Mit seinen Bildergeschichten hat Wilhelm Busch die Ausdrucksform
der heutigen Comics vorweggenommen. Seine Darstellungsweise
beschränkt sich auf das Wesentliche und kommt ohne Umschweife zum
Kern der Aussage. In der Vereinfachung, der Verkürzung des
Handlungsinhalts und der karikaturistischen Überzeichnung
bestimmter Wesens- und Charakterzüge seiner Mitmenschen liegt die
große Meisterschaft dieses bedeutenden Zeichners. Der überragende
Erfolg seiner Bildergeschichten und dabei insbesondere von
"Max und Moritz" ist aber dadurch begründet, dass sich
der Leser mit den Helden der Handlung - im Falle von "Max und
Moritz" mit den beiden Lausbuben selbst identifiziert. Die
Schwächen und die Fehler der karikierten Figuren zeigen dabei immer
wieder typisch-menschliches Versagen, das von Wilhelm Busch auf
drastisch unbarmherzige Weise bloßgestellt wird. Diese wahrhaft
"klassische" Bildergeschichte erscheint hier in einem
detailgetreuen Nachdruck.
Ausstattung/Bilder: Originalausg. 2002. 56 S. m. zahlr. farb. Zeichn.
Seitenzahl: 56
Deutsch
Abmessung: 216mm x 156mm x 15mm
Gewicht: 280g
ISBN-13: 9783785518137
ISBN-10: 3785518137
Best.Nr.: 01609401
Wilhelm Busch, 15. 4. 1832 Wiedensahl bei Hannover - 9. 1. 1908 Mechtshausen bei Seesen. Der Sohn eines Krämers brach das 1847 in Hannover begonnene Maschinenbaustudium 1851 ab und schrieb sich stattdessen an der Düsseldorfer Kunstakademie ein. 1852-53 setzte er das Studium in Antwerpen fort, 1854 wechselte er - nach einer durch Krankheit und Selbstzweifel bedingten Unterbrechung - nach München. Hier blieb er bis 1868, unterbrochen von längeren Aufenthalten in Wiedensahl und Wolfenbüttel. Von 1869 bis 1872 wohnte er, freundschaftlich verbunden mit der Bankiersgattin Johanna Keßler, in Frankfurt a. M. Danach lebte er mit seiner Schwester in Wiedensahl, bis er 1898 zu seinem Neffen nach Mechtshausen zog. Während er sich als Maler nicht durchsetzen konnte - annähernd 1000 meist kleinere Ölgemälde sind gleichwohl erhalten -, erregte sein Talent als Zeichner und Karikaturist die Aufmerksamkeit des Verlegers der humoristischen Zeitschrift 'Fliegende Blätter'; 1859 erschienen hier und in den 'Münchener Bilderbogen' seine ersten Arbeiten. Mit 'Max und Moritz' (1865) begann die Zeit der eigenständigen großen Bildergeschichten, die die Tradition des komischen Epos aufnahmen und mit ihrer Satire zunächst indirekt, dann auch direkt auf das Bürgertum v. a. der Gründerzeit zielten. B.s pessimistische Grundtendenz, die Provokation durch das Grausame und Groteske standen seinem Erfolg nicht im Weg; sie wurden, nicht zuletzt auf Grund ihrer saloppen Sprachform mit Zitaten für alle Lebenslagen, als Humor missverstanden. Auch als Lyriker, von Heine beeinflusst, zeigte sich B. als Virtuose der Sprache. In den späteren Lebensjahren entstand autobiographische und dichterische Prosa.
Kundenbewertungen zu "Max und Moritz" von "Wilhelm Busch"
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