Leonce und Lena - Büchner, Georg

Leonce und Lena

Ein Lustspiel

Georg Büchner 

Herausgegeben von Kiermeier-Debre, Joseph
Broschiertes Buch
 
2 Kundenbewertungen
  ausgezeichnet
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
15 ebmiles sammeln
EUR 4,90
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten EmpfehlenMerken ErinnernAuf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Leonce und Lena

Büchners Lustspiel, das zunächst nicht recht in seine Werkbiographie passen möchte, offenbart die Brüchigkeit einer zeitlosen Idylle und die Abgründe der Heiterkeit nur dem, der unter die Oberfläche sieht. Mit diesem Stück gelingt dem Autor eine differenzierte Parodie literarischer Werke − von der Commedia dell' Arte bis Shakespeare.

Dabei verzichtet Büchner auch hier nicht auf seine radikal modernen Grundthemen: Überdruss und Weltekel finden sich in ›Leonce und Lena‹ ebenso wieder wie die Determination des menschlichen Lebens, die die einander Vorbestimmten auf der Flucht vor ihrer Zusammenführung vereint.



Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 1998
  • 1998.
  • Ausstattung/Bilder: 170 mm
  • Seitenzahl: 112
  • dtv Taschenbücher Bd.2643
  • Deutsch
  • Abmessung: 170mm x 116mm x 10mm
  • Gewicht: 105g
  • ISBN-13: 9783423026437
  • ISBN-10: 342302643X
  • Best.Nr.: 07028612
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 26.11.2013

Büchner
für Kinder
Zwei Bilderbücher
versuchen sich
am Anarchietraum
„Leonce und Lena“
Die Verlockung, Georg Büchners Bühnenstück Leonce und Lena als surrealistisches Märchen zu verstehen, scheint so groß zu sein, dass nun gleich zwei Bücher aus Anlass von Büchners 200. Geburtstag herausgekommen sind. Beide verfolgen den Ansatz, dass bei Büchners Stück, will man es als Märchenbilderbuch plausibel machen, fast alle Aspekte des Melancholischen, Satirischen, Obszönen, Politischen vermieden werden sollten zugunsten einer romantisch-poetischen, jugendlichen Heiterkeit. Also wird aus einem abgründigen, bösen, aggressiven Spiel um Langeweile, Liebe und Tod, um die Idiotie der Kleinstaaterei wie eines in hohler Förmlichkeit dahinvegetierenden Feudalismus ein Märchen mit Happy End, auch wenn manche Fallstricke und Überraschungen in Büchners Stück unter der Hand doch wirksam werden.
  Einfach haben es sich die beiden Bearbeiter nicht gemacht. Der 2013 verstorbene Schweizer Autor Jürg Amann versucht die Quadratur des Kreises durch geschicktes Weglassen und Überarbeitung dessen, was vom Original übrig bleibt. Amann …

Weiter lesen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 30.11.2013

Keuscher Kuss im Mondschein

Ist "Leonce und Lena" etwas für Kinder? Mit Lisbeth Zwerger und Jürg Amann schon.

Von Hubert Spiegel

Kinder wissen, was Langeweile ist: ein unbehaglicher Zustand, in dem man nichts mit sich anzufangen weiß. Minuten dehnen sich zu Stunden, und die Stunden fühlen sich an, als wären es ganze Tage. Man spürt die Leere als ein bleiernes Gewicht. Wie kann das sein? Was wiegt die Leere? Müsste sie sich nicht eigentlich ganz leicht anfühlen?

Das sind Leonce-Gedanken, die man haben kann, ohne Georg Büchners Stück "Leonce und Lena" zu kennen. Langeweile kann zu Melancholie führen und diese zu Überdruss und dieser wiederum zu Spott, Bitterkeit und Verzweiflung. Erst ist es nur Langeweile, dann ist es Weltschmerz. Erst nagt er nur, dann glaubt man, dass man daran sterben könnte. Erst ist es nur ein vages Interesse, dann die erste, die große, die einzige Liebe. Kinder kennen das, nur sind sie dann schon keine Kinder mehr. Aber erwachsen sind sie auch noch nicht.

Seitdem Georg Büchner 1836 sein Bühnenstück "Leonce und Lena" zu einem Preisausschreiben geschickt hat - allerdings zu spät, die Frist war …

Weiter lesen

Büchner
für Kinder

Zwei Bilderbücher
versuchen sich
am Anarchietraum
„Leonce und Lena“

Die Verlockung, Georg Büchners Bühnenstück Leonce und Lena als surrealistisches Märchen zu verstehen, scheint so groß zu sein, dass nun gleich zwei Bücher aus Anlass von Büchners 200. Geburtstag herausgekommen sind. Beide verfolgen den Ansatz, dass bei Büchners Stück, will man es als Märchenbilderbuch plausibel machen, fast alle Aspekte des Melancholischen, Satirischen, Obszönen, Politischen vermieden werden sollten zugunsten einer romantisch-poetischen, jugendlichen Heiterkeit. Also wird aus einem abgründigen, bösen, aggressiven Spiel um Langeweile, Liebe und Tod, um die Idiotie der Kleinstaaterei wie eines in hohler Förmlichkeit dahinvegetierenden Feudalismus ein Märchen mit Happy End, auch wenn manche Fallstricke und Überraschungen in Büchners Stück unter der Hand doch wirksam werden.

  Einfach haben es sich die beiden Bearbeiter nicht gemacht. Der 2013 verstorbene Schweizer Autor Jürg Amann versucht die Quadratur des Kreises durch geschicktes Weglassen und Überarbeitung dessen, was vom Original übrig bleibt. Amann behält den Stückcharakter bei, so dass sich dieses Buch, von der märchenerfahrenen Lisbeth Zwerger in sanft ironischem Licht illustriert mit großem Sinn für Verfremdungspoesie, als bühnentaugliche Version fürs Kindertheater vorstellen lässt. Barbara Kindermann erzählt dagegen das Stück als märchenhafte Geschichte nach. Sie montiert so viele Originalzitate, durch Kursivschrift kenntlich gemacht, wie möglich und nach Maßgabe ihrer Intention ein. Und tut sich damit keinen Gefallen. Denn jede Zeile Büchner macht schockartig die Fallhöhe deutlich zwischen bemühtem Nacherzählen und Originalton. Kindermann rettet wenigstens etwas vom Sarkasmus und der sexuellen Anspielungslust des Prinzen Leonce gegen seine Geliebte Rosetta, die bei Amann eliminiert ist. Bei beiden hat der Prinzendiener Valerio kaum eine Chance, seinen anarchischen Witz in seiner ganzen Heillosigkeit auszuspielen. Kindermanns Fassung lebt vor allem durch die Illustrationen von Almud Kunert, die ein wenig an Heinz Edelmanns Yellow Submarine erinnern, immerhin. Das Poppige, Überdrehte, Aufgekratzte charakterisiert besser die Typen und den Tenor des Stückes als Zwergers dichte Märchenatmosphäre.

  So blättert man hin und her, findet hier eine schöne Textstelle und dort ein gelungen schräges Bild. Oder man schwebt in einem zarten Nirgendwo zwischen den Königreichen Pipi und Popo, wie es Lisbeth Zwerger unnachahmlich leicht hinzaubert. Man merkt beiden Fassungen an, dass sie ein uneinholbares Original vor Augen hatten, dem sie sich mit allen Kräften stellen wollten im Glauben, so Georg Büchner auch ganz jungen Lesern schon näher bringen zu können. Aber es dürfte zweifelhaft sein, ob von einer dieser so angestrengt sorgfältigen, schriftstellerisch und illustratorisch ambitionierten Versionen für Jugendliche einst der Weg zum originalen Büchner führt. Wie gesagt, die Verlockung muss so groß gewesen sein, dass beide Autorenteams mehr riskierten, als gelingen konnte.

HARALD EGGEBRECHT

Georg Büchner : Leonce und Lena. Text von Jürg Amann. Mit Bildern von Lisbeth Zwerger. NordSüd 2013. 60 Seiten, 19,95 Euro.

Georg Büchner : Leonce und Lena. Nacherzählt von Barbara Kindermann. Mit Bildern von Almud Kunert. Kindermann 2013. 36 Seiten.

ILLUSTRATION AUS GEORG BÜCHNER UND ALMUD KUNERT: „LEONCE UND LENA“

ILLUSTRATION AUS GEORG BÜCHNER UND LISBETH ZWERGER: „LEONCE UND LENA“

DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de

Georg Büchner wurde am 17. Oktober 1813 in Goddelau bei Darmstadt geboren und starb am 19. Februar 1837 in Zürich. Er war das erste von sechs Kindern. Ab 1831 studierte er Medizin und Naturwissenschaften in Straßburg und ab 1833 auch Geschichte und Philosophie in Gießen. Er gründete 1834 die geheime Gesellschaft für Menschenrechte und verfasste zusammen mit Ludwig Weidig, einem führenden Oppositionellen, die Flugschrift Hessischer Landbote . Damit riefen sie die hessische Landbevölkerung zur Revolution gegen die Unterdrückung auf. 1834 siedelte er nach Darmstadt um. In dieser Zeit entstand Dantons Tod . Ein Jahr später floh er nach Straßburg. 1836 wurde ihm die Doktorwürde der Universität Zürich verliehen und er begann seine Lehrtätigkeit als Privatdozent für vergleichende Anatomie. Schon vor seiner Übersiedlung nach Zürich hatte Büchner seine Arbeit am Woyzeck begonnen. Das Werk blieb ein Fragment. Anfang 1837 erkrankte Büchner an Typhus und starb kurz darauf an dieser Krankheit.

Leseprobe zu "Leonce und Lena" von Georg Büchner

PDF anzeigen


Kundenbewertungen zu "Leonce und Lena" von "Georg Büchner"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen   ausgezeichnet)
  ausgezeichnet
 
(1)
  sehr gut
 
(1)
  gut
  weniger gut
  schlecht
Schreiben Sie eine Kundenbewertung zu "Leonce und Lena" und Gewinnen Sie mit etwas Glück einen 15 EUR buecher.de-Gutschein

Bewertung von Polar aus Aachen am 10.05.2008   ausgezeichnet
Eine unglückliche Liebe, die nichts voneinander weiß, sich auf die Flucht begibt, um zwangsverheiratet zu werden und tatsächlich festzustellen, dass es die Richtigen getroffen hat. Im Reiche Popo regiert die Posse. Im Reiche Pipi sieht es nicht besser aus. Dazwischen: die Regierung, ein absurder Staatsrath. Auch die Geistlichkeit in Gestalt des Hofpredigers kommt nicht glimpflich davon. Erfahren, weise erscheint nur die zweite Reihe zu sein. Valerio, die Gouvernante, Rosetta wissen, wen sie vor sich haben und bedienen sich ihrer. Büchner hat ein groteskes Bild eines Hofes gezeichnet. Mit seiner wunderbaren Sprache gelingt es ihm ein Märchen zu erzählen, dass beinah gleichzeitig mit dem Woyzeck entsteht. Hier wie da spiegelt er die Gesellschaft, setzt sie der Lächerlichkeit aus. Doch im Gegensatz zum Woyzeck, wo es tödlich endet, geht Leonce und Lena versöhnlich aus. Bei Shakespeare trinken Romeo und Julia Gift. Das ist auch eine Tragödie. Bei Büchner sitzt das Gift im Amüsement. Die Liebenden finden wie Gefangene zu ihrem Glück, müssen sich von nun an Regeln zu beugen. Trotzdem läßt Büchner uns die Hoffnung, dass sie es vielleicht eines Tages anders machen werden.

War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von unbekanntem Benutzer am 17.07.2001   sehr gut
Wer Spaß an absurder Literatur hat, wird an diesem nur wenige Seiten umfassenden und für seine Zeit sehr modernen Stück viel Freude haben.

War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Sie kennen "Leonce und Lena" von Georg Büchner ?
Tipp: Stöbern Sie doch mal ein wenig durch ausgewählte aktuelle Bewertungen in unserem Shop


7 Marktplatz-Angebote für "Leonce und Lena" ab EUR 0,25

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
deutliche Gebrauchsspuren 0,25 1,35 PayPal, Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung Mr.Brian 100,0% ansehen
gebraucht; sehr gut 2,00 2,00 PayPal, Banküberweisung Bücher am Schloss 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,49 2,50 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Banküberweisung ARVELLE Buch- und Medienversand e.K. 99,0% ansehen
3,00 2,00 PayPal, Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Antiquariat Rudloff 99,5% ansehen
4,49 2,00 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), PayPal, Kreditkarte, offene Rechnung, Banküberweisung Antiquariat Armebooks 99,5% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 4,50 0,00 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), PayPal, Banküberweisung Che & Chandler Versandbuchhandlung u. An 99,5% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 4,50 0,00 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), PayPal, Banküberweisung Versandbuchhandlung Kisch & Co. 99,7% ansehen
Mehr von