Silberpfeile - Kappacher, Walter

Walter Kappacher 

Silberpfeile

Roman. Ausgezeichnet mit dem Georg-Büchner Preis 2009

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Silberpfeile

Ein junger Journalist für Motorsport entdeckt während einer Italienreise ein Museum über den Rennfahrer Tazzio Nuvolari und beschließt, ein Buch über die deutschen Silberpfeile der dreißiger Jahre zu schreiben. Auf den Fotos taucht immer wieder der Name eines österreichischen Ingenieurs auf: Paul Windisch. Seine Recherchen führen den Ich-Erzähler in ein Seniorenheim in Salzburg, wo der fünfundachtzigjährige Paul Windisch seit einigen Monaten lebt. Dieser wünscht sich, noch einmal in seinem eigenen Haus einen richtigen Kaffee zu trinken. Dort erinnert sich der Chefingenieur an seine Arbeit bei der Auto-Union, die Weltrekordversuche und die letzte Fahrt von Bernd Rosemeyer, einem der berühmtesten Rennfahrer der Vorkriegsjahre. Schließlich erzählt Windisch, wie er von der Automobilindustrie in das kriegsentscheidende Werk Schlier geriet, das neben einem Konzentrationslager in der Nachbarschaft der Brauerei Zipf lag. In unterirdischen Stollen wurden V2-Raketen entwickelt, bis eine Explosion 1944 die Versuchsreihen stoppte... Während seiner unsentimental und unbeteiligt geschilderten Reise in die Vergangenheit wird klar, daß der Konstrukteur seine Rolle in der Kriegsindustrie ebenso zu verdrängen versucht wie die Bewohner des Orts. Doch auch für den Journalisten bleibt dieser Ausflug nicht ohne Folgen...

Ein junger Motorsportjournalist entdeckt während einer Italienreise ein Museum über den Rennfahrer Tazzio Nuvolari und beschließt, ein Buch über die deutschen Silberpfeile der dreißiger Jahre zu schreiben. Auf den Fotos taucht immer wieder der Name eines österreichischen Ingenieurs auf: Paul Windisch. Seine Recherchen führen den Ich-Erzähler in ein Seniorenheim in Salzburg, wo der fünfundachtzigjährige Paul Windisch seit einigen Monaten lebt. Dieser wünscht sich, noch einmal in seinem eigenen Haus einen richtigen Kaffee zu trinken. Dort erinnert sich der Chefingenieur an seine Arbeit bei der Auto-Union, die Weltrekordversuche und die letzte Fahrt von Bernd Rosemeyer, einem der berühmtesten Rennfahrer der Vorkriegsjahre.
Schließlich erzählt Windisch, wie er von der Automobilindustrie in das kriegsentscheidende Werk Schlier geriet, das neben einem Konzentrationslager in der Nachbarschaft der Brauerei Zipf lag. In unterirdischen Stollen wurden V2-Raketen entwickelt, bis eine Explosion 1944 die Versuchsreihen stoppte...

Während seiner unsentimental und unbeteiligt geschilderten Reise in die Vergangenheit wird klar, daß der Konstrukteur seine Rolle in der Kriegsindustrie ebenso zu verdrängen versucht wie die Bewohner des Orts. Doch auch für den Journalisten bleibt dieser Ausflug nicht ohne Folgen...


Produktinformation

  • Verlag: Deuticke Im Zsolnay Verlag
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 203 S.
  • Seitenzahl: 203
  • Best.Nr. des Verlages: 551/06121
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 150mm x 34mm
  • Gewicht: 417g
  • ISBN-13: 9783552061217
  • ISBN-10: 3552061215
  • Best.Nr.: 26538722
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.10.2009

Der da vorne ist Hitler, nicht wahr?
Ende Oktober wird der 1938 in Salzburg geborene Schriftsteller Walter Kappacher den Georg-Büchner-Preis entgegennehmen. Seinen Ruf als Autor der leisen Töne und verschwiegenen Katastrophen hat er mit seinem jüngsten Roman „Der Fliegenpalast” (2009) bestätigt, in dem der alternde, von einer Schreibkrise erfasste Dichter Hugo von Hofmannsthal im Mittelpunkt steht und kaum noch eine Zeile zuwege bringt.
Jetzt bringt im Vorfeld der Preisverleihung der deutsche Taschenbuchverlag neben Kappachers Erstling „Morgen” (1975) und dem in der Toskana angesiedelten Roman „Selina oder Das andere Leben” (2005) auch die „Silberpfeile” (2000) heraus. In diesem Roman zeigt Kappacher, dass er auch für den Motorenlärm und das metallische Wesen des Nationalsozialismus ein feines Ohr hat.
Ein Motorsportjournalist, Profi genug, um zu wissen, wie sich der Gedenkkalender bewirtschaften lässt, plant darin ein Buch über die Ära der deutschen Grand-Prix-Rennautomobile der 1930er Jahre, der von Mercedes und der Auto Union gebauten Silberpfeile. Der tödliche Unfall des deutschen Rennfahrers Bernd Rosemeyer im Januar 1938 ist sein …

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Walter Kappacher wurde 1938 in Salzburg geboren. Der österreichische Schriftsteller erhielt 2004 den vom Verleger Hubert Burda gestifteten Hermann-Lenz-Preis für seine präzise Erzählweise. 2009 wurde Walter Kappacher mit dem Georg-Büchner-Preis für sein erzählerisches Lebenswerk ausgezeichnet.

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