Rene Descartes (1596-1650) ist Synonym für den Beginn der
philosophischen Neuzeit. Wesentliche Grundlagen unseres modernen
Denkens verdanken wir ihm. Sein methodischer Zweifel stellt alle
Gewissheiten in Frage und soll doch die Gewissheit der eigenen
Existenz gewährleisten.
Zweifellos lassen sich Descartes' Positionen nicht als
aktueller Stand philosophischer Reflexion ausgeben. Andererseits
kommt man an der Auseinandersetzung mit Versatzstücken
descartesscher Argumentation nicht vorbei. Neben dem methodischen
Zweifel und der Erkenntnistheorie sind dies vor allem die
angeborenen Ideen und der Leib-Seele-Dualismus.
In der JUNIUS-Reihe "Zur Einführung" gibt Peter Prechtl
einen pointierten Überblick über das Gesamtwerk von
Descartes.
Langtext:
René Descartes (1596-1650) ist Synonym für den neuzeitlichen
Rationalismus, ja für den Beginn der philosophischen Neuzeit
überhaupt. Sein methodischer Zweifel stellt alle Gewissheiten in
Frage und soll doch die Gewissheit der eigenen Existenz
gewährleisten. Zweifellos lassen sich Descartes' Positionen
nicht als aktueller Stand philosophischer Reflexion ausgeben.
Andererseits kommt man an der Auseinandersetzung mit Versatzstücken
descartesscher Argumentation nicht vorbei. Neben dem methodischen
Zweifel und der Erkenntnistheorie sind dies vor allem die
angeborenen Ideen und der Leib-Seele-Dualismus.
"Prechtl rekonstruiert den Erkenntniszweifel verständlich und
gut nachvollziehbar." Zeitschrift für
Politikwissenschaft
Inhalt:
1. Leben und philosophische Erkenntnis
2. Zwei Wege zur Erkenntnis
3. Streitpunkt: Der Stellenwert der Ideen
4. Bewusstsein - Materie - Dualismus: ein cartesisches
Paradigma
5. Essenzialismus und methodologischer Reduktionismus
Kritik am Cartesianismus
Rezension:
Zur Neufassung:
Was Newton für die modernen Naturwissenschaften, ist Descartes für
die Philosophie. Mit seinem methodischen Zweifel an aller
sinnlichen Erkenntnis beginnt der "philosophische Diskurs der
Moderne", wie Habermas ihn genannt hat. Prechtl konstatiert im
Vorwort, dass die Bedeutung Descartes' in keinem Verhältnis zu
dem Wissen steht, das sich gemeinhin mit seinem Namen verbürgt.
Über das berühmte Zitat "cogito ergo sum" hinaus, das zum
Repertoire sogar derer gehört, die sich sonst kaum für Philosophie
interessieren, sei von dem französischen Rationalisten nicht allzu
viel bekannt. Der Einführungsband könnte dem Abhilfe verschaffen:
In enger Anlehnung an die wohl wichtigste Schrift Descartes',
die "Meditationen", rekonstruiert Prechtl verständlich
nachvollziehbar den modernen Erkenntniszweifel, der in die
Privilegierung rationaler Erkenntnis und in den
Leib-Seele-Dualismus einmündet. Deutlich scheidet der Autor die von
Descartes aufgeworfenen erkenntnistheoretischen Fragestellungen,
die größtenteils bis heute relevant sind, von seinen - inzwischen
überholten - Antworten. Nicht in der Überzeugungskraft seiner
Lösungsvorschläge liege die eigentliche Bedeutung des Franzosen.
Sein Stellenwert als Klassiker der Philosophie zeige sich vielmehr
gerade darin, "dass in den Überlegungen Descartes' ein
Problemstand formuliert wurde, der auf positive oder negative Weise
in weiterführende Argumentationen Eingang gefunden hat".
(Zeitschrift für Politikwissenschaft)
"... kurz und bündig, dabei präzise argumentierend und rekonstruierend ..." (Philosophischer Literaturanzeiger)
Prof. Dr. Peter Prechtl, geboren 1948, habilitierte über Husserl und hatte 1994 - 1996 sowie 2000 und 2001 eine Gastprofessur an der Humboldt-Universität Berlin inne. Zur Zeit lehrt Prechtl Philosophie in Würzburg und arbeitet als freier Journalist in München.
Inhaltsangabe
Aus dem Inhalt: 1. Leben und philosophische Erkenntnis - 2. Zwei Wege zur Erkenntnis - 3. Streitpunkt: Der Stellenwert der Ideen - 4. Bewusstsein, Materie, Dualismus: ein cartesisches Paradigma - 5. Essenzialismus und methodologischer Reduktionismus, Kritik am Cartesianismus
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