Bauhaus-Tradition und DDR-Moderne. Der Architekt Richard Paulick - Thöner, Wolfgang / Müller, Peter (Hgg.)

Wolfgang Thöner / Peter Müller (Hgg.) 

Bauhaus-Tradition und DDR-Moderne. Der Architekt Richard Paulick

Katalog zur Ausstellung »Richard Paulick Leben und Werk« in Dessau (Mai 2006), Weimar (Juni/Juli 2006), Hamburg (August 2006) und Berlin (November 2006)

Hrsg. : Wolfgang Thöner u. Peter Müller
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Bauhaus-Tradition und DDR-Moderne. Der Architekt Richard Paulick

Kaum ein zweiter Baumeister zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik, Exil und geteiltem Deutschland hat so viel und in so verschiedenen Stilen gebaut wie Richard Paulick. Das Stahlhaus in Dessau (1926), die Kant-Garage in Berlin (1929/30), die Stalinallee und die Staatsoper in Ost-Berlin (1952/55) oder das Landestheater Halle/Saale (1967) sind mit seinem Namen ebenso verbunden wie der Neuaufbau von Hoyerswerda (ab 1957), Schwedt (ab 1962) und Halle-Neustadt (ab 1963). Dennoch ist der Künstler, der am Bauhaus Dessau zu den engen Mitarbeitern von Walter Gropius zählte, über mehrere Jahre hinweg das Stadtplanungsamt in Shanghai leitete und zum wichtigsten Staatsarchitekten Ostdeutschlands avancierte, heute kaum bekannt, da die DDR auch in Architektur und Städtebau die Kollektivierung kreativer Prozesse betrieb. Das Buch begleitet eine Richard Paulick gewidmete Wanderausstellung und vereint die Beiträge eines wissenschaftlichen Kolloquiums, das 2003 erstmals die wichtigsten Lebensstationen und Architekturprojekte Paulicks diskutierte.


Produktinformation

  • Abmessung: 249mm x 177mm x 19mm
  • Gewicht: 695g
  • ISBN-13: 9783422066281
  • ISBN-10: 3422066284
  • Best.Nr.: 20867215
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.07.2006

Der Traum von der sozialen Stadt

Wer ihn nicht kennt, weiß nichts über die Bauwelt der DDR: Richard Paulick war deren wohl wichtigster Architekt und ist trotzdem (oder gerade darum) fast vergessen. Mit ihm vollzog sich das, was Hoffmann-Axthelm "Architektur ohne Architekten" nannte: die Entpersonalisierung des Bauens einer ganzen Epoche unter ideologischem Druck. Selbst dort, wo jeder den Architekten noch erkennen müßte, wie an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin, deren Wiederaufbau bis heute zu den Glanzleistungen der frühen Nachkriegsjahre gehört, oder an der Karl-Marx-Allee (Stalinallee), bleibt er vergessen. Statt Paulick feierte man lange den eloquenten Hermann Henselmann als Erbauer, der dann fast immer zu widersprechen vergaß, obwohl es die reine Unwahrheit war.

Unter den Baumeistern im sozialistischen Deutschland ragte der in Roßlau geborene und am Bauhaus geschulte Architekt aus vielen Gründen heraus. Richard Paulick war ein ungewöhnlich begabter Generalist. Er studierte in Dresden und bei Hans Poelzig in Berlin, stieß früh zum Dessauer Bauhaus, wo er 1926 mit Georg Muche das erste Stahlhaus entwarf und baute - ein winziges …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Einen der bedeutendsten und begabtesten Architekten der DDR sieht Rezensentin Regina Mönch in Richard Paulick, der trotz berühmter Bauprojekte wie der Karl-Marx-Allee heute weitgehend vergessen ist. Umso erfreuter begrüßt sie daher vorliegenden Band der Kunsthistoriker Wolfgang Thöner und Peter Müller. Das Werk illustriert für sie recht gut das breite Spektrum von Paulicks Leben und Schaffen. Allerdings überzeugen sie nicht alle Beiträge in gleicher Weise. Ausdrücklich lobt sie die Einführung, die einen ausgezeichneten Überblick über den Stand der Forschung vermittelt. Daneben würdigt sie Peter Müllers Essay zu Paulicks Rolle bei der ersten Schlossplatzdebatte sowie Wolfgang Thöners Bericht über die Bauhaus-Jahre des Architekten. Rundum gelungen findet sie außerdem Jörn Düwels Dokumentation der Stalinallee und Philipp Springers Beitrag über die "dritte sozialistische Stadt" Schwedt. Resümierend hält Mönch fest, dass der Band letztlich aber nur ein "unvollständiges Bild" von Paulicks Architektenleben gibt.

© Perlentaucher Medien GmbH
Wolfgang Thöner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Bauhaus Dessau und hat zahlreiche Publikationen zu Geschichte und Rezeption des Bauhauses vorgelegt.

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