Vor zwei Jahren gelang der Sängerin aus Stuttgart mit ihrem zweiten
Soloalbum "Darum leben wir" und dem Hit "Stadt"
als Solokünstlerin endgültig der Durchbruch. Mit "Mir so
nah" (Urban/UDR/Universal) präsentiert Cassandra Steen einen
ebenbürtigen Nachfolger, bei dem die Balladen nicht mehr ganz so
dominieren wie beim Vorgängerwerk. Für Cassandra Steen stand schon
vor den Aufnahmen für ihr drittes Soloalbum fest, dass sie nicht
einfach die Erfolgsformel von "Darum leben wir"
wiederholen wollte. "Auf meiner letzten Platte gab es nach
meinem Empfinden zu viele Balladen und zu viele ähnliche Abläufe in
den Stücken", erklärt die 31-Jährige Sängerin. "Die
Herausforderung lag jetzt darin, alles noch besser zu machen als
vorher." Und das ist ihr auf "Mir so nah" auf
denkbar spektakuläre Weise gelungen. Die Songs besitzen bei aller
Eingängigkeit nach wie vor sowohl musikalisch als auch textlich
eine beachtliche Tiefe, verbreiten zugleich aber eine durchgehend
positive Stimmung. Die melancholischen Untertöne, die früher ihre
Stücke prägten, sind fast ganz verschwunden. "Ich habe gar
nicht erst versucht, das neue Album mit dem Vorgänger zu
vergleichen", erzählt Cassandra Steen. Mit "Mir so
nah" gelang der Sängerin mit der unverwechselbaren Stimme
erneut ein großer Wurf, ohne dass sie dafür ihren Pfad verlassen
musste. Mitgeholfen bei der Umsetzung ihrer Ideen haben dabei Adel
Tawil (Ich+Ich), mit dem zusammen die erste Single "Gebt
alles" entstand, sowie das Duo Beatzarre & Djorkaeff,
Ruben Rodriguez (Naidoo Herberger Produktion), The Krauts (Peter
Fox, Marteria) und Moses Pelham. "Die Zusammenarbeit mit Moses
war sehr schön", erklärt Cassandra Steen. "Wir haben
beide eine Entwicklung durchgemacht." Exakt zehn Jahre nach
ihrem ersten Zusammentreffen sprang der kreative Funke auch diesmal
sofort wieder über. Ähnlich begeistert berichtet die Sängerin von
ihrer Arbeit mit ihrem langjährigen Mentor, Wegbereiter und
brüderlichem Freund Xavier Naidoo. "Er hat natürlich seinen
Part sofort abgeliefert, wie man es von ihm gewohnt ist." Die
Sängerin geht mit dem Erfolg ihres letzten Albums sehr locker um.
"Ich habe mich damit bewusst gar nicht auseinandergesetzt,
auch wenn sich das seltsam anhört. Für mich waren und sind die
Live-Auftritte viel entscheidender, weil man auf der Bühne sieht,
ob man die Leute auch mitreißen kann." Der Live-Aspekt ist
Cassandra Steen im Zusammenhang mit ihrer Musik im Moment besonders
wichtig. Der neue Sound soll ihr nun zu mehr Bewegungsfreiheit auf
der Bühne verhelfen. "Ich bin immer bereit, die besten
Balladen abzuliefern, die es gibt, aber diesmal war es mir einfach
wichtig, auch schnellere Songs einzuspielen, um meine Bandbreite zu
erweitern." Zudem habe sie ein paar andere Musiker zur Band
geholt, um "noch einmal eine Steigerung zu erzielen. Und das
ist uns auch wirklich gelungen." Die Musikerin ist sich
sicher, dass sie sich auf ihr gutes Gefühl bei den neuen Songs
verlassen kann. "Mir geht es vor allem darum, die Menschen mit
meiner Musik zu berühren und ihnen ein Gefühl von Nähe zu
vermitteln." Und genau das gelingt ihr mit "Mir so
nah", wenn auch ganz unaufgeregt. Denn die 14 Songs zeigen,
dass es in erster Linie auf die Leidenschaft ankommt und nicht auf
ein perfektes und ausgefeiltes Konzept. Norbert Schiegl
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
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