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| Bewertung von Stephanie_Sack aus München am 21.09.2011 | |
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~*°..Die Story..°*~ Es ist der Sommer 1963. Ein Sommer, der alles verändert. William Sheppard, auch Will genannt, ist 13 Jahre alt und eigentlich noch ein Kind. Sein Alltag zuhause ist geprägt von den gewaltsamen Schlägen und Demüdigungen seines Vaters. Als der sich wiederholt gegen seine Mutter richtet, entscheidet sich Will unbeholfen zu einer verzweifelten Tat: Er sticht zu. Für seine Mutter, für ihn - für das Ende eines Alptraums! Doch sein Vater überlebt! Will wird zu 2 Jahren Strafe auf einer Erziehungsanstalt in Colorado verurteilt. Gemeinsam mit anderen straffälligen Jugendlichen soll er dort seine "gerechte" Strafe aussitzen. Ein Einzug in eine noch dunklere Hölle! Es beginnen 24 Monate, die ihm zu einem noch schlimmeren Alptraum werden sollen, als er bis dahin vermutet. Denn auf der abgelegenen Erziehungsanstalt in Colorado passieren weit dramatischere Dinge als das Abrichten von Wildpferden. In Benny, Coop und Mickey findet er Verbündete. Sie werden zu seinen Freunden. Es scheint, als könnten sie gemeinsam alles sein. Auch Könige, die Könige von Colorado. ~*°..Meine Meinung..°*~ Zugegeben, David E. Hiltons Geschichte hat mich an meine persönlichen Grenzen stoßen lassen. Sie ist derart erschreckend und gewaltsam, dass ich mich an einigen Stellen zusammenreißen musste, weiter zu lesen. Bereits auf den ersten Seiten wurde ich von Hilton auf eine harte Probe gestellt, in der er mir das dramatische Ableben eines Pferdes beschrieb. Eine Sache, die zu dem Entschluss weiter zu lesen, nicht unbedingt beigetragen hat. Die Dinge, die in der Geschichte passieren, sind oft brutal. Wirklich brutal. Hilton nennt sie unverblühmt beim Namen. Oft schüttelte ich mich vor Ekel und Entsetzen, musste einige Sekunden in mich gehen, damit das Kopfkino welches sich unweigerlich vor meinen Augen abspielte wieder abflachte. Ja, ich hab gekämpft! Jedoch, und das muss man Hilton wirklich zu Gute halten, erzählte er mir auch eine wunderbare rührende Geschichte von Freundschaft und vom Leben. Von einem Leben, welches sich erschreckenderweise wirklich so ereignen kann. Hilton hat mir eines sehr deutlich gemacht. Ein einziger Moment oder eine einzige Tat kann tatsächlich alles verändern - dein gesamtes restliches Leben. Unser aller Leben ist geprägt von schier unerträglichen und wahnsinnig schönen Momenten. In "Wir sind die Könige von Colorado" zeigte mir Hilton, dass ganz kleine Dinge, die uns oft alltäglich erscheinen und von uns nicht selten für selbstverständlich genommen werden, alles bedeuten können. Für Will waren diese Momente Rettungsanker. Rettungsanker auf einer qualvollen Reise. Hilton hat mich entsetzt und gebannt zugleich. Seine Schreibstil ist fesselnd, ausschmückend und irgendwie grandios. Trotz aller Qualen, die er mir aufgezeigt hat, hat er mich in meinem Entschluss gestärkt, auch seinen nächsten Roman zu lesen. Ich kann nur hoffen, dass dieser einfach ein bisschen harmloser wird!! |
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Bewertung von Nefret am 18.03.2011 |
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Amerika in den 60er Jahren: Nachdem Will seinen brutalen Vater fast mit einem Messer getötet hat, muss der Dreizehnjährige für zwei Jahre auf eine Erziehungsranch nach Colorado. Schnell findet Will dort Freunde. Doch die vier Jungen haben unter brutalen Mitsträflingen und sadistische Aufseher zu leiden. "Wir sind die Könige von Colorado" ist kein Buch, zu dem man greift, wenn ein entspannter Abend auf dem Sofa geplant ist. Denn David E. Hiltons Erstlingsroman ist nichts für schwache Nerven. Das Buch fesselt, bewegt und erschüttert. Bereits Wills Kindheit wird schonungslos geschildert. Auf der Ranch selbst sind die Jungen Schlägen, Missbrauch und teilweise Folter ausgesetzt. Dabei geht es Schlag auf Schlag, der Leser kann kaum Luft holen - bis es zum Äußersten kommt. Trotzdem gibt es immer wieder Lichtblicke. Denn Will findet in Colorado Freunde fürs Leben. Mit diesem Buch preist der Autor die Freundschaft. Doch das Glück währt immer nur kurz. Dabei bedient sich Hilton einer schnörkerllosen und einfachen Sprache, die perfekt zu den Schilderungen passt. Am Ende bleibt ein aufgewühlter Leser zurück, der feststellen muss, dass es nicht immer Gerechtigkeit im Leben gibt. Doch Freunde machen das Leben leichter. |
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| Bewertung von Avathea aus Großalmerode am 09.03.2011 | |
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Will Sheppard hält es mit dreizehn Jahren einfach nicht mehr aus und geht schließlich mit einem Messer auf seinen Vater los, der wieder einmal dabei war seine Mutter zu misshandeln. Der Vater überlebt und Will wird vom Richter zu einer zweijährigen Haft in einer Erziehungsanstalt in Colorado verurteilt. Und hier beginnt der nunmehr 62jährige Will seine Geschichte aufzuschreiben. Die so genannte Erziehungsanstalt entpuppt sich schnell zu einer Foltereinrichtung, in der neben dem Willen der Pferde auch die Kinder und Jugendlichen gebrochen werden sollen. Die Aufseher sind größtenteils Sadisten und nur die aufkeimende Freundschaft zu Coop, Benny und Mickey und die warmherzige Krankenschwester Doreen Little verleihen Will Kraft, um dieses Martyrium Tag für Tag zu überstehen. Auch Silas, ein Mithäftling, macht den Freunden das Leben schwer und steht den Wärtern in ihrer Grausamkeit in nichts nach. Eines Tages brechen mehrere Pferde aus, die ein paar Aufseher gemeinsam mit mehreren Jungs, darunter auch Will, Benny, Mickey und Silas, wieder einfangen wollen. Diese willkommene Abwechslung vom Alltag verwandelt sich allerdings zu einer lebensbedrohlichen Situation, in der jeder um sein Leben kämpfen muss. Wir sind die Könige von Colorado ist ein flüssig geschriebener und gut erzählter Roman über das Schicksal von Will und seinen Freunden, die mehr oder weniger schuldig auf der Ranch gelandet sind und nur ihre Freundschaft haben, um die Hölle zu überstehen. Viele brutale und verzweifelte Szenen wühlen den Leser auf und man kann sich gut in die Lage von Will hineinversetzen, wenn er sich teils in sein Schicksal fügt, aber dann auch wieder die Wut in ihm aufkeimt und zum Kämpfen bereit ist. David E. Hilton hat einen schonungslosen und herzzerreißenden Debütroman geschrieben, der zum Nachdenken anregt und nichts für schwache Nerven ist und für alle anderen sehr zu empfehlen! |
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| Bewertung von evelynmartina am 09.03.2011 | |
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Hauptfigur des Debütromans von David E. Hilton ist William Sheppard, der von seiner bis ins Alter verdrängten, schrecklichen Jugendzeit in den sechziger Jahren erzählt. Im Alter von dreizehn Jahren sticht William auf seinen Vater ein, als dieser wieder einmal die Mutter schlägt und missbraucht. Daraufhin wird William zu einem zweijährigen Aufenthalt auf einer sogenannten Erziehungsranch in den Bergen von Colorado verurteilt. Dort regieren eigene Gesetze. Der Alltag zwischen zu zähmenden Pferden und skrupellosen Aufsehern ist rau und grausam, gnadenlos und unbarmherzig. Trotzdem gibt es kleine Lichtblicke, nämlich das Erleben von Freundschaft und Zusammengehörigkeit unter vier gleichgesinnten Jungs, die sich in Anlehnung an ein Kartenspiel die Könige von Colorado nennen. Eines Tages brechen mehrere Pferde aus, die Suche nach ihnen beginnt und die Situation eskaliert. David E. Hilton beschreibt William’s Geschichte zwar nüchtern, aufgrund der geschickt gewählten Ich-Form jedoch sehr eindringlich. Die Handlung ist besonders am Anfang des Buches mitreißend und fesselnd. Allerdings reiht sich im Verlauf des Geschehens ein brutales Ereignis an das andere, so dass ich mit der Zeit die Lust am Lesen verlor. Auf der Ranch, auf der unmenschliche, kaum als solche zu bezeichnende Erziehungsmethoden herrschen, gibt es entweder Gut oder Böse, und das Böse ist an Härte kaum zu überbieten. Ob die ausführlichen und sich wiederholenden Schilderungen von Gewaltszenen wirklich nötig gewesen sind, bleibt für mich fraglich. Meiner Meinung nach hemmen sie das Fortschreiten der Handlung und gehen auf Kosten der Charakterisierung der Personen, denn gerade über William’s Freunde und ihre Vorgeschichten hätte ich gerne mehr erfahren. Auch mit dem Ende, das in Bezug auf William’s Schicksal vielleicht versöhnlich stimmen mag, kann ich mich nicht so recht anfreunden. Der Roman hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Auf der einen Seite haben mir Sprach- und Erzählstil des Autors gut gefallen, auf der anderen Seite habe ich Tiefgang und Sensibilität vermisst und war stattdessen mit jeglicher Form von Brutalität konfrontiert. Ich hatte mich auf William, seine Freunde und Colorado gefreut. Daß dieses Leseerlebnis kein Zuckerschlecken wird, war mir im Vorhinein klar. Doch von der Umsetzung eines interessanten und realitätsnahen Themas bin ich insgesamt gesehen enttäuscht. |
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| Bewertung von Isegrimm am 05.03.2011 | |
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In David E. Hiltons Buch "Wir sind die Könige von Colorado" geht es um einen 13jährigen Jungen, der Mitte der 60er Jahre auf einer Ranch arbeiten muss, die als Erziehungsanstalt dient. 2 Jahre soll er dort verbringen und dabei helfen, Pferde einzureiten. Schnell wird allerdings klar, dass auch den dort arbeitenden Jungen eine schwere Zeit bevorsteht. Der Roman ist als Erinnerung des mittlerweile älteren William Shephard geschrieben, der damals zum ersten Mal von zuhause fort war. Melancholisch erinnert er sich an die Zeit auf der Ranch, in der er die besten Freunde seines Lebens fand und schlimmere Zeiten erlebte, als er je wieder durchmachen musste. Der Autor beschreibt schnörkellos den harten Alltag der Jugendlichen, die Gleichgültigkeit und auch manchmal Grausamkeit der Aufseher. Er bleibt dankenswerterweise zurückhaltend, wenn es um schlimme Erlebnisse der Protagonisten geht, ohne dabei distanziert zu wirken. Schnell wachsen einem die Hauptfigur und ihre Freunde ans Herz und es ist nahezu unmöglich dieses Buch wieder aus der Hand zu legen während sich die Geschichte auf ihren Showdown zubewegt. Wie schon in der Leseprobe beeindruckt der ruhige stil des Erzählers, der Spannung aufzubauen vermag, ohne über das Ziel hinaus zu schießen. Der Roman hat keinerlei Längen, hält das Niveau und ist sehr zu empfehlen. 5 Sterne! |
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Bewertung von Elohym78 aus Horhausen am 04.03.2011 |
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Will Sheppard wird von seinem Vater tyrannisiert, geschlagen und muss mit ansehen, wie er seine Mutter vergewaltigt. Eines Abends kann Will sich nicht bremsen und versucht, seinen Vater umzubringen. Dieser überlebt jedoch schwer verletzt. Der junge Will wird zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, die er auf der Swope-Ranch in Colorado verbringen muss. Ein Gefängnis der anderen Art, denn es gibt dort keine Zäune. Aber wer will schon fliehen, wenn es nichts gibt, wohin man fliehen könnte? Will versucht sich auf der Ranch einzuleben, geht seiner Arbeit nach, schließt Freundschaften. Eigentlich ein angenehmes Leben, wäre da nicht Aufseher Frank Kroft, der den Jungs das Leben zur Hölle macht. Neben seinen Freunden Mickey, Coop und Benny versucht einzig die Krankenschwester Miss Little Will zuhelfen, ihn vor den Gewaltaten zu schützen. Eine endlose Spirale der Gewalt hält den kleinen Jungen mit seinen 13 Jahren gefangen, eine Spirale, die in einem Höhepunkt der Grausamkeit zu eskalieren, die ihn zu zerbrechen droht. Das Cover zeigt die endlose Weite Colorados. Darüber eine gewaltige dunkle Wolkenwand, die Gefahr und Ausweglosigkeit symbolisiert. Der Titel des Buches ist in großen Buchstaben, fast über die Gesamte Länge gedruckt. Für mich ist das Cover leider etwas unscheinbar geraten und ich wäre im Laden vermutlich einfach daran vorbei gegangen. Geschrieben ist das Buch als Rückblick von Will Sheppard auf sein Leben. Dieser Einstieg ist David E. Hilton wunderbar gelungen, denn der Leser kann sich immer vor Augen halten, dass Will sein Martyrium überleben wird. Der Autor schildert den Gefängnisaufenthalt anschaulich und bewegend. Er spannt einen kontinuierlichen Spannungsbogen, der das komplette Buch umfasst und nicht nachlässt. Gut gefallen hat mir die Schilderung der Freundschaft der vier Jungs. In dieser Hölle halten sie zusammen, geben sich gegenseitig die Kraft, nicht aufzugeben und den Willen, einen weiteren Tag zu überstehen. Bemerkenswert gut ist Hilton auch die Schilderung der Gewalttaten gelungen. Man zittert förmlich, wenn den Aufsehern oder deren erklärten Lieblingen die Lust an Quälerein überkommt und sie sich ein Opfer suchen, um ihren Machtmissbrauch zu demonstieren. Trotz allem schildert der Autor dies in einem ruhigen Schreibstil. Er lässt nichts aus, beschönigt nichts, aber trotzdem mit Gefühl. Eine zutiefst ergreifende Mischung! Mein Fazit: Ein Buch, welches die Seele berührt, das Innerste erschüttert und mich sehr nachdenklich zurück ließ. Ein Buch kann kein Leben verändern, aber die Einstellung dazu! |
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| Bewertung von goat aus Niedersachsen am 27.02.2011 | |
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Schon allein das Cover des Romans vermittelt dem Leser, dass es hier um eine düstere Geschichte geht. Dunkle Wolken über den unendlichen Weiten Colorados. Der Blick auf den Horizont ist ein Blick in schwarze Finsternis. Der Autor schreibt sehr direkt und schont seine Leser nicht. Deswegen würde ich Menschen, die Gewaltszenen nur schwer verarbeiten können auch von diesem Buch abraten. Während der ganzen Zeit des Lesens hat mich das Gefühl von ständiger Beklemmung und Hilflosigkeit begleitet. David E. Hilton lässt den Roman mit einem Unfall beginnen, bei dem ein Pferd ums Leben kommt. Zeuge dieses Unfalls ist der 62-jährige William Sheppard. Der Tod der weißen Stute ruft ein Schlüsselerlebnis in ihm hervor und bringt ihn dazu, seine Erinnerungen an den Sommer 1963, als er mit dreizehn Jahren seinem Vater ein Messer in die Brust sticht, aufzuschreiben. „In diesem Moment kamen die Menschen und Orte, die ich so lange hinter jener verschlossenen Tür eingesperrt hatte, wieder zum Vorschein, und ich wurde von der Vergangenheit überrollt.“ Ich habe selten einen Autor erlebt, der einen Roman mit so viel Intensität schreibt, wie David E. Hilton. Fast könnte man davon ausgehen, dass Hilton selbst diese Geschichte so erlebt hat. Aber dem ist nicht so und man mag es fast nicht glauben. Schon gleich von Beginn an, war ich wie gelähmt und gleichzeitig gefesselt von dieser Brutalität, die Wills Leben beherrscht. Sein Vater nennt ihn Mädchen oder Schwuchtel. Die Schläge, die er von ihm bekommt, schmerzen nicht annähernd so sehr, wie die Schwäche seiner Mutter. Immer und immer wieder verteidigt sie ihren Ehemann und sagt, dass er ein guter Mann ist. Als Will seinen Vater in seiner Verzweiflung niedersticht, sieht ihn die Mutter ganz entsetzt und voller Abscheu an und fragt ihn: „Wie konntest du das tun, William! Oh, mein Gott. Wie konntest du nur!“ Dass Will sich in diesem Moment nicht verraten gefühlt hat, sondern nur Mitleid mit seiner Mutter hatte, ist für mich nur sehr schwer nachzuvollziehen. Genauso habe ich mich ständig gefragt, wie er diese zwei Jahre auf der Ranch psychisch überstehen konnte. Der Autor hat die Gewaltszenen so detailliert beschrieben, dass ich Tränen in den Augen hatte. Und niemand, wirklich niemand hat es geschafft, sich dagegen aufzulehnen. Wenn ich den Roman mit einem Wort beschreiben müsste, würde mir nur eines einfallen: SCHMERZ Das Thema Freundschaft nimmt in diesem Buch einen sehr hohen Stellenwert ein und gerade dort läuft der Autor mit seiner gefühlvollen Art zu Schreiben, zur Höchstform auf. Die Beschreibungen von den Gefühlen und Gedanken der Jungen, die sind so authentisch, dass man einfach mit leidet. Die seltenen Augenblicke des Glücks werden mit den nächsten Schicksalsschlägen gleich wieder zu Nichte gemacht. Der Tod ist in diesem Buch ein treuer Weggefährte und ich konnte mich damit nur schwer arrangieren. Trotzdem kann ich sagen, dass „Wir sind die Könige von Colorado“ eins der besten und intensivsten Bücher ist, welches ich in letzter Zeit gelesen habe. Selbst nachdem ich es schon seit ein paar Tagen ausgelesen habe, wühlt es mich immer noch auf und ich könnte schon wieder weinen. Weinen um die vielen Wills in dieser Welt, die es noch gibt und deren Leben geprägt ist, von Hass, Brutalität, Korruption und tiefer Hoffnungslosigkeit. Ich danke David E. Hilton für ein Buch, das uns daran erinnert, wie wichtig es ist, nicht aufzugeben, Freundschaften zu pflegen und es nicht als selbstverständlich anzusehen, wie gut es uns allen geht. |
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| Bewertung von Rennie aus Ingolstadt am 26.02.2011 | |
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Meine Rezension: Sommer 1963: Gerade einmal 13 Jahre als ist William Sheppard alt, als er auf seinen alkoholsüchtigen und cholerischen Vater mit einem Taschenmesser einsticht, während dieser wieder einmal Will´s Mutter brutal misshandelt und vergewaltigt. Will´s Vater überlebt den Angriff schwer verletzt, aber Will wird zu einer 2jährigen Haftstrafe in einer Jugendhaftanstalt verurteilt. Das schlimmste daran ist für den Jungen nicht einmal so sehr die Strafe, als das Erkennen, dass sich seine geliebte Mutter, für die er doch letztendlich diese Tat verübt hat, sich von ihm abwendet. Ziemlich kühl verabschiedet sie ihren Buben am Bahnhof des kleinen Heimatortes, als dieser mit dem Zug zum Antreten seiner Haftstrafe aufbrechen muss. Die Jugendhaftanstalt stellt sich als sehr abgelegene Pferderanch tief in den Bergen Colorados heraus und für Will beginnt dort ein neuer Lebensabschnitt. Unter einem sehr strengem Reglement sollen dort straffällig gewordene Jugendliche wieder auf den rechten Weg gebracht werden. Ihre Arbeit besteht aus dem Versorgen und Zähmen wilder Pferde und ist verdammt hart für die Jugendlichen. Bald schon merkt auch Will, dass auf dieser Ranch nicht nur der Wille von wilden Pferden gebrochen werden soll, sondern dass einige ziemlich sadistische Aufseher selbiges auch bei den Jungen versuchen. Noch erschwerend kommt hinzu, dass nicht alle Häftlinge so wenig Eigenschuld wie Will an ihrem Aufenthalt tragen. Will muss lernen, erwachsen zu werden und sich zur Wehr zu setzen, auch wenn er noch viel zu jung für ein derartiges Leben ist. Doch neben all dem Schrecklichen, das auf den 13jährigen hereinzubrechen droht, findet er in den gleichaltrigen Mithäftlingen Coop, Benny und Mickey auch Freunde und das Vierergespann bildet schon bald eine verschworene Gemeinschaft, die davon träumt, als die „Könige von Colorado“ zu leben und alles Schlechte und Brutale, das ihnen widerfährt vergessen zu können. Bald jedoch gilt es für das Quartett einen schrecklichen Kampf ums nackte Überleben auszufechten und ein spannender und mitreißender Roman nimmt seinen weiteren Verlauf … Fazit: Ich vergebe nur selten die Höchstpunktzahl für einen Roman, aber dieses Buch nenne ich für mich ruhigen Gewissens, eines der besten, dass ich je gelesen habe. Mit sehr viel Hingabe erzählt der Autor über ein nicht alltägliches Jungenleben in den 60ern, wobei Freund-, asls auch Feindschaft herrschen und wo Gewalt an der Tagesordnung liegt. Man spürt mit jedem Kapitel, dass David E. Hilton seinen Roman nicht nur geschrieben, sondern ihn dabei auch gelebt hat. Seite für Seite. Ein solch tolles, fesselndes und rührendes Buch habe ich lange nicht in Händen gehalten. „Die Könige von Colorado“ ist ein Muss für jeden Leser, egal welche Genres er oder sie auch bevorzugen mag. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand dies bereuen könnte. Für mich erhält dieses Buch die höchste positive Bewertung, die vergeben werden kann und ich wünsche mir, noch viel mehr von David E. Hilton zum Lesen vorgesetzt zu bekommen. Für diesen Debütroman kann man dem Autoren nur ganz herzlich gratulieren und Danke sagen. |
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Bewertung von Everett aus Barsinghausen am 23.02.2011 |
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Der dreizehnjährige William weiß im Sommer 1963 nicht mehr weiter. Wieder schlägt der gewalttätige Vater auf ihn und seine Mutter ein. Voller Wut und Verzweiflung sticht er seinem Vater ein Messer in die Brust. Williams Vater überlebt und Will muss für zwei Jahre in ein Jugenderziehungslager, eine abgelegene Ranch in Colorado. Mit weiteren Jugendlichen muss Will dort wilde Pferde zähmen. Neben der harten Arbeit, die so noch zu ertragen wäre, müssen die Jungs sadistische Aufseher, den profitgierigen Direktor und einen hinterhältigen Mitgefangenen ertragen. Doch in all dem findet Will auch Freunde, Coop, Benny und Mickey, und untereinander können sie sich immer wieder Mut machen und Halt geben. Nach und nach erfährt man die Gründe des Aufenthaltes der andern Jungen auf der Ranch. Durch das Zutun eines Mitgefangenen geschehen schlimme Dinge und ohne einander würden die Jungs alle Hoffnung verlieren. Als dann Pferde ausbrechen und sie mit zum Suchtrupp gehören, müssen sie bald feststellen, dass es noch schlimmer kommen kann und sie ums nackte Überleben kämpfen müssen. Selten, dass ich ein Buch so schnell durchgelesen habe. Es hat mich von Anfang an gefesselt. Die Ich-Erzählung von Will ist zutiefst beeindruckend, und man kann sich alles sehr gut vorstellen, und ist erschüttert. Wie kann ein Staat, erwachsene Leute so etwas zulassen, dulden, selber ausführen? Denn, dass an der Geschichte irgendetwas Wahres dran ist, kann ich mir gut vorstellen. Die Hauptpersonen sind sehr gut dargestellt und auch andere Romanfiguren sind gut vorstellbar. Einzig die Figur des gewalttätigen Mitgefangenen schwächelt, dessen Beweggründe bleiben offen und so bleibt er eher eine farblose, wenn auch zutiefst böse Figur. Beeindruckend ist, wie Will durch Freundschaft und Loyalität die Kraft bekommt, um das alles durch-zustehen und bei allem menschlich bleibt. Das wird auch am Ende des Romans sehr deutlich, wo sich die Freunde nach vielen Jahren wieder finden. Der Autor hat eigentlich unsagbares in einer klaren und beeindruckenden Sprache zu Papier gebracht. Ich denke, hier muss auch die Übersetzung gelobt werden. Auf dem Cover würden mir, in Anlehnung an die Geschichte, Bäume und eine Pferdeherde fehlen. Für mich ein sehr beeindruckendes Buch, was wirklich unter die Haut geht. |
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Bewertung von sabatayn76 am 20.02.2011 |
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'Und die Welt war dunkel' Inhalt: Nach einem Unfall, bei dem ein Pferd stirbt, werden beim Ich-Erzähler William lang verdrängte Erinnerungen aktiviert. Die Szenerie lässt ihn nicht mehr los und bringt ihn dazu, von den Ereignissen, die beinahe ein halbes Jahrhundert zurück liegen, zu erzählen. Er berichtet vom physischen und psychischen Missbrauch durch den alkoholkranken Vater, von der vom Vater verprügelten Mutter, von verbaler Aggressivität - und von dem Tag, an dem er seinem Vater ein Messer in die Brust gerammt hat, woraufhin Will zwei Jahre in einer Erziehungsanstalt - auf einer abgelegenen Ranch in den Bergen von Colorado - verbringen muss. Mein Eindruck: Hilton hat ein düsteres, abgründiges, mitreißendes und fesselndes Buch in klarer Sprache und mit überzeugend charakterisierten Protagonisten geschrieben. 'Wir sind die Könige von Colorado' ist von psychologischer Tiefe und zeigt in glaubwürdiger und verstörender Weise die von den Protagonisten täglich erfahrene Gewalt - und den Kampf um Normalität, um wahre Freundschaft, um Anerkennung und darum, Traumata vergessen und ohne die quälenden Erinnerungen daran weiterleben zu können. Hilton schildert psychische und physische Gewalt sehr explizit, und ich hatte häufiger das Gefühl, diese Beschreibungen beinahe nicht ertragen zu können. Ich finde jedoch, dass es gerade diese detaillierten und schier unerträglichen Schilderungen sind, die es ermöglichen, sich vollständig in die Protagonisten einzufühlen, mit ihnen leiden zu können und das Gefühl zu haben, selbst auf der Swope Ranch ums nackte Überleben zu kämpfen. Mein Resümee: 'Wir sind die Könige von Colorado' ist sicherlich eines der bewegendsten und emotional mitreißendsten Bücher, die ich je gelesen habe. Unbedingt lesen! |
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