Pinocchio - Winshluss

Winshluss 

Pinocchio

Ausgzeichnet mit dem Max und Moritz-Preis, Kategorie Bester internationer Comic 2010

Nach d. Kinderbuch v. Carlo Collodi
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Pinocchio

Winshluss' Pinocchio ist nicht aus Holz gemacht, sondern ein stählerner Roboter, erschaffen von einem geldgierigen und skrupellosen Geppetto. Pinocchio kann zwar gleich zu Beginn seinem ihm zugedachten Schicksal als Killerpuppe entkommen, was ihn aber während der darauffolgenden Odysee erwartet, ist um nichts besser: Zynismus und Zerstörung beherrschen eine verdorbene Welt. In dem fantastisch durchdesignten Buch, das auf dem renommiertesten internationalen Comic-Festival im französischen Angouleme als "Bestes Album 2009" ausgezeichnet wurde, verdreht Winshluss Walt Disney genauso wie Film noir, Fritz Lang oder den Illustrationsstil früher Cartoons. Respekt hat er dabei vor gar nichts - und das ist auch gut so.

Virtuose Neuinterpretation der klassischen Geschichte mit viel schwarzem Humor.


Produktinformation

  • Verlag: Avant-Verlag
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 192 S. m. farb. Comics
  • Seitenzahl: 187
  • Deutsch
  • Abmessung: 297mm x 216mm x 35mm
  • Gewicht: 1155g
  • ISBN-13: 9783939080404
  • ISBN-10: 3939080403
  • Best.Nr.: 26538559
Pinocchio ist fast durchweg ohne Worte gestaltet. Ausschließlich die Nebengeschichten sind mit Text versehen, ansonsten verlässt sich Winshluss auf die Aussagekraft seiner Bilder. Die Leichtigkeit, mit der man trotz der Abwesenheit von verbalen Erklärungen der Geschichte folgen kann, ist ein Beleg für die Virtuosität des Autors. So ist es beinahe bedauerlich, dass die Nebengeschichte von Jiminy Wanze so vergleichbar textlastig daherkommt, führt dieser Umstand doch nur vor, dass all die Worte kein Mehr an Inhalt transportieren können. Möglicherweise liegt allerdings auch hier der Schlüssel in der Selbstbezüglichkeit, denn Jiminy Wanze ist ein angehender Schriftsteller, der es jedoch nicht schafft, für seine Verzweiflung und seinen Weltschmerz eine angemessene Sprache zu finden, zumindest nicht mit Hilfe seiner Schreibmaschine. Aller Reflexivität zum Trotz ergeht sich Winshluss nicht in reinem Formalismus. Hochaktuelle politische, soziale und ökologische Bezüge machen aus Pinocchio eine sehr offenkundige Gesellschaftskritik. Gibt es aus dieser Welt, die sich zum apokalyptisch Schlechten entwickelt hat, einen Ausweg? Wer weiß. Vielleicht will Winshluss mit der gelegentlichen, aber immer wiederkehrenden Öffnung seiner Panels andeuten, dass noch nicht alle Türen zu einer etwas besseren Wirklichkeit zugeschlagen sind. Zumindest aber beweist er mit Pinocchio, dass er es als Künstler vermag, uns düstere und doch wunderschöne Welten zugänglich zu machen. Nils Kurfürst, www.titel-magazin.de; 25.02.2010
Carlo Collodi, geboren 1826 in Florenz. Ursprünglich zum Priester bestimmt, wurde er Journalist und gründete zwei satirische Zeitschriften, die nach kurzer Zeit verboten wurden. Außerdem verlegte er sein Wirken auch auf den Bereich der Erziehung und schrieb Kinder- und Schulbücher.

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