Demokratie - Hoppe, Hans-Hermann

Hans-Hermann Hoppe 

Demokratie

Der Gott, der keiner ist. Monarchie, Demokratie und natürliche Ordnung. Nachw. v. Lorenz Jäger

Übersetzer: Grözinger, Robert
Buch mit Leinen-Einband
 
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Demokratie

Dieses Buch ist frenetisch bejubelt und donnernd verdammt worden: Es ist eine fulminante Kritik an Idee und Praxis der westlichen (Medien-)Demokratien, denen Hoppe vorwirft, unter der Fahne der Freiheit die Unfreiheit zu organisieren und die Gegenwart aus der Zukunft zu subventionieren. Hoppe kommt aus dem Umfeld der amerikanischen "libertarians", die man sich hierzulande gern als "anarcho-kapitalistisch" erklärt. Aber: Seine Demokratie- und Staatskritik atmet kulturkonservativen Geist, und die staatlich betriebene kulturelle Deregulierung erscheint ihm eher als organisierte Dekadenz. Der Beifall hiesiger Staatskritiker, die ja ein recht buntes Völkchen in "anarcho-sozialistischen" und "anarcho-kapitalistischen" Farben bilden, ebbt an dieser Stelle recht schnell ab. Seine Sympathie für den ist ebenfalls recht gering und erscheint ihm als eine Folge staatlich veranlaßte Fehlallokationen. Stattdessen setzt er auf eine "natürliche Ordnung", die sich immer dann ergäbe, wenn sich die assoziative Kraft der Menschen frei und unüberwältigt durch staatliche Machtursupation organisch entfalten könne. Auch wenn man diese Zuversicht - ersichtlich erwachsen aus der amerikanischen "Staatsbildung von unten" - nicht teilt: Hoppes Großpamphlet, das in den USA mittlerweile in der 4. Auflage vorliegt, ist allein schon deshalb hoch empfehlenswert (und vergnüglich), weil es die hierzulande erprobten und festgebackenen Frontstellungen souverän (und zum beidseitigen Entsetzen der darin fest Eingegrabenen) völlig durcheinanderwirbelt.


Produktinformation

  • Verlag: Manuscriptum
  • 2004
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 547 S.
  • Seitenzahl: 547
  • Edition Sonderwege
  • Deutsch
  • Abmessung: 201mm x 126mm x 37mm
  • Gewicht: 630g
  • ISBN-13: 9783933497864
  • ISBN-10: 3933497868
  • Best.Nr.: 12473931
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.04.2004

Natürliche Ordnung ohne Staat
Hans-Hermann Hoppe skizziert seine anarchokapitalistische Utopie

Hans-Hermann Hoppe: Demokratie. Der Gott, der keiner ist. Monarchie, Demokratie und natürliche Ordnung. Manuskriptum Verlagsbuchhandlung, Leipzig 2003, 547 Seiten, 24,80 Euro.

Der nach dem Tode Murray Rothbards neben David Friedman wohl bekannteste Vertreter des amerikanischen Anarchokapitalismus, Hans-Hermann Hoppe (in den Vereinigten Staaten lebend, aber deutscher Staatsangehörigkeit), hat eine Sammlung von Aufsatz- und Vortragstexten publiziert, die jetzt auch auf deutsch erschienen ist. Sie enthält wohl die schärfste Kritik an der modernen Wohlfahrtsdemokratie, die sich vorstellen läßt - nicht vom Standpunkt der "sozialen Gerechtigkeit" oder "materiellen Gleichheit" aus, sondern, selten genug, unter der Prämisse einer Ordnung, die konsequent auf Privateigentum, Tausch, freie Verträge und den Markt setzt. Dies macht die Beschäftigung mit dem Text spannend, zumal Hoppe auch Koryphäen wie Ludwig von Mises, Bertrand de Jouvenel, Robert Nisbeth oder Wilhelm Röpke für Teilelemente seines gesellschaftlichen Entwurfs in Anspruch nimmt und auch …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Na, das ist ja mal eine hübsche Mischung. Der aus Deutschland stammende, in Nevada, Las Vegas lehrende libertäre Ökonomieprofessor Hans-Hermann Hoppe erklärt in diesem etwas irreführend betitelten Buch die Monarchie aus wirtschaftlicher Perspektive zur der Demokratie überlegenen Staatsform. Wie kommt's? Das Grundargument ist einfach: Demokratien sind "kurzsichtig" und zerstören durch die ständige Steigerung der Steuern die Investitionsbereitschaft; Monarchen dagegen haben längerfristige Interessen, vor allem an der eigenen Vermögensmehrung. Daher, so Hoppe, hält sich die Steuerlast im Rahmen. Was dem Autor vorschwebe, so der Rezensent (Kürzel "cbe"), der das alles eine Weile ganz nüchtern referiert, sei eine "anarchisch-kapitalistische Utopie" vom Staat wirtschaftlich losgelöster Untertanen. Wenn er aber mitteilen muss, dass Hoppe allen provokatorischen Ernstes vorschlägt, die "Anhänger einer demokratischen Ordnung mit offener Verachtung" zu strafen, dann stellt er doch fest, dass die, so "cbe" "intellektuell grundsätzlich spannende und anregende Kritik" zur Predigt für die - wenigen - bereits Bekehrten wird.

© Perlentaucher Medien GmbH

In seinem Vorwort zur deutschsprachigen Ausgabe äußert Hans-Hermann Hoppe Genugtuung darüber, dass sein Werk schließlich auch in Deutschland veröffentlicht werde, in einem Land, in dem angeblich Menschen mit politisch unkorrekter Meinung regelmäßig "eingekerkert" und "mundtot" gemacht würden. Er beginnt damit sein Traktat über den parasitären Charakter und nahenden Untergang demokratischer Staatsformen in ideologischer Nähe zur Fraktion der Holocaust-Leugner. Über den rechtsextremen Charakter seiner Theorien vom idealen, anarchokapitalistischen Staat kann auch der scheinbar wissenschaftliche Ansatz seiner Analysen nicht hinwegtäuschen. Spätestens wenn er ausführt, dass in einem libertären Staat Demokraten, Kommunisten, Umweltschützer, Homosexuelle u. a. kein Recht auf freie Meinungsäußerung haben dürften, und wenn er verlangt, dass sie "physisch entfernt" werden müssten, entlarvt er sich als geistiger Wegbereiter eines totalitär-elitären Militia-Staates weißer Waffenbesitzer. Hoppes Buch ist umso erschreckender vor dem Hintergrund, dass er offenbar als einer der weltweit führenden Theoretiker der libertär-konservativen Bewegung anerkannt wird. getAbstract.com meint: Dieses Buch sollte man kennen, um sich gegen diese menschenverachtende Gesinnung zu wappnen.
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Kundenbewertungen zu "Demokratie" von "Hans-Hermann Hoppe"

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Bewertung von Rene aus Deutschland am 21.03.2006 ***** ausgezeichnet
Sehr interessantes, gut recherchiertes und mit vielen Originalquellen- und zitaten versehenes Buch.
Leider machen die vielen (allerdings sehr interessanten) Fußnoten das Buch etwas schwer "lesbar", auch wiederholt sich Hoppe öfter in diesem Buch.
Hoppes Vergleiche zwischen Demokratie und Monarchie sowie die Vergleiche des demokratischen Staates zu einer "privatisierten Gesellschaft" sind genial, schlüssig und logisch !
Es öffnen sich dem Leser Aspekte und Tatsachen an die man niemals einen Gedanken verschwendet hat obwohl sie absolut logisch sind.
Die Demokratieverachtung des Autors steckt an, also Vorsicht, der Leser wird sonst schnell zum "subversiven Subjekt".*g*
Jeder der von sich behauptet er sei "politsch interessiert" sollte sich dieses Werk mal zu Gemüte führen und wird erkennen, das die Demokratie weder das "Maß aller Dinge" , noch "das kleinere Übel" ist.

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