Jacques Derrida, Ein Porträt - Bennington, Geoffrey; Derrida, Jacques

Geoffrey Bennington Jacques Derrida 

Jacques Derrida, Ein Porträt

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Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2001
  • Ausstattung/Bilder: 2001. 416 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 416
  • Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft Nr.1550
  • Best.Nr. des Verlages: 29150
  • Deutsch
  • Abmessung: 177mm x 109mm x 20mm
  • Gewicht: 245g
  • ISBN-13: 9783518291504
  • ISBN-10: 3518291505
  • Best.Nr.: 09949507
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.04.1995

Dekonstruktion der Destruktion
Jacques Derridas dunkle Archäologie des eigenen Denkens / Von Friedrich Kittler

In der Kolonie Algerien stand nicht eine Einheit von Wehrmacht oder SS. Trotzdem oder gerade deshalb griff Pétains Gesetz vom 3. Oktober 1940, das Juden aus Schule und Justiz ausschloß, härter durch als im besetzten Mutterland Frankreich. Im Oktober 1942 verwies das Gymnasium von Ben Aknun einen zwölfjährigen Quintaner der Schule. Was allerdings dessen Eltern und der jüdischen Gemeinde überhaupt, schon weil die Lehrer nicht minder betroffen waren, kaum Sorgen machte: Die Anzahl ausgeschlossener Lehrer und Gymnasiasten reichte hin, eine Privatschule aufzumachen. Nur ging der Zwölfjährige, ohne es seinen Eltern zu verraten, gar nicht hin. Er verbrachte die ganze angebliche Schulzeit mit Lesen und Fußball - und das auch noch, nachdem Eisenhowers Landungstruppen Algier am Nachmittag des 8. November 1942 befreit hatten. Denn die Rassengesetze eines Regimes, zu dem die Vereinigten Staaten diplomatische Beziehungen unterhielten und dessen Generäle Algerien noch unter dem Sternenbanner regierten, blieben elf weitere Monate in …

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Jacques Derrida wurde am 15. Juli 1930 in El-Biar in der Nähe von Algier als Sohn jüdischer Eltern geboren und starb am 8.Oktober 2004 in Paris. Während seiner Schulzeit war er antisemitischen Repressionen ausgesetzt. Ab 1949 lebte er in Frankreich und besuchte das Lycée Louis-le-Grand in Paris. Von 1952 bis 1954 studierte er an der École Normale Supérieure, wo er Vorlesungen bei Louis Althusser und Michel Foucault besuchte und sich mit Pierre Bourdieu anfreundete. 1956 gewann er ein Stipendium für einen Studienaufenthalt an der Harvard University. Während seines Militärdienstes von 1957 bis 1959 lehrte er Englisch und Französisch in Algerien. Von 1960 bis 1964 war er wissenschaftlicher Assistent an der Sorbonne. Ab 1965 bis 1984 bekleidete er eine Professur für Geschichte der Philosophie an der École Normale Supérieure. 1981 gründete er die Gesellschaft Jan Hus (eine Hilfsorganisation für verfolgte tschechische Intellektuelle). Im selben Jahr wurde er in Prag verhaftet und erst nach einer energischen Intervention François Mitterrands und der französischen Regierung von der Tschechoslowakei freigelassen. 1983 gründete er das Collège international de philosophie , zu dessen erstem Direktor er gewählt wurde.

Kundenbewertungen zu "Jacques Derrida, Ein Porträt"

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Bewertung von lichtconlon@t-online.de aus Wien am 26.12.2002 ***** ausgezeichnet
Dieses grossartige Buch ist ein Experiment. Es "vereint" zwei unterschiedliche Texte. Im oberen Teil (drittel) des Buches besetzt Bennington die Seite mit seinem analytischen, interpretierenden Text. Der untere Teil (quasi als Fussnote oder Subtext) wird von Derrida´s erstaunlichen autobiographischen Reflexionen (Zirkumfession) eingenommen. Durch dieses "double bind" erhält das Buch seine "Spannung". Im "Sub-Dialog" dieser beiden sehr unterschiedlichen Texte entsteht ein dritter, untergründiger, "jenseitiger", individueller Text der für die Verflechtung der beiden Texte "spricht". Es ist eine Herausforderung diese Texte sozusagen kontrapunktisch zu lesen, um somit ein Gleichgewicht der Aufmerksamkeit zu erreichen. Oder der Leser versucht immer nur jeweils einen Durchgang pro Text zu leisten(?). Das Buch enthält eine sehr gute Bibliographie und ein Curriculum Vitae. Für jeden der tiefer in das Derrida´sche Gedankennetz eindringen möchte ein wichtiges und ein originelles Buch.

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