Vier international renommierte Herausgeber verwirklichen zusammen
mit einem neuen Team ausgewiesener Historiker ein Konzept, das den
tiefgreifenden Veränderungen der Geschichtswissenschaft gerecht
wird. Die vier Großepochen - Spätantike bis zum Mittelalter; Frühe
Neuzeit bis zum Ende des Alten Reiches; das 19. und das 20.
Jahrhundert - werden in 24 Bänden umfassend dargestellt.
Die Leser des Gebhardt werden gründlich über den aktuellsten Stand
der Forschung informiert. Die deutsche Geschichte wird nicht mehr
nur national, sondern in ihren europäischen und weltumspannenden
Zusammenhängen verstanden. Wirtschaft, Gesellschaft, Verfassung,
Mentalität und Kultur werden gleichgewichtig vor dem Hintergrund
der politischen Ereignisgeschichte erläutert.
Die erste Gesamtdarstellung der Bundesrepublik Deutschland
Eine moderne, multiperspektivische Gesamtdarstellung der Geschichte
der Bundesrepublik Deutschland; gleichgewichtig behandelt Edgar
Wolfrum Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Mentalitäten.
Zugleich bettet er die Geschichte der Bundesrepublik in die
europäische und internationale Geschichte der zweiten Hälfte des
20. Jahrhunderts ein.
Die bundesdeutsche Geschichte wird auf jeweils drei
gleichgewichtigen Ebenen lebendig geschildert. Zuerst geht es um
die Innenpolitik. Sodann steht die Außenpolitik im Zentrum und
schließlich wird die Sozialkultur betrachtet. So entsteht ein
faszinierendes Bild sowohl der Strukturen und Ereignisse als auch
der handelnden Personen und der bundesdeutschen Gesellschaft.
Mehr Licht als Schatten Gebhardts Handbuch: Geschichte der Bundesrepublik von der Gründung bis zur Wiedervereinigung
1976 erschien der letzte Band der 9. Auflage des Gebhardt, des wohl bis heute wichtigsten Handbuchs der deutschen Geschichte. Sein Verfasser war Karl Dietrich Erdmann (1910 bis 1990), und sein Werk spiegelte den Anspruch des 1891/92 begründeten Gebhardt insgesamt, deutsche Geschichte als Nationalgeschichte zu schreiben. Erdmanns Ansatz, die Frühzeit der Bundesrepublik, der DDR und der österreichischen Nachkriegsrepublik integriert in einem Band zu behandeln und sich vehement dagegen zu verwahren, die deutsche Geschichte auf die Historie eines ihrer Teilstaaten einzuschrumpfen, demonstrierte aber auch die Schwierigkeit, die Eigenstaatlichkeit und Eigenentwicklung der Bundesrepublik Deutschland historiographisch zu behandeln, ohne sich damit dem Verdacht auszusetzen, die deutsche Teilung akzeptiert und die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung aufgegeben zu haben.
Edgar Wolfrum, Verfasser des der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1949 und 1990 gewidmeten Bandes der 10. Auflage des Gebhardt, hat anders als Erdmann keine …
Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension
Gelungen findet Dietmar Süss diese Geschichte der Bundesrepublik von 1949 bis 1990 von Edgar Wolfrum, die nun als Band 23 des Standardwerk "Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte" erschienen ist. Wie er betont, ist eine Geschichte der Bundesrepublik kein leichtes Unterfangen, ist sie doch gebunden an eine Vielzahl großer "Erzählungen": als Geschichte umfassender Modernisierung, als "Ankunft im Westen", als "68er Helden- und Befreiungssage oder antitotalitäre Siegesgeschichte". Wolfrums Werk findet Süss gerade deshalb "so erfrischend", weil es diese "Erzählungen" selbst zum Ausgangspunkt der Untersuchung macht und sich nicht vom Glanz der Zeitzeugen blenden lässt. Eindringlich zeige der Autor den Wandel der Disziplin und der Deutungsmuster, die das Bild der "alten" Bundesrepublik prägen. Dass dabei nicht nur Politik und ein wenig Wirtschaft, sondern auch Fragen der Kultur und Gesellschaft, und insbesondere die Nachgeschichte des Nationalsozialismus eine wichtige Rolle spielen, begrüßt Süss. Süss würdigt das Handbuch insgesamt als eine "ausgewogene wie wohltuend nüchterne Geschichte der Bundesrepublik". Bei manchen Problemfeldern wie zum Beispiel der deutsch-deutschen Beziehungsgeschichte hätte er sich allerdings eine etwas ausführlichere und aufmerksamere Behandlung gewünscht.
Die neue Republik
Der „Gebhardt” ist in der Gegenwart angekommen
Ach, diese untergegangene Welt der „alten” Bundesrepublik: Jetzt
ist sie selbst Geschichte - Helmut Kohl genauso wie die „Neue
deutsche Welle”, die Friedensbewegung und der Streit um
Wackersdorf. Von Gerhard Schröder, Joschka Fischer oder Franz Josef
Strauß ganz zu schweigen. Selbst Grundsteine der westdeutschen
Nachkriegsgeschichte wie der rheinische Kapitalismus, jene Mischung
aus katholischer Soziallehre und Sozialdemokratie, müssen sich
inzwischen am „Standort Deutschland” schief anschauen lassen. Als
es die „alte” Bundesrepublik noch gab, haben es ihr die
Intellektuellen der Republik nicht leicht gemacht und oft die Nase
über den Mief der Bonner Käseglocke gerümpft. Dann, nach der Wende,
konnte es für manche nicht schnell genug gehen, die
„Erfolgsgeschichte” des westdeutschen Teilstaates zu feiern und in
lärmendes Triumphgeheul zu verfallen.
Solche grellen Stimmen gibt es inzwischen kaum mehr. Nüchternheit
regiert allerorten, zumal deutlich wird, dass wesentliche
Strukturprobleme des Sozialstaates nicht nur Folge der
Globalisierung sind, sondern auch auf den …
»... Wolfrums Handbuch zeigt eindringlich den Wandel der Disziplin und der Deutungsmuster, die das Bild der "alten" Bundesrepublik prägen. Nicht mehr nur Politik und ein wenig Wirtschaft, sondern auch Fragen der Kultur und Gesellschaft, allen voran die Nachgeschichte des Nationalsozialismus gehören zu den zentralen Achsen seines Buches. ... Wolfrum kann sich auf eine inzwischen umfangreiche Forschung stützen und schreibt seine ausgewogene wie wohltuend nüchterne Geschichte der Bundesrepublik als Prozess "fortgesetzter Stabilisierung", "durchgreifender Pluralisierung" und "wachsender Internationalisierung". Gleichzeitig, auch das macht sein Buch sympathisch, beschränkt er sich nicht auf die Vogelperspektive der "Zentrale", sondern weist immer wieder auf die besondere Bedeutung der Länder, die föderale Struktur als eigenständigem Faktor für die Geschichte der Bundespolitik hin.« Dietmar Süss (Süddeutsche Zeitung, 9.1.2006) »... Mit dem neuen "Gebhardt" verfügen wir nunmehr über einen lesbaren Überblick über den Zweiten Weltkrieg, der in weiten Teilen dem Anspruch moderner Geschichtswissenschaft gerecht wird und der als ein vorzüglicher Beitrag zur politischen Bildung betrachtet werden kann.« Hans-Adolf Jacobsen (Das Parlament, 4.10.2005)
Edgar Wolfrum, geb. 1960, ist Professor für Zeitgeschichte an der Universität Heidelberg. Studium der Geschichte, Politikwissenschaft, Germanistik und des Spanischen. Promotion 1990, 1991-1994 Leiter des Förderungsreferats für Geschichte bei der Volkswagen-Stiftung, 1999 Habilitation.
Zur 10. Auflage des Gebhardt Dank Verzeichnis der Abkürzungen Allgemeine Quellen und Literatur (1918-2000) zu den Bänden 18-23
Abschnitt VIII Die Bundesrepublik Deutschland 1949-1990 Edgar Wolfrum
Quellen und Literatur zu Band 23
§ 1 Zugänge zur Zeitgeschichte
A. Wiederaufbau und Verwestlichung: Die Gründerjahre der Bonner Demokratie 1949-1959
§ 2 Weichenstellungen im Inneren: Demokratische Konsolidierung a) Schwierige Anfänge westdeutscher Staatlichkeit b) Parteiensystem und Parteienverbote c) Endlich Konfessionsfrieden: Die Kirchen im neuen Staat d) "Wirtschaftswunder" und Weltmarkt: Die soziale Marktwirtschaft als Konsensordnung e) Vom Nothelfer zur Integrationsklammer: Die Sozialpolitik
§ 3 Achsendrehung nach Westen: Westbindung und Deutschlandpolitik a) Die Konstellation des Kalten Krieges und deutsche Handlungsmöglichkeiten b) Kontroverse Westpolitik: Montanunion und Scheitern der EuropäischenVerteidigungsgemeinschaft c) Westpolitik und Deutschlandpolitik: Stalin-Noten 1952 und Rückwirkungen des 17. Juni 1953 auf die Bundesrepublik d) Vollendung der Westintegration: Pariser Verträge, EWG und die Frage der Atombewaffnung der Bundeswehr
§ 4 Veränderung und Beständigkeit: Gesellschaft und Sozialstruktur im Kalten Krieg a) Sozialstruktur und sozialer Wandel: Modernisierungsschübe b) Kulturelle Trends und Lebensgefühl: Altmodisches, Zeitloses, Modernes c) "Nachkrieg" und Vergangenheitsbewältigung: Das Erbe des Nationalsozialismus d) Zwischen Abendland und Amerika: Westdeutsche Mentalitäten am Ende des Gründungsjahrzehnts
B. Neue Dynamik und Liberalisierung: Die zweite formative Phase der Bundesrepublik 1959/60-1973
§ 5 Abtritte und Antritte: Von Adenauer zur Großen Koalition a) Wendemarken: Berlin-Krisen, Schock des Mauerbaus, Deutsch-Französischer Vertrag b) Innenpolitische Turbulenzen und Ende der Adenauer-Ära c) "Volkskanzler" Erhard: Anspruch und Scheitern d) Die Große Koalition 1966-1969: Planung als Reformprinzip
§ 6 Zuwachs an Pluralismus: Gesellschaftliche Veränderungen und Lernprozesse a) Soziale Strukturwandlungen: Bildungsexpansion, "Babyboom", Wohlstandsexplosion, Gastarbeiter b) Stille Revolution und schrille Aufbrüche: Wertewandel und kulturelle Entwicklungen c) Protest und Gewalt: Die zwiespältigen Wirkungen der 68er-Bewegung d) Vergangenheitskontroversen und Gegenwartsverständnis: NS-Prozesse, neues westdeutsches Geschichtsbild
§ 7 Aufbruch und Einschnitt: Die Neue Ostpolitik und "Mehr Demokratie wagen" a) Ursprünge und Grundlagen des Ausgleichs mit dem Osten, Machtwechsel 1969 b) Die Verträge: Moskau, Warschau, DDR, Berlin, Prag, KSZE c) Innenpolitische Konfrontation, Mißtrauensvotum und Bilanz der Neuen Ostpolitik d) Politik der inneren Reformen, "Modell Deutschland", westliche Zivilgesellschaft
C. Langfristige Schwierigkeiten, Globalisierung und Wiedervereinigung: Die Bundesrepublik 1974-1990
§ 8 Bewährung und Bewahrung: Von der sozialliberalen zur christlich-liberalen Koalition a) Das Ende der Reformära: Der Rücktritt Willy Brandts b) Die verunsicherte Republik: Ölpreisschock und Terrorismus c) Krisenmanagement, Weltökonomie und Gipfeldiplomatie d) Politische Wende und die Regierung unter Helmut Kohl
§ 9 Europäisierung und globale Herausforderungen: Die Bundesrepublik in der Welt a) Das deutsch-französische Tandem: Binationale Zusammenarbeit und europäische Initiativen b) Europäische Relance: Von der "Eurosklerose" zu neuem Europa-Optimismus c) Die Bundesrepublik als Zivilmacht: Nord-Süd-Konflikt und Dritte-Welt-Politik d) Zweiter Kalter Krieg: Nachrüstung und deutsche "Koalition der Vernunft"
§ 10 Technokratie, Risikogesellschaft und Erlebniskultur: Neue Welten, alte Konstellationen a) Tendenzwende: Deutsche Identitätskrise und die NS-Vergangenheit b) Neue soziale Bewegungen: Ökoprotest, Bürgerinitiativen, Frauenbewegung c) Technikrevolution, Postmoderne und "Neue deutsche Welle" in der Kultur d) Die bundesdeutsche Gesellschaft am Vorabend der Wiedervereinigung
§ 11 Der Weg zur Einheit der deutschen Nation
Anhang Zeittafel Verezichnis der Abbildungen und Tabellen Abbildungen und Tabellen Orts- und Sachregister Personenregister
7 Marktplatz-Angebote für "Die Bundesrepublik Deutschland 1949-1990" ab EUR 31,80