkennt
seine wahre Bestimmung.
Joseph Freiherr von Eichendorff, geboren 1788, lernte während seines Jura-Studiums in Halle, Heidelberg, Berlin und Wien die führenden Vertreter der Romantik kennen. Nach dem Examen geht Eichendorff in den Verwaltungsdienst und sucht seiner Langeweile durch Flucht in die Poesie zu entkommen. Mit der Novelle 'Aus dem Leben eines Taugenichts' und durch seine Lyrik wurde Eichendorff einer der bekanntesten deutsche Romantiker.
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