Deine Lakaien bleiben die Meister anspruchsvoller schwarzer
Stimmungen - wie immer mit viel Lust am Experiment. Dem
Brückenschlag zwischen tanzbarer Elektronik und stimmungsvollen
Akustiksongs waren Deine Lakaien von je her verhaftet. Doch während
das letzte, 2002 erschienene Studioalbum, "White Lies",
trotz clubtauglicher Tracks hauptsächlich von der dichten
Atmosphäre seiner ruhigen Songs lebte, bietet "April
Skies" wesentlich mehr Brüche. Es beginnt schon schräg:
Dissonante Geigen über einem straffen Beat eröffnen den ersten
Track, "Over And Done", der sich dann zwar als
mitreißende Single entpuppt, aber durchaus Widerhaken besitzt.
Akustische, mit cleveren Rhythmusgerüsten versehene Balladen
wechseln sich mit kühler Elektronik ab, und zwischendurch sorgen
kleine Noise-Attacken dafür, dass man es sich in den Songs nicht zu
gemütlich macht. Wie man es von Deine Lakaien kennt, lebt auch
"April Skies" von der geschickten Verschmelzung
mittelalterlicher oder barocker Elemente mit modernen Sounds, wobei
Musikmeister Ernst Horn solche Anleihen stets nur als Inspiration
verwendet: Spielmannstöne sucht man bei den Lakaien vergebens. Horn
hat seiner Experimentierlust vor allem hinsichtlich der
Rhythmusstrukturen freien Lauf gelassen, und es ist gut, dass sein
langjähriger Partner Alexander Veljanov mit seiner unverkennbaren
Stimme zur Stelle ist, um die Lakaien-typisch anspruchsvollen
Kompositionen mit einem vertrauten Klang zu versehen. Ihrem
Stammpublikum aus der Darkwave-Szene werden Titel wie das
romantisch-poppige "Supermarket" vielleicht schon etwas
zu gängig sein; insgesamt klingen Deine Lakaien heute
extrovertierter, offener und stellenweise beinahe unanständig gut
gelaunt.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag