Der historische Jesus von Nazaret muss eine Persönlichkeit gewesen
sein, die Menschen seiner Zeit begeisterte und bereits damals
Schriftsteller - die Evangelisten - dazu motivierte, ein Bild
seines Lebens zu zeichnen. Durch zwei Jahrtausende hindurch hat der
Begründer des Christentums Künstler, Denker und Mystiker fortan
dazu angeregt, sich ein eigenes Jesus-Bild zu erschaffen. Die
Jesus-Figur wurde zur Projektionsfläche für Ideen und Sehnsüchte
der jeweiligen Kultur. Sie gibt in ihrer jeweiligen Gestalt aber
nicht nur Auskunft über den Schöpfer und seine Epoche; umgekehrt
erschließt sich dem Glaubenden in diesen Interpretationen jener
Mensch, Jesus selbst, der durch seinen kulturellen
Abstand oft so fremd wirkt, wie sich das religiöse Gefühl ihn nahe
wünscht.
Udo Körner gestaltet in seinem Buch ein Jesus-Mosaik, das weit ab
von Plattitüden oder einfältiger Frömmelei einen anziehenden und
irritierenden, einen inspirierenden und infragestellenden, eben
einen lebendigen Menschen zeigt, der auch heute Menschen in seinen
Bann zu schlagen vermag.
Udo Körner, geboren 1941, studierte Theologie und Philosophie in Freiburg i. B. und Tübingen. Er war Religionslehrer, Studenten- und Gemeindepfarrer und ist seit 1991 schriftstellerisch und künstlerisch tätig. Er lebt in Heidelberg.
Inhaltsangabe
Aus dem Inhalt: Sören Kierkegaard und der geringe Jesus Friedrich Nietzsche und der todessüchtige Jesus Rainer Maria Rilke und der anspruchsvolle Jesus Dietrich Bonhoeffer und der mitleidende Jesus Matthias Claudius und der glaubwürdige Jesus Arno Schmidt und der belanglose Jesus Paul Celan und der königliche Jesus Bertold Brecht und der schöne Jesus Jean Paul und der gott-lose Jesus Vincent van Gogh und der künstlerische Jesus Martin Buber und der brüderliche Jesus Ignatius von Antoochien und der schweigende Jesus