Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Philosophie -
Philosophie der Antike, einseitig bedruckt, Note: 1,3, Universität
Koblenz-Landau, Sprache: Deutsch, Abstract: Ein echtes Kunstwerk
bleibt, wie ein Naturwerk, für unsern Verstand immer unendlich; es
wird angeschaut, empfunden; es wirkt, es kann aber nicht eigentlich
erkannt, viel weniger sein Wesen, sein Verdienst mit Worten
ausgesprochen werden. Die griechische Tragödie ist unbestritten ein
großes Kunstwerk. Als eigentlicher Schöpfer dieser Kunstform galt
in der Antike Thespis, der im 6.Jahrhundert v.Chr. dem Chor einen
Schauspieler mit Sprechversen gegenübertreten ließ. Mit der
griechischen Tragödie sind untrennbar die Namen Aischylos,
Euripides und Sophokles verbunden, Aristoteles bezeichnet in seiner
Abhandlung De Poetika, sogar Euripides als den tragischsten aller
Dichter.Tragödie heißt wörtlich übersetzt Bockgesang. Die Mehrheit
der Philologen verstehen darunter einen Gesang zu den Böcken ,
einen Gesang von Schauspielern welche sich als Satyrn verkleidet
haben. Als die Tragödie zum ersten Mal in der Geschichte zum
Vorschein tritt, war sie schon fest in den dionysischen Kult, der
in Frühjahr von den Athenern gefeiert wurde, eingebunden. Bei dem
hier gesagten möchte ich es belassen. Es gibt viele Theorien über
die Entstehung und die Wirkung der griechischen Tragödie. Wie wir
oben von Goethe schon gehört haben, ist ein Kunstwerk für unseren
Verstand eigentlich nicht erkenntlich und gerade darin liegt das
Kunstvolle eines Kunstwerkes, das Unendliche mit endlichen Mitteln
darzustellen. Dies soll aber nicht heißen, dass man sich überhaupt
nicht mit der Analyse eines Kunstwerks beschäftigen soll. Ich
möchte mich in diesem Aufsatz mit der Anthropologie oder besser
gesagt, mit dem Menschenbild in den Tragödien des Dichters
Sophokles beschäftigen. Die drei großen griechischen Dramatiker,
Aischylos, Euripides und Sophokles überschneiden sich oft mit den
Themen und auch ihre Schaffenszeiten, jedoch finde ich, kann man
einige Unterschiede im Detail ausmachen, vor allem, wenn es um die
Fragen nach dem Menschenbild in ihren Tragödien geht. Hier soll nun
der Frage nach der Anthropologie von Sophokles nachgegangen werden.
Sophokles hat, nach Lesky, in seinen Tragödien mit die tragischsten
Gestalten der attischen Bühne geschaffen. Wie sieht Sophokles den
Menschen in seinen Tragödien?
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