Kokoschkins Reise - Schädlich, Hans-Joachim

Hans-Joachim Schädlich 

Kokoschkins Reise

Roman

Broschiertes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
9 ebmiles sammeln
EUR 8,99
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Kokoschkins Reise

Kreuzfahrt durch ein schicksalhaftes Jahrhundert.

St. Petersburg, Odessa, Berlin auf dem Rückweg von den Orten seiner Jugend erinnert sich der Exilrusse Fjodor Kokoschkin an die dramatischen Ereignisse, die ihn Anfang des 20. Jahrhunderts nach New York emigrieren ließen. Lakonisch, fast beiläufig zwischen den Tischgesprächen und der Karaoke-Bar an Bord eines Luxusliners, erzählt Hans Joachim Schädlich Weltgeschichte.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 188 S. 190 mm
  • Seitenzahl: 188
  • rororo Taschenbücher Nr.25796
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 116mm x 25mm
  • Gewicht: 165g
  • ISBN-13: 9783499257964
  • ISBN-10: 3499257963
  • Best.Nr.: 33396562
"Hans Joachim Schädlich ist der grosse Lakoniker unter den deutschen Gegenwartsautoren." (Die Zeit)

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Mit großer Begeisterung hat Rezensentin Maike Albath Hans Joachim Schädlichs neuen Roman gelesen, in dessen Zentrum sie ein "typisches Schicksal des 20. Jahrhunderts" stehen sieht, hier verkörpert durch einen 95-jährigen Wissenschaftler. Auf nur 190 Seiten werde innerhalb des sehr präzisen Rahmens einer Schiffsreise aus Europa nach New York im Jahr 2005 eine "bedrängende Geschichte von Vertreibung, Flucht und Exil" erzählt. Und zwar in leichtfüßig wie knapp erzählten Rückblenden, die der Kritikerin zufolge immer wieder durchsetzt sind von gegenwärtigen Schilderungen der Abendunterhaltungen auf dem Schiff. Beim Lesen wechsele auch der Leser zwischen den Zeitebenen und Wirklichkeitsausschnitten mühelos hin und her: Petersburg 1918, Petersburg im Sommer 2005, Odessa 1920, der Berliner Viktoria-Luise-Platz in der Gegenwart und 85 Jahre zuvor, und dem Prag von 1933 und 1968. Dies und die poetischen, hochverdichteten Momente faszinieren die Rezensentin.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 26.03.2010

Eine Schiffspassage durch das zwanzigste Jahrhundert
Extremist der Lakonie: Hans-Joachim Schädlich berichtet in seinem neuen Roman vom Leben und Reisen des Fjodor Kokoschkin
Das bereitliegende Wort für den Stil des Schriftstellers Hans-Joachim Schädlich ist immer „lakonisch”. Aber das ist zu harmlos, ein Euphemismus. Schädlich treibt alles, was lakonisch genannt werden könnte, ins Extrem. „Kokoschkins Reise” ist jetzt wohl der äußerste Punkt, an dem er sprachlich angekommen ist. Es gibt keine psychologisierende Innenschau, keine großangelegte Innenausstattung der Figuren, es gibt keine kommentierende Erzählerhaltung, nichts Ausschmückendes.
Der Roman besteht aus einer nüchternen Berichtssprache, aus kurzen, keineswegs ausschweifenden Dialogen, in denen das Wesentliche immer ausgespart wird. Das, was Schädlich erzählen will, erzählt er zwischen den Zeilen, durch das Schweigen der Figuren, durch das, was geschieht und was nicht geschieht. Und dennoch lebt dieser Roman von einer immensen Vorstellungskraft und einer sensiblen Beobachtungsgabe. Eine Seite Schädlich entspricht ungefähr 20 Seiten handelsüblicher handlungsstarker Prosa. Er ist ein …

Weiter lesen
Geboren am 08.10.1935 in Reichenbach (Vogtland), studierte Hans Joachim Schädlich Gemanistik in Berlin und Leipzig und promovierte mit einer Arbeit über "Die Phonologie des Ostvogtländischen" (1966). Von 1959 bis 1976 war er an der Ostberliner Akademie der Wissenschaften tätig, anschließend als freier Übersetzer. In der DDR nicht veröffentlicht und als Unterzeichner der Biermann-Resolution attackiert, konnte Schädlich im Dezember 1977 ausreisen. 1988 Literaturpreis für Kurzprosa, Hamburg, Thomas-Dehler-Preis 1989, 1992 Johannes-Bobrowski-Medaille Berlin und Heinrich-Böll-Preis Köln. 1988 Brüder-Grimm-Gastprofessur an der GHS Kassel. Mitglied der Dt. Akademie für Sprache und Dichtkunst. Der Band "Versuchte Nähe" versammelt 25 Geschichten aus dem "mittleren Land", die zwischen 1969 und 1977 entstanden sind. In diesen Prosaskizzen entschlüsselt Schädlich das Alltagsleben in der DDR - die Rituale der Macht wie den Stil der offiziellen Berichterstattung, den Opportunismus der Kleinbürger wie die Frustrationen der Jugendlichen. Schädlich hat die Entfremdung als Folge von Sachzwängen der modernen Industriegesellschaft in der DDR und dann auch in der Bundesrepublik schmerzlich erfahren. In "Der Sprachabschneider"' lässt er die Sprache als humansten Lebensausdruck selbst zum Gegenstand einer Geschichte für Kinder und Erwachsenen werden. "Tallhover" reflektiert die Geschichte der politischen Polizei in Deutschland von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts und endet mit einer bizarren Pointe: Der Protagonist wirft sich schließlich selbst vor, nicht intensiv genug an der Vervollkommnung polizeilicher Überwachungsmaßnahmen gearbeitet zu haben, und verurteilt sich selbst zum Tode.

Ein Marktplatz-Angebot für "Kokoschkins Reise" für EUR 8,77

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
wie neu 8,77 1,50 Banküberweisung robo-buch 97,6% ansehen