Der Band stellt das höfische Zeremoniell der Frühen Neuzeit als ein
System von zeichenhaften Handlungen vor, in die einzelne Künste und
Kunstwerke einbezogen waren. Der notwendige Kontext für
zeremonielles und festliches Handeln am Hof waren stets
entsprechend ausgestattete Räume. Die Aufsätze thematisieren
Bedingungen für eine heutige Interpretation zeremoniell genutzter
Ausstattungsformen. Sie widmen sich zudem exemplarisch einzelnen
Künsten und Kunstwerken innerhalb zeremoniell genutzter Räume,
indem sie nachden akustischen und musikalischen Zeichen am Hof
fragen oder auch nach der Vielfalt und dem Wandel des höfischen
Tafelzeremoniells. Weitere Beiträge sprechen jene Gegebenheiten und
spezifischen Bedingungen an, unter denen es zur Ausbildung
besonderer Räume und Dekorationsformen nach Maßgabe zeremonieller
Notwendigkeiten kam. Hier stehen Konzeptionen und
Wahrnehmungsformen zeremoniell geprägter Räume im Vordergrund wie
auch die besonderen Möglichkeiten einzelner Kunstgattungen. Dabei
wird deutlich, wie wichtig in der Frühen Neuzeit jene
künstlerischen Innovationen wurden, die eine zeremonielle
Inszenierung ebenso prägen wie auch ihre Rezeption steuern konnten.
Prof. Dr. Peter-Michael Hahn hat seit 1992 eine Professur für Landesgeschichte am Historischen Institut der Universität Potsdam inne. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit der adelig-fürstlichen Welt des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit und fragt vor allem nach der zeichenhaften Bedeutung von Kunstwerken im Kontext der höfischen Kultur. Prof. Dr. Ulrich Schütte lehrt seit 1989 am Kunstgeschichtlichen Institut der Philipps-Universität Marburg. Seine Forschungsschwerpunkte thematisieren die höfische Kunst und Architektur im Alten Reich, die ländlichen Profan- und Sakralbauten, die Fortifikationsarchitektur sowie die Kunsttraktate der Frühen Neuzeit.
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