Nach drei Jahren Baby- und Kreativpause meldet sich eine der besten
deutschen Popbands zurück. Auf ihrem vierten Studioalbum spielen
Wir sind Helden virtuos auf der Klaviatur der Stimmungen. Die zwölf
Songs reichen von gepflegter Melancholie bis hin zu
elektrisierender Aufbruchsstimmung. Die kreative Pause hat dem
Quartett um Sängerin und Gitarristin Judith Holofernes
offensichtlich sehr gut getan. Zudem wurde erst mals in der
Helden-Laufbahn ein Album komplett live im Studio eingespielt. Und
das hört man: Die neuen Songs, die Ian Davenport (Athlete, Badly
Drawn Boy) produziert, hat, klingen frisch und unverbraucht - allen
voran der bezaubernde Opener "Alles". Prägte den
Vorgänger "Soundso" eine etwas zu große musikalische
Berechenbarkeit, so lebt das neue Albums von einer neu erwachten
Experimentierfreude und von vielen schönen Ideen. So wurde zum
Beispiel das Instrumentarium um Akkordeon und Banjo erweitert.
Unterm Strich liefern Wir sind Helden eine mitreißende Platte ab,
deren Spektrum von melancholisch eingefärbten Pophymnen wie
"Die Träume anderer Leute" über mit Folkelementen
angereicherte Uptempo-Nummern wie "Was uns beiden gehört"
bis hin zu zartbitteren Stücken wie "Die Ballade von Wolfgang
und Brigitte" reicht. Zur Hochform läuft die Band beim Stück
"23.55: Alles auf Anfang" auf, das mit überschäumender
Lebensfreude aufwartet, sowie beim Titelsong, einer ebenso
einfühlsamen wie tiefschürfenden Nummer, mit der sich besonders
deutlich zeigt, wie erfreulich sich Wir sind Helden in den letzten
drei Jahren weiterentwickelt haben. Norbert Schiegl
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
'Wir sind Helden' sind Judith Holofernes, Pola Roy, Mark Tavassol und Jean-Michel Tourette. Bekannt wurden sie nicht zuletzt aufgrund ihrer Texte und ihrer Weigerung, nach klassischen Erfolgsrezepten der Musikbranche vorzugehen.
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