Ausgangspunkt der Arbeit ist die Frage nach einem angemessenen
Menschenbild auch für die Praxis der Mediation. Auf Grund der
Hypothese, dass das Menschenbild einer problemlösungsorientierten
Mediation implizit oder auch explizit auf der Konstruktion des homo
oeconomicus beruhe, wird eine Kritik dieses Menschenbildes
angestrebt. Peter Sloterdjik würdigt in seinem Buch Zorn und Zeit
das Streben des Menschen nach Ehre und Anerkennung als zentrales
Moment. Es stellt sich also die Frage, wie mit dieser Energie
umzugehen sei, wenn, nach Sloterdjik, in der globalisierten
Situation keine Politik des Leidensausgleichs im Grossen mehr
möglich ist, die auf dem Nachtragen von vergangenem Unrecht
aufbaut. Die Hiobsgeschichte wird als Versöhnungsgeschichte
zwischen Gott und Mensch vorgestellt, die durch Wut und Auflehnung
hindurch zu neuen tragfähigen Beziehungsdefinitionen jenseits von
Rache und Ressentiment führt. Damit soll eine Möglichkeit
angedeutet werden, wie die jüdisch-christliche Tradition für das
Verständnis des Menschen auf dem Weg zu Gerechtigkeit und Frieden
gedeutet werden kann.
Hans Guldenmann wurde 1956 in Basel geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er arbeitet als Dozent in der Erwachsenenbildung und als Gefängnisseelsorger für die schweizerische Landeskirche. 2007 schloss er den Master-Studiengang Mediation an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) erfolgreich ab.
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