Leseprobe zu "Praxis des Designmanagements"
Das Designmanagementmodell in Fallbeispielen
Design besitzt nicht nur im Konsumgüterbereich, sondern auch in der Investitionsgüterindustrie, in Teilen des Medien- und Dienstleistungssektors eine hohe Bedeutung. Hier hat Design weniger mit Originalität, dafür aber umso mehr mit Ergonomie, Funktionsgerechtheit, Produktivität, Effizienz und Systemkompatibilität zu tun. Die Fallbeispiele stehen für besondere Stärken in folgenden Teilbereichen: im Produktdesign (der MINI von BMW, Elektrowerkzeuge von Metabo, Gabelstapler von Linde Material Handling) und Systemdesign (Dräger Medical), im Kommunikationsdesign (Lufthansa, brand eins), im Environmentdesign (Lufthansa, dm-drogerie markt) und im strategischen Designmanagement (PorscheDesign, designaffairs).
Design als Wettbewerbsinstrument
Diskussionen über bemerkenswertes Design kreisen typischerweise um Designobjekte des Konsumgüterbereichs neben Möbeldesign, Küchendesign, Badezimmerdesign, um das Design von Konsumelektronik- und Mobiltelefongeräten und sonst noch hauptsächlich um Büromöbel- und Bürogerätedesign. So beachtlich die Fülle von Designvarianten hier ist, so einseitig ist die dadurch entstehende und sich selbst bestätigende Vorstellung, dass Design vorwiegend mit originellen, extravaganten Objekten zu tun hat, für die eigenwillig kreative Designer immer wieder neue Varianten hervorbringen. So stellte das Kunstmagazin art in einer dem Design gewidmeten Ausgabe [1] das Ergebnis einer Umfrage nach den bedeutendsten Gestaltern der Gegenwart vor, bei der sich eine Jury aus führenden Designexperten auf eine ohne Zweifel fundierte Rangliste einigte. Da bei ist jedoch auffallend, dass zu den vorgestellten Bestleistungen des Designs der letzten 50 Jahre ein Hocker, einige Lampen, ein Schreibtisch, ein Plattenspieler, ein Stapelstuhl, eine Geschirrkollektion, ein Computer, eine Herrenmodekollektion, eine Liege und eine Sitzinsel gehören. Das festzustellen, ist nicht zynisch gemeint, denn die Gestaltungsweise dieser Objekte war häufig stilprägend für eine ganze Szenerie von uns umgebenden Dingen. Aber wenn Bilanz gezogen wird, dann werden eben Designerstühle en masse vorgeführt [2], dann dominieren Sessel, Tische, Leuchten, Haushaltsgeräte, Kaffeemaschinen, Geschirrservices, Konsumelektronik und Bürogeräte. Sogar der Harvard Business manager verrät hinter der Titelseite »Erfolgsfaktor Design« [3] die Geheimnisse von designbewussten Herstellern am Beispiel von Möbeln, Lampen und Haushaltsgeräten.
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