Leonce und Lena - Büchner, Georg

Leonce und Lena

Ein Lustspiel. Frankfurt 1850

Georg Büchner 

Herausgegeben von Kiermeier-Debre, Joseph
Broschiertes Buch
 
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Leonce und Lena

Büchners Lustspiel, das zunächst nicht recht in seine Werkbiographie passen möchte, offenbart die Brüchigkeit einer zeitlosen Idylle und die Abgründe der Heiterkeit nur dem, der unter die Oberfläche sieht. Mit diesem Stück gelingt dem Autor eine differenzierte Parodie literarischer Werke - von der Commedia dell' Arte bis Shakespeare. Dabei verzichtet Büchner auch hier nicht auf seine radikal modernen Grundthemen: Überdruss und Weltekel finden sich in Leonce und Lena ebenso wieder wie die Determination des menschlichen Lebens, die die einander Vorbestimmten auf der Flucht vor ihrer Zusammenführung vereint.


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 1998
  • 1998.
  • Ausstattung/Bilder: 170 mm
  • dtv Taschenbücher Bd.2643
  • Deutsch
  • Abmessung: 170mm x 116mm x 8mm
  • Gewicht: 105g
  • ISBN-13: 9783423026437
  • ISBN-10: 342302643X
  • Best.Nr.: 07028612
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 26.11.2013

Büchner
für Kinder
Zwei Bilderbücher
versuchen sich
am Anarchietraum
„Leonce und Lena“
Die Verlockung, Georg Büchners Bühnenstück Leonce und Lena als surrealistisches Märchen zu verstehen, scheint so groß zu sein, dass nun gleich zwei Bücher aus Anlass von Büchners 200. Geburtstag herausgekommen sind. Beide verfolgen den Ansatz, dass bei Büchners Stück, will man es als Märchenbilderbuch plausibel machen, fast alle Aspekte des Melancholischen, Satirischen, Obszönen, Politischen vermieden werden sollten zugunsten einer romantisch-poetischen, jugendlichen Heiterkeit. Also wird aus einem abgründigen, bösen, aggressiven Spiel um Langeweile, Liebe und Tod, um die Idiotie der Kleinstaaterei wie eines in hohler Förmlichkeit dahinvegetierenden Feudalismus ein Märchen mit Happy End, auch wenn manche Fallstricke und Überraschungen in Büchners Stück unter der Hand doch wirksam werden.
  Einfach haben es sich die beiden Bearbeiter nicht gemacht. Der 2013 verstorbene Schweizer Autor Jürg Amann versucht die Quadratur des Kreises durch geschicktes Weglassen und Überarbeitung dessen, was vom Original übrig bleibt. …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 30.11.2013

Keuscher Kuss im Mondschein

Ist "Leonce und Lena" etwas für Kinder? Mit Lisbeth Zwerger und Jürg Amann schon.

Von Hubert Spiegel

Kinder wissen, was Langeweile ist: ein unbehaglicher Zustand, in dem man nichts mit sich anzufangen weiß. Minuten dehnen sich zu Stunden, und die Stunden fühlen sich an, als wären es ganze Tage. Man spürt die Leere als ein bleiernes Gewicht. Wie kann das sein? Was wiegt die Leere? Müsste sie sich nicht eigentlich ganz leicht anfühlen?

Das sind Leonce-Gedanken, die man haben kann, ohne Georg Büchners Stück "Leonce und Lena" zu kennen. Langeweile kann zu Melancholie führen und diese zu Überdruss und dieser wiederum zu Spott, Bitterkeit und Verzweiflung. Erst ist es nur Langeweile, dann ist es Weltschmerz. Erst nagt er nur, dann glaubt man, dass man daran sterben könnte. Erst ist es nur ein vages Interesse, dann die erste, die große, die einzige Liebe. Kinder kennen das, nur sind sie dann schon keine Kinder mehr. Aber erwachsen sind sie auch noch nicht.

Seitdem Georg Büchner 1836 sein Bühnenstück "Leonce und Lena" zu einem Preisausschreiben geschickt hat - allerdings zu spät, die Frist war …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Mit "Leonce und Lena" ist nun der sechste Band der historisch-kritischen Marburger Ausgabe von Georg Büchners Werken, ediert im Auftrag der Mainzer Akademie und gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Bundes- und dem Hessischen Landesministerium, erschienen. Sie hat den Bund der zwei Herausgeber Burghard Dedner und Thomas Michael Mayer glatt gesprengt, berichtet traurig Alexander Kosenina. Mayer habe versucht, die Auslieferung mit juristischen Mitteln zu verhindert, weil seiner Ansicht nach die Ausgabe noch fehlerhaft sei. Stimmt schon, seufzt Kosenina, aber Fehler dieser Art - er erwähnt zwei Spitzklammern, die nicht fett gedruckt wurden - sind unvermeidbar und "gefährden niemandes Ruf". Kosenina ist mit dem Band durchaus zufrieden: Akribisch nähere sich diese Edition auf der Grundlage zweier Abschriften (derjenigen von Büchners Geliebter Wilhelmine Jaegle, 1838 abgedruckt von Karl Gutzkow im Journal "Der Telegraph", und einer zweiten von Büchners Schwester Louise, posthum herausgegeben vom Bruder Ludwig) dem Originaltext. Alle Schichten der Bearbeitung, befindet er, werden in der neuen Ausgabe "in jeder wünschenswerten Klarheit" sichtbar, und für die …

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»Eine grandiose Mischung aus Poesie, Sprachwitz und Philosophie, die wie ein Kultalbum wirkt, repeat, repeat, repeat.« DIE ZEIT »Ein Hörspiel-Juwel in Starbesetzung!« Die Welt

»Eine grandiose Mischung aus Poesie, Sprachwitz und Philosophie, die wie ein Kultalbum wirkt, repeat, repeat, repeat.« DIE ZEIT »Ein Hörspiel-Juwel in Starbesetzung!« Die Welt
Georg Büchner wurde am 17. Oktober 1813 in Goddelau bei Darmstadt geboren und starb am 19. Februar 1837 in Zürich. Er war das erste von sechs Kindern. Ab 1831 studierte er Medizin und Naturwissenschaften in Straßburg und ab 1833 auch Geschichte und Philosophie in Gießen. Er gründete 1834 die geheime Gesellschaft für Menschenrechte und verfasste zusammen mit Ludwig Weidig, einem führenden Oppositionellen, die Flugschrift Hessischer Landbote . Damit riefen sie die hessische Landbevölkerung zur Revolution gegen die Unterdrückung auf. 1834 siedelte er nach Darmstadt um. In dieser Zeit entstand Dantons Tod . Ein Jahr später floh er nach Straßburg. 1836 wurde ihm die Doktorwürde der Universität Zürich verliehen und er begann seine Lehrtätigkeit als Privatdozent für vergleichende Anatomie. Schon vor seiner Übersiedlung nach Zürich hatte Büchner seine Arbeit am Woyzeck begonnen. Das Werk blieb ein Fragment. Anfang 1837 erkrankte Büchner an Typhus und starb kurz darauf an dieser Krankheit.

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Kundenbewertungen zu "Leonce und Lena" von "Georg Büchner"

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Bewertung von Polar aus Aachen am 10.05.2008   ausgezeichnet
Eine unglückliche Liebe, die nichts voneinander weiß, sich auf die Flucht begibt, um zwangsverheiratet zu werden und tatsächlich festzustellen, dass es die Richtigen getroffen hat. Im Reiche Popo regiert die Posse. Im Reiche Pipi sieht es nicht besser aus. Dazwischen: die Regierung, ein absurder Staatsrath. Auch die Geistlichkeit in Gestalt des Hofpredigers kommt nicht glimpflich davon. Erfahren, weise erscheint nur die zweite Reihe zu sein. Valerio, die Gouvernante, Rosetta wissen, wen sie vor sich haben und bedienen sich ihrer. Büchner hat ein groteskes Bild eines Hofes gezeichnet. Mit seiner wunderbaren Sprache gelingt es ihm ein Märchen zu erzählen, dass beinah gleichzeitig mit dem Woyzeck entsteht. Hier wie da spiegelt er die Gesellschaft, setzt sie der Lächerlichkeit aus. Doch im Gegensatz zum Woyzeck, wo es tödlich endet, geht Leonce und Lena versöhnlich aus. Bei Shakespeare trinken Romeo und Julia Gift. Das ist auch eine Tragödie. Bei Büchner sitzt das Gift im Amüsement. Die Liebenden finden wie Gefangene zu ihrem Glück, müssen sich von nun an Regeln zu beugen. Trotzdem läßt Büchner uns die Hoffnung, dass sie es vielleicht eines Tages anders machen werden.

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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 17.07.2001   sehr gut
Wer Spaß an absurder Literatur hat, wird an diesem nur wenige Seiten umfassenden und für seine Zeit sehr modernen Stück viel Freude haben.

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