Zwischen Wahrheit und Dichtung - Kleinlercher, Alexandra

Alexandra Kleinlercher 

Zwischen Wahrheit und Dichtung

Antisemitismus und Nationalsozialismus bei Heimito von Doderer

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Zwischen Wahrheit und Dichtung

Was hat es mit Heimito von Doderers NS-Vergangenheit auf sich? Was zog ihn am Nationalsozialismus an, was stieß ihn später ab? Das Buch bringt neue Erkenntnisse zu diesem Einfluss in Leben und Werk. Aufschluss gibt sein Romanprojekt der 30er Jahre Die Dämonen der Ostmark , von dessen antisemitischer Thematik er sich bis zur Veröffentlichung der Dämonen 1956 schrittweise distanzierte. Die biographische Spurensuche zeichnet den dramatischen Lebensweg von Doderers Freunden jüdischer Herkunft nach. Besonderes Augenmerk gilt seiner ersten Ehefrau Auguste Hasterlik und deren Familie gestützt auf die beeindruckende Briefsammlung von Hasterliks Nichte Giulia Hine, die hier erstmals erschlossen wird. Darunter Briefe, in welchen Freunde über Doderers Zwiespältigkeit und seine Erfolge berichten.


Produktinformation

  • Verlag: Böhlau
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 320 S. m. 20 SW-Abb. u. Faksimile 235 mm
  • Seitenzahl: 472
  • Literaturgeschichte in Studien und Quellen Bd.16
  • Deutsch
  • Abmessung: 239mm x 156mm x 37mm
  • Gewicht: 825g
  • ISBN-13: 9783205786054
  • ISBN-10: 320578605X
  • Best.Nr.: 32626683

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Warum sie Heimito von Doderer lesen sollte, bleibt Friederike Reents auch nach der Lektüre dieser Dissertation von Alexandra Kleinlercher schleierhaft. Um Doderers Biografie, seine radikal nationalistischen Tendenzen und seine rassistischen Vorurteile in Werken wie "Dämonen der Ostmark" kennenzulernen, reicht der Band von Kleinlercher laut Reents indes aus. Jedenfalls, wenn der Leser sich mit philologisch und historisch korrekter Recherche- und Archivarbeit befassen möchte. Für schärfere Analysen und eine stärkere Beleuchtung von Doderers dualem Wirklichkeitssystem muss sich die Rezensentin an anderer Stelle umsehen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.12.2011

Die vielfältigen Anschlussphantasien eines Österreichers

Distinguiert und diskret bevorzugt: Alexandra Kleinlercher durchforstet Heimito von Doderers Leben und Werk nach Spuren von Antisemitismus und Nationalsozialismus.

Die Behauptung, Heimito von Doderer sei erst in den fünfziger Jahren aufgrund des auch Wien unterstellten restaurativen Treibhausklimas mit staatlich verordnetem Gedächtnisverlust zum radikalen Erneuerer einer österreichischen Nationalliteratur geworden, findet sich bis heute in rechtsgerichteten Blättern. Dabei reichen die Wurzeln von Doderers Gesamtwerk, zumal des Romans "Die Dämonen" (1956), Jahrzehnte zurück.

Um mit klarem Verstand Doderers Werk zu beurteilen, muss man also ein paar Fenster des historischen Treibhauses mehr aufmachen und darf sich nicht von autobiographischen Verschönerungsmaßnahmen blenden lassen. Auch Doderer, der 1933 in die NSDAP eingetreten und entgegen allen Behauptungen niemals ausgetreten ist, reihte sich ein in die Gruppe derer, die ihre Weste nachträglich reiner erscheinen lassen wollten.

In ihrer umfangreichen Dissertationsschrift "Zwischen Wahrheit und Dichtung. Antisemitismus …

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Alexandra Kleinlercher, Studium am Institut für Übersetzer- und Dolmetscherausbildung der Universität Wien, Promotion an der École Pratique des Hautes Études, Paris.

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