Die Bedeutung, die Gilles Deleuze dem Motiv der Öffnung
zugesprochen hat, bemißt sich an dem in Milles Plateaux
formulierten Vorhaben, aus der Erde einen Schweizer Käse zu machen.
Dabei galten ihm Öffnungen als Teil jeder Kreation, die er dadurch
gekennzeichnet sah, dem Leben neue Möglichkeiten zu eröffnen. Auch
sind sie insofern Bedingung wie Resultat jeder Lektüre, die nicht
einfache Kopie einer Doxa ist, als das Werden im Spiel von De- und
Reterritorialisierungen eine doppelte und fortlaufende (Er)Öffnung
mit sich bringt. Jean-Luc Nancy und René Schérer widmen sich dem
Motiv der Ouverture in Form der Auflösung des Identischen, eines
Gedankens, der von ihrer und auch Deleuzes philosophischer
Zeitgenossenschaft im desaströsen 20. Jahrhundert herrührt. Während
Schérer die Öffnung und Auflösung der Person als Leitmotiv Deleuzes
analysiert, richtet sich Nancys Augenmerk auf die Differenz, die
unauflösbare Differenz zwischen ihm selbst, Jacques Derrida und
Deleuze, vor allem aber auf die Differenz im Selben und das Selbe
der Differenz.
Jean-Luc Nancy, geb. 1940, ist Professor für Philosophie an der Université Marc Bloch in Straßburg. Er war als Gastprofessor auch in Berlin, Irvine, San Diego und Berkeley tätig.
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