Seit 2008 hat die österreichische Tierschutzbewegung die zunehmende
staatliche Repression schmerzlich zu spüren gekommen. Ihre
Kampagnen waren in den vergangenen Jahren äußerst erfolgreich und
haben direkt zu gesetzlichen Verboten von Legebatterien,
Pelzfarmen, Tierversuchen an Menschenaffen und Wildtierzirkussen
geführt. Jagdstörungen und weitere konfrontative Aktionen haben den
Staatsschutz auf den Plan gerufen. Nach über zweijähriger
Bespitzelung mit vier großen Lauschangriffen,
Peilsenderanbringungen an PKWs, verdeckten Ermittlungen etc. wurden
am 21. Mai 2008 zehn Tierschützer, darunter der Autor, für 3 Monate
in Untersuchungshaft genommen. Der Vorwurf der Behörden:
"Bildung einer kriminellen Organisation".
Im vorliegenden Buch skizziert Martin Balluch Beweggründe und
Aktionsformen zivilen Ungehorsams im Rahmen konfrontativer
Kampagnen. Es handelt vom Widerstand in der Demokratie gegen ein
gesellschaftliches System, das in vielerlei Aspekten dem Gemeinwohl
und der Lebensqualität des Einzelnen abträglich ist.
Martin Balluch, geb. 1964, studierte Mathematik, Physik und Astronomie an der Universität Wien. Anschließend promovierte er an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 1989 zum Doktor der Physik. In den Jahren 1990 bis 1997 arbeitete er als Universitätsassistent neben Stephen Hawking im Department of Applied Mathematics and Theoretical Physics (DAMTP) an der Universität Cambridge. Die zweite Promotion im Fach Philosophie erfolgte im Jahr 2005 im Bereich Tierethik. Im Jahr 2012 erhielt er den "Myschkin-Preis 2012 für ein work in progress".
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