Wilde Lupinen / Sturmzeit Bd.2 - Link, Charlotte

Charlotte Link 

Wilde Lupinen / Sturmzeit Bd.2

Roman

Broschiertes Buch
 
3 Kundenbewertungen
***** ausgezeichnet
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
9 ebmiles sammeln
EUR 8,95
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Wilde Lupinen / Sturmzeit Bd.2

Berlin 1938: Politik interessiert Felicia nicht. Sie verfolgt ihre Interessen als Unternehmerin ebenso rücksichtslos wie ihre Tochter Belle ihre Träume beim Film. Aber der Realität entgeht auch ihre Familie nicht...

'Die Schriftstellerin Charlotte Link versteht es prachtvoll, Lebenslinien zu einem Spannungsnetz zu verknüpfen.' -- GONG


Produktinformation

  • Verlag: Blanvalet
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 542 S.
  • Seitenzahl: 544
  • Blanvalet Taschenbuch Nr.37417
  • Deutsch
  • Abmessung: 186mm x 118mm x 45mm
  • Gewicht: 426g
  • ISBN-13: 9783442374175
  • ISBN-10: 3442374170
  • Best.Nr.: 26238107
Die Schriftstellerin Charlotte Link versteht es prachtvoll, Lebenslinien zu einem Spannungsnetz zu verknüpfen. GONG

"Die Schriftstellerin Charlotte Link versteht es prachtvoll, Lebenslinien zu einem Spannungsnetz zu verknüpfen."
Charlotte Link, geboren in Frankfurt/Main, ist die erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart. Ihre psychologischen Spannungsromane sind internationale Bestseller, auch Im Tal des Fuchses eroberte wieder auf Anhieb die SPIEGEL-Bestsellerliste. Allein in Deutschland wurden bislang über 20 Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft; ihre Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. Die Verfilmungen, zuletzt Das andere Kind, werden im Fernsehen mit enorm hohen Einschaltquoten ausgestrahlt. Charlotte Link lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt/Main.

Leseprobe zu "Wilde Lupinen / Sturmzeit Bd.2" von Charlotte Link

PDF anzeigen

Leseprobe zu "Wilde Lupinen / Sturmzeit Bd.2" von Charlotte Link

Es war im Mai, und die Rapsfelder blühten. Hellgrünes Laub leuchte in der Sonne. Auf den Wiesen wucherten Klee und Löwenzahn, und der Wind trug einen leisen Salzgeruch ins Land. Flimmernd fielen die Sonnenstrahlen des Frühsommerabends durch die Blätter der Eichen, die die Auffahrt zu Lulinn säumten. Am Ende der Allee konnte man das Gutshaus erkennen, efeubewachsen und verwittert. Entlang der Auffahrt grasten Pferde, Trakehner, zwei von ihnen galoppierten quer über die Koppel hintereinanderher. Ein anderes stand aufrecht, mit hocherhobenem Kopf, am Zaun und wieherte laut.

Obwohl sie fast das ganze Jahr über in Berlin lebte, wäre Belle Lombardnie auf die Idee gekommen, etwas anderes als Lulinn mit Heimat zu bezeichnen.

"Ich komme aus Ostpreußen", pflegte sie zu sagen, wenn man sie nach ihrem Zuhause fragte, und erklärend setzte sie hinzu: "Von Lulinn. Ein Gut, schon seit drei Jahrhunderten im Besitz meiner Familie. Es liegt nahe bei Insterburg... also nicht mehr weit von der litauischen Grenze."

Sie musste die Worte "Lulinn" und "Insterburg" nur aussprechen, und es wurde ihr so sehnsüchtig zumute, daß sie meinte, Berlin keine Sekunde länger ertragen zu können. Natürlich, sie hing an dieser Stadt, sie lebte dort, arbeitete dort, hatte eine Menge Freunde, aber Lulinn, das war etwas ganz anderes. Lulinn -das waren im Sommer Kornfelder soweit das Auge reichte, und im Winter dicke, aufgeplusterte Schneehauben auf den Weidezäunen, das waren Schwarzbeeren im Herbst und der Geruch von Laub und Pilzen, das waren als erste Frühlingsboten die Wildgänse am Himmel, die aus dem Süden zurückkehrten. Lulinn - mächtige Eichen und wilde Lupinen, blau-grau die Schatten der Wälder am Horizont, schwer der Duft von Jasmin im Wind und der von frischem Kümmelbrot aus der Küche im Souterrain. Der farbenprächtige Rosengarten vor dem Portal, das Klappernder Holzschuhe, wenn die Knechte und Mägde in aller Herrgottsfrühe die Arbeit auf dem Hof begannen, das Rauschen des Laubes von den Obstbäumen im Garten und die herrlichen, schneeweißen Federbetten, die immer so gut rochen, weil Jadzia, die polnische Haushälterin, die Leinenbezüge nachdem Waschen draußen trocknen ließ und sich der Duft von frischem Heu, von Blumen und Kräutern in ihnen fing.

Auf Lulinn war die Zeit irgendwann stehen geblieben und hatte sich dann einen bedächtigen Lauf angewöhnt, und Belle dachte, es sei das unwandelbare Gleichmaß aller Dinge, was dem Gut seinen Zauber gab. Draußen zeigte sich die Welt abwechselnd gleichgültig, böse oder sogar grausam, aber auf Lulinn gab es Beständigkeit, und wenn man seine Mauern nach ein paar Tagen wieder verließ, fühlte man sich gegen alles gewappnet, was das Leben an Mißhelligkeiten bereithalten mochte.

Alles wird gut, dachte Belle auch diesmal, als der blankgeputzte, schokoladenbraune Armstrong Siddeley ihrer Tante die Eichenallee entlangfuhr. Wie schwer der Flieder roch! Sie wandte den Kopf und betrachtete die Frau, die am Steuer saß. Tante Modeste, die sie am Bahnhof in Insterburg abgeholt hatte und seitdem ununterbrochen dar über jammerte, wie viel Zeit sie dieses Unternehmen kostete. "Als ob man nichts Besseres zu tun hätte", knurrte sie auch jetzt.

Wie kann man nur so mißmutig sein, wenn man das Glück hat, das ganze Jahr auf Lulinn leben zu dürfen, fragte sich Belle im stillen. Sie und Modeste hatten einander nie leiden können. Modeste fand, Belle sei vorlaut und frech und habe die unglückliche Neigung, sich in jeder Lebenslage daneben zu benehmen. Umgekehrt hielt Belle Modeste für falsch und heimtückisch und unerträglich rechthaberisch. Modeste hatte vor acht Jahren geheiratet, einen kleinen, schmächtigen Mann, Kaufmannssohn aus Insterburg, der vollkommen unter ihrer Fuchtel stand und sich für eine Art Missionar hielt; auf eine nervtötend salbadernde Art fragte er jeden Bewohner Lulinns ständig nach seinen geheimsten Problemen aus, wobei er selbst vor den allerintimsten Fragen nicht zurückschreckte. Nachher plauderte er, auch im größeren Kreis, aus, was er erfahren hatte. Immerhin -man traute es ihm nicht zu, wenn man ihn in seiner trostlosen Magerkeit sah- hatte er in den acht Jahren seiner Ehe schon vier Kinder gezeugt, mit dem vierten war Modeste nun schwanger. Sie machte viel Aufhebens darum, keuchte und klagte. Aber wahrscheinlich, dachte Belle in einem Anflug von Mitleid, hat sie es wirklich nicht leicht damit. Sie ist so dick wie ein Hefekloß!

"Es ist heiß wie im Hochsommer, stöhnte Modeste und wischte sich den Schweiß aus dem geröteten Gesicht. "Man hält es kaum aus. Besonders in meinem Zustand!

"Warum trägst du auch ein schwarzes Kleid, Tante Modeste? Das macht es nur schlimmer!

Sofort verwandelte sich Modeste in die verkörperte Empörung.

"Du hast vergessen, dass ich in Trauer bin! Aber natürlich, du hast meine Eltern ja nie gemocht!

Modestes Elternwaren beide kurz nacheinander gestorben, und Belle konnte tatsächlich nicht behaupten, dass es sie außerordentlich geschmerzt hätte - obwohl es einen immer erschreckt, wenn Menschen sterben, die man gut gekannt hat, selbst wenn sie so sauertöpfisch waren, wie die alte Tante Gertrud oder ein Erznazi wie ihr Mann Victor. Modeste aber hatte es tief getroffen. Sie fügte hinzu: "Meiner armen Mutter hast du sogar regelrecht das Leben schwergemacht! Immerzu widersprochen.

"Ach Modeste! Ich war ein Kind, und ich hatte meine Trotzphase wie alle Kinder! Das brauchte doch keiner ernst zu nehmen!

Modeste betrachtete beinahe haßerfüllt das Gesicht der jungen Frau. Diese vollkommen reine, weiße Haut, dachte sie, und wieso glänzt ihr Haar so? Wie schön sie ist und wie jung!

"Alles hing an meiner Mutter, fuhr sie fort, "denn deine hat sich ja fast nie blicken lassen. Geht ihren eigenen Weg, die gnädige Frau, und lässt andere die Arbeit tun! Schöne Moral!

Belles Augen wurden schmal. "Laß Mama aus dem Spiel! Sie tut mehr für uns alle, als irgend jemand sonst!

"Jaja ...", murmelte Modeste unbestimmt. Der Wagen war vor dem Portal angekommen, Modeste trat auf die Bremse. Sie stöhnte schon im voraus, denn sie wußte, wie schwer es ihr fallen würde, ihren massigen Leib aus dem Auto zu wuchten. "Dir wird es auch bald nicht anders gehen", prophezeite sie finster und wies auf ihren Bauch.

"Möglich", entgegnete Belle ruhig und entschlossen, sich nicht über Modeste zu ärgern. Sie war auf Lulinn, und sie war glücklich. Es war der 20. Mai 1938. Belle Lombard war nach Lulinn gekommen, um dort zu heiraten.

Kundenbewertungen zu "Wilde Lupinen / Sturmzeit Bd.2" von "Charlotte Link"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
***** ausgezeichnet
 
(3)
***** sehr gut
***** gut
***** weniger gut
***** schlecht
Schreiben Sie eine Kundenbewertung zu "Wilde Lupinen / Sturmzeit Bd.2" und Gewinnen Sie mit etwas Glück einen 15 EUR buecher.de-Gutschein

Bewertung von Lina Krüger aus Stauchitz am 10.03.2013 ***** ausgezeichnet
Dies ist der 2. Band der Triologie von Charlotte Link. Er beginnt im Jahr 1938 und endet mit Beginn der Nachkriegszeit.
Hier geht es hauptsächlich um Felicia und Belle, die Tochter von Felicia.
Belle kümmert sich mehr oder weniger nur um ihre eigenen Interessen, und die gelten vor allem einer Filmkariere.Es ist ihr gleich, was in der Politik passiert oder für wen sie arbeitet. Doch auch sie muss irgendwann erkennen, das es so nicht geht. Allerdings handelt sie doch immer wieder recht egoistisch.
Dahingegen ist ihre Mutter wesentlich reifer geworden. Die Stärke, die man im ersten Teil schon manches Mal erahnen konnte, kommt in diesem Teil oft zum tragen.
Ihre Loyalität zu ihre ersten Liebe Maksim und ihrer jüdischen Freundin ist immer noch ungebrochen. Deshalb arbeitet sie auch im Untergrund mit. Dadurch kommt sie so manches Mal in äußerst schwierige Situationen, die sie mit Mut und oft auch mit viel Glück meistert. Nicht zuletzt ist die Situation so schwierig, da der Feind in der eigenen Familie sitzt.
Und dann ist da auch noch die Beziehung von Alex und Felicia, die äußert konfliktreich ist.
Ein spannendes Buch, wo man manches Mal die Luft anhält, weil die Gefahr spürbar ist.
Irgedwie kommt man nicht an der Bewunderung für Felicia vorbei, obwohl sie ihre Hilfe nicht immer freiwillig anbietet. Aber, wenn sie sich einmal dazu entschlossen hat, dann steht sie auch mit allen Konsequenzen dahinter.

War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Kleine aus Baden-Württemberg am 14.02.2013 ***** ausgezeichnet
Der zweite Band der "Sturmzeit"-Saga von Charlotte Link ist für mich der beste dieser Reihe. Auch wenn er von vielen Schicksalsschlägen rund um die Familie Degnelly geprägt ist.
Felicia Degnelly, immer noch mit die Hauptperson und der Dreh und Angelpunkt der Geschichte, hat kein großes Interesse an Politik und ist nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Und sie will materiell das beste für ihre Familie erreichen, auch wenn sie sich gefühlsmäßig nicht so sehr um sie kümmert und nicht mitbekommt, dass ihre Tochter Bella in einer Krise steckt.
Geld spielt für sie eine wichtige Rolle, sie ist eine gute Unternehmerin und weiß, wie sie ihre Geld vermehrt. Dabei arbeitet sie auch mit den Nationalsozialisten zusammen, obwohl sie deren Ideale verabscheut. Aber wie gesagt, Politik ist ihr nicht wichtig. Deshalb kann sie auch die Idee, die Maksim Marakow, den sie immer noch liebt, begeistert, nicht verstehen. Er ist ein großer Anhänger des Kommunismus und setzt sich mit seiner Freundin Mascha dafür ein, dass die "Roten" in der Sowjetunion und in Russland weiter voranschreiten.
Felicia hat auch jüdische Freunde, die sie in der Zeit der Verfolgung unterstützt und versteckt, ebenso wie viele andere politisch Verfolgte, die sie trotz aller Gefahren in ihren Keller lässt.
Ihre zweite Tochter Susanne ist mit dem SS-Hauptstürmführer Hans Velin verheiratet, was es ihr nicht gerade einfach macht. Trotzdem nimmt sie das Risiko in Kauf. Doch irgendwann wird sie von der Gestapo verhört...
Der Zweite Weltkrieg kostet die Familie Degnelly alles, was sie besitzt, sei es durch Bomben oder durch die Verfolgung, die Flucht aus Ostpreußen. Für Felicia bricht eine Welt zusammen, als sie ihr geliebtes Lulinn verliert. Und auch die Anzahl der Familienmitglieder soll sich durch den Krieg deutlich reduzieren.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Grumi aus München am 22.03.2010 ***** ausgezeichnet
Für mich das beste Werk von den zahlreichen Bücher Charlotte Links. Einfach lesenswert. Real, einfühlsam, detalliert, perfekt!

1 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Sie kennen "Wilde Lupinen / Sturmzeit Bd.2" von Charlotte Link ?
Tipp: Stöbern Sie doch mal ein wenig durch ausgewählte aktuelle Bewertungen in unserem Shop

8 Marktplatz-Angebote für "Wilde Lupinen / Sturmzeit Bd.2" ab EUR 2,20

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
leichte Gebrauchsspuren 2,20 9,80 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Banküberweisung kristina1 100,0% ansehen
deutliche Gebrauchsspuren 2,80 1,70 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung mcreina 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 4,00 1,40 PayPal, Banküberweisung mairen 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 5,00 1,20 Banküberweisung, PayPal, Selbstabholung und Barzahlung Rarina 100,0% ansehen
Wie neu 8,40 1,50 Banküberweisung robo-buch 98,3% ansehen
gebraucht; wie neu 8,50 1,00 PayPal, Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung jo1u 98,4% ansehen
Wie neu 8,60 1,60 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung Buchversand Zorneding 99,1% ansehen
wie neu 8,95 1,40 PayPal, Banküberweisung Baer-Edutainmen t 100,0% ansehen
Mehr von
Andere Kunden kauften auch