»Wie in ihren Erzählungen zeigt sich Eileen Chang als Meisterin menschlicher Beziehungstragödien, denen sie nun einen zeitlosen Rahmen gibt: Der Sonnenschein lag wie ein alter gelber Hund quer über der Straße, heißt es über Yuexiangs Dorf, was an die magischen Orte eines Gabriel García Márquez denken lässt: Hier war die Sonne alt geworden.« Spiegel-online, 26.08.09, Ulrich Baron »Die im Verlag claassen erschienene Neuübersetzung liest sich angenehm und zeitgemäß und vermag es, die düstere Stimmung und die unter der ruhigen Fassade brodelnden starken destruktiven Gefühle sehr intensiv darzustellen. Ein Buch, dessen Stil auf den ersten Blick kühl und dessen Inhalte zunächst banal wirken - bis der Leser das erwähnte Brodeln zum ersten Mal erfasst. Ein solches Zeitzeugnis ist keine leichte Lektüre, definitiv jedoch eine wertvolle.« www.sandammeer.at,Regina Károly,08/2009 »Chang erzählt sehr sensibel und trotzdem schonungslos von Zuneigung, Hoffnung und von der großen Not der Menschen.« Magdeburger Volksstimme, 29.08.09, Grit Warnat »Eine kühle, ergreifende Novelle aus dem frühkommunistischen China. Idealismus und Korruption, erste Liebe und alte Sitten, der Schritt nach vorn mit gebundenen Füßen. Das erste große Prosawerk der strengen Stilistin, die einsam und vergessen 1995 in Los Angeles starb und durch die Ang Lee-Verfilmung von Gefahr und Begierde postum weltberühmt geworden ist.« Elke Schmitter, 29.09.09, SWR-Bestenliste »Eileen Chang Schilderungen sind außerordentlich düster; ihre schlichte Sprache verstärkt die Wucht dieses Buches noch.« WDR 5, 12.09.09, Dina Netz »Sie schrieb - hinreißend schön, nüchtern und weise - über Menschen, die nicht in die Gegenwart finden.« KulturSpiegel, Oktober 2009, Elke Schmitter »Was den spröden, bisweilen reportagehaft anmutenden Roman von einem plakativen antikommunistischen Lehrstück unterscheidet, ist zum einen die poetische Dichte von Eileen Changs Beschreibungskunst, zum anderen die philosophische Weite des Stoffes.« Deutschlandradio Kultur, 14.10.09, Ursula März »Eileen Chang steht in der neueren chinesischen Literatur für Sublimierung, sprachliche Artistik und psychologische Feinfühligkeit.« Stuttgarter Zeitung, 13.10.09, Martin Zähringer »Beeindruckende Literatur« Wiesbadener Kurier, 16.10.09, Bruno Russ »Ein lange vergessener früher Stern der chinesisch-amerikanischen Literatur ist zu entdecken: Endlich erscheint Eileen Changs Roman Das Reispflanzerlied in deutscher Übersetzung.« Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.09, Anja Hirsch
.
Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension
Tiefen Eindruck hat Eileen Changs Roman "Das Reispflanzerlied" bei Rezensent Ludger Lütkehaus hinterlassen. Er würdigt das Werk, das sich mit der kommunistischen Bodenreform auseinandersetzt und den Leser ins dörfliche China der Bauern in den fünfziger Jahren führt, als "dissonanten Klassiker der chinesischen Literatur" und als Roman von "bitterster Intensität". Das eigentliche Thema der Geschichte um das klägliche Schicksal einer Bauernfamilie ist für Lütkehaus weniger der Hunger, sondern die Veränderungen menschlicher Beziehungen unter den Bedingungen von Maos Revolution. Im Ganzen sieht er bei Chang einen "kühlen Realismus" vorherrschen, grundiert von "tiefer Melancholie". Zugleich hebt er auch den Sarkasmus, die Lakonik und den "unübertrefflichen satirischen Witz" der Autorin hervor. Lobend erwähnt er außerdem die Übersetung von Susanne Hornfeck, die auch die chinesische Zweitfassung des Werks miteinbezogen hat.
© Perlentaucher Medien GmbH
 | Besprechung von 17.10.2009 |
Und immer wieder verdunkelt sich die WeltEin lange vergessener früher Stern der chinesisch-amerikanischen Literatur ist zu entdecken: Endlich erscheint Eileen Changs Roman "Das Reispflanzerlied" in deutscher Übersetzung.
Von Anja Hirsch
Der Sonnenschein lag wie ein alter gelber Hund quer über der Straße und versperrte den Weg. Hier war die Sonne alt geworden." Hier - das ist in Eileen Changs 1955 in ihrem amerikanischen Exil erstpubliziertem Roman "Das Reispflanzerlied" die bedrückende Enge eines kleinen Dorfes im Süden Chinas Anfang der fünfziger Jahre. Nach der Bodenreform treten Versprechungen nicht ein. Als die hungernden Bauern auch noch genötigt werden, ihren kärglichen Rest - nach Abgaben an die Kommune - Soldatenfamilien während Chinas Koreakrieg zur Verfügung zu stellen, kommt es zu einem Aufstand. Und so ist der Satz "Hier war die Sonne alt geworden" keineswegs eine hohle Metapher, sondern ahnungsvolles Zeichen einer untergehenden, traditionellen Lebensweise, die keinen rechten Ort mehr hat.
Noch redet man sich an mit "vierte" Tante, begegnet einander "mit scheuer Würde", hat Schamesröte im Gesicht, wenn man …
Eileen Chang, eigentlich Zhang Ailing, geb. 1920 in Shanghai. Ihre literarische Karriere beginnt 1942 in der von Japanern besetzten Stadt. Es erscheinen zwei Erzählungsbände. 1952 geht sie zunächst nach Hongkong und Taiwan, 1955 dann in die USA, wo sie an verschiedenen Universitäten unterrichtete. Sie stirbt 1995 in San Francisco.
Sitemap: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20