Die Dekonstruktion der Demokratie durch die Kultur
Konflikte und Gewalt stehen seit jeher im Fokus der internationalen
Politik. Seit den 90er Jahren wird versucht, die Gewaltneigung von
Staaten mit deren politischem Regimetyp zu erklären. Demokratische
Systeme scheinen dabei besonders gut geeignet, nach innen und außen
eine pazifizierende Wirkung zu entfalten. Aber wie funktions- und
leistungsfähig sind demokratische Institutionen in multiethnischen
und -religiösen Staaten außerhalb der Ersten Welt
tatsächlich?
Am Beispiel Sri Lankas wird gezeigt, dass die Annahme einer
"zivilisierenden Demokratisierung" zu kurz greift, da
sich hier lokale Vergemeinschaftungsformen und Ordnungsstrukturen
nicht auflösen, sondern mit demokratischen Institutionen zu
hybriden Systemen amalgieren, in denen Krieg und Gewalt als ein
probates Mittel der Konfliktbearbeitung und -lösung gilt. Die
Liberalisierungs- und Egalisierungsideologie der Demokratie lässt
bisher latente, unterdrückte oder neu konstruierte Konflikte
ausbrechen. Viele dieser Konfliktesind langlebig und lassen sich
friedlich kaum beilegen. Die internationale Einflussnahme bleibt
dabei begrenzt und anstatt Friedensprozesse zu befördern, trägt sie
eher zur weiteren Eskalation bei.
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