Das goldene Joch - Chang, Eileen

Eileen Chang 

Das goldene Joch

Erzählungen. Nachw. v. Susanne Hornfeck

Übersetzer: Hornfeck, Susanne; Begrich, Wulf; Grosse-Ruyken, Xiaoli; Hermann, Marc; Baus, Wolf; Jue, Wang
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Das goldene Joch

Qiqiao ist mittellos, aber schön. Im China Mitte des 20. Jahrhunderts hat sie die Wahl, sich vor das goldene Joch einer arrangierten Ehe spannen oder als Konkubine aushalten zu lassen. Qiqiao heiratet in die reiche Jiang-Familie ein und muss sich mit dem bettlägerigen Sohn abfinden. Sie hasst ihren Mann, und in ihrer Einsamkeit verliebt sie sich in den gut aussehenden Schwager. Gefangen in der strikten Familienordnung und den Gehässigkeiten ihrer Verwandtschaft hilflos ausgeliefert, beginnt sie Trost im Opium zu suchen. Qiqiao zerbricht an ihrer Zeit, in der das moderne Versprechen der Selbstbestimmung neben der rigiden Moral und dem konfuzianischen Familienideal steht. In dieser und vier weiteren Erzählungen erweckt Eileen Chang das sich wandelnde Shanghai der 40er Jahre zum Leben.


Produktinformation

  • Verlag: Ullstein Hc
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 365 S.
  • Seitenzahl: 365
  • Deutsch
  • Abmessung: 196mm x 126mm x 30mm
  • Gewicht: 399g
  • ISBN-13: 9783550088728
  • ISBN-10: 3550088728
  • Best.Nr.: 33378064

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Katharina Borchardt dankt dem Verlag für die Wiederentdeckung dieser Klassikerin der chinesischen Moderne. Für sie können es die im vorliegenden Band versammelten fünf Erzählungen von Eileen Chang an psychologischem Gespür und in der Spiegelung von weiblichen Seelenlagen im Gegenständlichen locker mit der chinesischen Gegenwartsliteratur aufnehmen. So hart das jeweils geschilderte Frauenschicksal im Schanghai oder Hongkong der beginnenden Moderne Borchardt auch erscheint, so wenig bewegen sie die Geschichten zu Mitleid mit den als Prostituierte oder Hausangestellte unter dem Joch des Patriarchats ihr Leben fristenden Frauen. Auch darin nämlich ist die Autorin laut Borchardt groß: in der Schilderung charakterlicher Veränderung. Durch Verletzung und Liebesentzug werden ihre Frauen zu "Giftspritzen".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.01.2012

Party im subtropisch schwülen Weihrauchkessel
Kolonialismus-Schwärmerei wird hier entlarvt: Eileen Changs brillante Erzählungen beleuchten das zwischen Tradition und Moderne zerrissene China der fünfziger Jahre

Unter jungen chinesischen Autoren grassiert das "Zhang-Ailing-Fieber" schon seit den neunziger Jahren. Endlich scheint es auch Deutschland heimzusuchen. Mit seinen Veröffentlichungen "Gefahr und Begierde" und "Das Reispflanzerlied" sowie dem jüngst erschienenen Erzählband "Das goldene Joch" gibt der Ullstein Verlag jedenfalls Hoffnung zu einer gründlichen Infektion deutschsprachiger Leser.

Eileen Chang (1920/21 bis 1995) wurde als Zhang Ying in Schanghai geboren. Die modern und westlich gesinnte Mutter nannte sie nach dem Englischen ,Eileen' Ailing. Changs Familie zerbrach an dem schwelenden Konflikt zwischen Tradition und Moderne: Der Vater huldigte der Tradition, hielt sich Konkubinen und verfiel dem Opium. Changs Mutter verließ ihn bald, ging zum Studium nach England und reiste - trotz gebundener Füße - zum Skifahren in die Schweiz.

Die Tochter musste beim Vater bleiben, besuchte die Missionsschule und publizierte im …

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»Vorbild und Wegbereiterin einer kritischen, erzählstarken Literatur.« BUCHKULTUR, 12/2011 »Eileen Changs psychologisches Gespür und ihr sprachliches Geschick sind überwältigend. Völlig zu Recht nennt man die 1995 verstorbene Autorin eine Klassikerin der chinesischen Moderne [...]. Bis heute übertreffen Eileen Changs Erzählungen in ihrer individualpsychologischen Feinheit selbst allerneueste Werke, die aus dem Chinesischen übersetzt werden.« NEUE ZÜRICHER ZEITUNG, Katharina Borchardt, 18.01.2012

"Vorbild und Wegbereiterin einer kritischen, erzählstarken Literatur." BUCHKULTUR, 12/2011 "Eileen Changs psychologisches Gespür und ihr sprachliches Geschick sind überwältigend. Völlig zu Recht nennt man die 1995 verstorbene Autorin eine Klassikerin der chinesischen Moderne [ ]. Bis heute übertreffen Eileen Changs Erzählungen in ihrer individualpsychologischen Feinheit selbst allerneueste Werke, die aus dem Chinesischen übersetzt werden." NEUE ZÜRICHER ZEITUNG, Katharina Borchardt, 18.01.2012
Eileen Chang, eigentlich Zhang Ailing, geb. 1920 in Shanghai. Ihre literarische Karriere beginnt 1942 in der von Japanern besetzten Stadt. Es erscheinen zwei Erzählungsbände. 1952 geht sie zunächst nach Hongkong und Taiwan, 1955 dann in die USA, wo sie an verschiedenen Universitäten unterrichtete. Sie stirbt 1995 in San Francisco.

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