Lange hielt sich in Russland das abfällige Wort von der
Weiberherrschaft, wenn vom 18. Jahrhundert die Rede war. Mit
Katharina I (1725-1727), Anna Iwanowna (1730-1740), Anna
Leopoldowna (1740-1741), Elisabeth Petrowna (17411761) und
Katharina II (1762-1796) haben fünf Frauen die Geschichte dieses
Jahrhunderts wesentlich geprägt. Jewgenij Anissimow zeichnet fünf
eng miteinander verzahnte, informative und unterhaltsame Portraits
vor dem historischen Hintegrund. Er zeigt die unterschiedlichen
Wege dieser Frauen an die Macht, wie sie zum Spielball von
Günstlingen und Hofintrigen wurden, sich behaupten konnten, oder
wie die stille Anna Leopoldownascheiterten.Phantastisch ist der Weg
der lettischen Hosenwäscherin Martha von der Geliebten und späteren
Gattin Zar Peters zur alleinherrschenden Zarin Katharina I. Anna
Iwanowna war als Zarin den einflussreichen Fürsten verpflichtet.
Anna Leopoldowna, die für ihren minderjährigen Sohn die
Regentschaft übernahm, wurde schon nach einem Jahr durch eine
Intrige von Elisabeth Petrowna gestürzt. Die Tochter Peters
regierte als betörende Schönheit unter dem Einfluss ihrer
Günstlinge und Liebhaber. Zur genialsten Herrscherin der russichen
Geschichte wurde die deutsche Fürstentochter Sophie Prinzessin von
Anhalt-Zerbst als Katharina II, nachdem sie ihren Gatten Zar Peter
III gestürzt hatte.Mit psychologischem Feingefühl schildert
Anissimow die Wege dieser Frauen: nach genauen Recherchen, aber
ohne zu werten und zu urteilen.
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