Körperlose Organe - Zizek, Slavoj

Slavoj Zizek 

Körperlose Organe

Bausteine einer Begegnung zwischen Deleuze und Lacan

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Körperlose Organe

Als das eigensinnige Kind aus dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm nach seinem Tod "ins Grab versenkt war, und Erde über es hingedeckt, so kam auf einmal sein Ärmchen wieder hervor, und reichte in die Höhe, und wenn sie es hineinlegten und frische Erde darüber taten, so half das nicht, es kam immer wieder heraus".Diese Figur der unbeugsamen Faust als ein "körperloses Organ" im Deleuzeschen Sinne und zugleich als Freudsches "Partialobjekt" bildet den Ausgangspunkt dieser Studie, in der zwei Denker miteinander konfrontiert werden, die gewöhnlich als unvereinbar gelten: Deleuze und Lacan. Anhand des brisanten Resultats dieses Zusammenschlusses gelingen Zizek originelle Analysen, die sich auf die Filmtheorie und die Kognitionswissenschaften genauso erstrecken wie auf die Strukturen zeitgenössischer Herrschaft und die Frage nach den Grenzen der Demokratie.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 297 S.
  • Seitenzahl: 297
  • Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft Nr.1698
  • Best.Nr. des Verlages: 29298
  • Deutsch
  • Abmessung: 177mm x 108mm x 16mm
  • Gewicht: 185g
  • ISBN-13: 9783518292983
  • ISBN-10: 3518292986
  • Best.Nr.: 12519052
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 30.08.2005

Es gibt Frauen, weil der Mann nicht völlig er selber ist
Ein Sturzbach: Slavoj Zizek treibt hegelianischen Analverkehr mit Gilles Deleuze
Auch dieses Zizek-Buch ist wieder ein Sturzbach, nein, ein Feuerwerk aus Thesen, Geschichten, Namen, Überlegungen in Frage-Antwort-Form. Thematisch springt es oft unvermittelt von einem Gebiet zum andern, so dass der Leser den Eindruck einer chaotischen Fülle gewinnen könnte. Tatsächlich erhält das Buch sein Profil nicht durch einen bestimmten Gegenstandsbereich, sondern durch eine Vorgehensweise, welche sich nur mithilfe theoriehistorischer Angaben bezeichnen lässt: Es handelt sich um ein „lacanianisches Buch über Deleuze”.
Mit „lacanianisch” ist eine Theorieposition gemeint, die - bei Zizek - ebenso gut „hegelianisch” heißt. „Lacanianisch” oder „hegelianisch” sind zwei Bezeichnungen für die Theorieposition Zizeks selber. Aus Gründen akademischer Anpassung oder Bescheidenheit oder vielmehr, weil er mit Hegel und Lacan in früheren Büchern das getrieben hat, was er angeblich ohne Augenzwinkern „philosophischen Analverkehr” nennt, setzt er deren Namen nun ein, um selber „hegelianischen” …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Ein "Feuerwerk aus Thesen, Geschichten, Namen, Überlegungen in Frage-Antwort-Form" erblickt Rezensent Walter Seitter in Slavoj Zizeks neuem Buch. Thematisch springe es oft unvermittelt von einem Gebiet zum andern, berichtet Seitter, "so dass der Leser den Eindruck einer chaotischen Fülle gewinnen könnte." Sein Profil erhalte das Buch nicht durch einen bestimmten Gegenstandsbereich, sondern durch seine Vorgehensweise: Zizek wolle dem Philosophen Gilles Deleuze aus dessen eigenen Texten eine tiefe Übereinstimmung mit Hegel und Lacan nachweisen. Alles in allem würdigt es Seitter als Zizeks "Verdienst", Lacan mit Deleuze auf eine Ebene gestellt zu haben. Je mehr Seitter dann auf Zizeks Text eingeht, desto unzugänglicher, um nicht zu sagen unverständlicher wird auch seine Besprechung: Relativ klar erscheinen da noch Sätze wie dieser: "Die Denkmodelle, die Zizek gegeneinander abwägt, sind die der Polarität beziehungsweise Transzendenz, alternativ dazu die in sich ruhende Immanenz, wie sie etwa von Deleuze bevorzugt worden ist, und schließlich die von Zizek privilegierte Figur des in sich gebrochenen und dezentrierten Endlichen, in dessen Brechung eine Gleichgewichtsstörung und Spannungsgeladenheit liegt." Noch Fragen?

© Perlentaucher Medien GmbH
Slavoj Zizek, geb. 1949 in Ljubljana, Psychoanalytiker und Professor für Philosophie, rief schon früh eine Gruppe von Theoretikern ins Leben, die ihr Denken an den Thesen von Jacques Lacan schärfte. Die slowenische Lacan-Schule war ein geistiges Widerstandsnest im orthodoxen Ex-Jugoslawien, und Slavoj Zizek ging als global operierender Philosophie-Entertainer daraus hervor. Zahlreiche Publikationen (u.a. Die Grimassen des Realen, Die Metastasen des Genießens, Das Unbehagen im Subjekt, Plädoyer für die Intoleranz) machten ihn international bekannt.

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