Erhellende Erkenntnisse über Natur und Leben vom Vordenker der
ökologischen Bewegung
Nie war er aktueller als heute Henry David Thoreau, Kämpfer für
Bürgerrechte und Vordenker der ökologischen Bewegung. Zum 150.
Todestag des visionären Autors präsentiert der Manesse Verlag eine
kleine Sensation: die deutsche Erstausgabe seiner Aufzeichnungen
über Wilde Früchte . Liebevoll und detailgenau begleitet Thoreau
Erwachen, Wachsen und Reifen der heimischen Natur.
Ausgangspunkt seiner literarischen Streifzüge durch die
Pflanzenwelt war Concord, Massachusetts, der Schauplatz seines
berühmten Werkes Walden . Thoreaus Einträge beschreiben 182 Arten
und Unterarten, von den Nussfrüchten der Ulmen Anfang Mai bis zum
Wacholder im darauffolgenden März. Für deren genaues Aussehen,
ihren Standort und Reifungsprozess interessierte er sich ebenso wie
für frühe naturgeschichtliche Aufzeichnungen und das Wissen der
amerikanischen Ureinwohner. In prachtvoller Ausstattung und
illustriert mit 50 eigens angefertigten farbigen Zeichnungen, lässt
sich seine fein strukturierte Prosa im Jubiläumsjahr ganz neu
entdecken. Den Geschenkband ergänzen ein botanisches Glossar, ein
umfassender Anmerkungsapparat und eine Landkarte von Concord.
Für die Suche nach Alternativen empfiehlt Jörg Albrecht: Thoreau lesen! Nicht nur die Walden-Aufzeichnungen, auch dieser zum 150. Todestag des Einsiedlers erscheinende Band im Stil des nature writing mit den Streifzügen des Autors durch Wiesen, Moore, Wälder auf der Suche nach den Früchten der Jahreszeit hat es ihm angetan. Schwärmerisch, aber auch exakt findet er den Stil, geschult an Montaigne, wie ihm nicht entgeht. Eine Einschränkung muss er allerdings hinnehmen: Was Thoreau auch entdeckt, ob Wildapfel oder Bucheckern - so richtig schmecken tut es nur draußen. Übersetzt heißt das für Albrecht: Das Transzendentale lässt sich nicht konservieren. Auch eine gute Erkenntnis.
»Ein herrlich buntes, stimmungs- und zuweilen humorvolles Dossier. Wissenschaftlich sorgsam, bildhaft und poetisch.«
Henry D. Thoreau, geb. 12. Juli 1817 in Concord/Massachusetts, gest. 6. Mai 1862 ebd. und begraben dort im Sleepy Hollow Cemetery, Sohn eines Bleistiftfabrikanten hugenottischer Abstammung, Literat, Naturforscher, Landvermesser, war ein Entdecker, der zu Hause blieb, sein Ich erforschte und das Heimatstädtchen nie länger als für ein 4jähriges Studium in Harvard verließ. Quittiert seine Lehrerstelle, weil er sich weigert, die 'körperliche Züchtigung' anzuwenden; Freundschaft mit Ralph Waldo Emerson, auf dessen Waldstück am Waldensee er 1845 in einer selbstgebauten Hütte lebt; aus dem Tagebuch entsteht 'Walden'. Auf dem Weg ins Städtchen wird er verhaftet, weil er aus Protest gegen die US-Kriegs- und Sklavenpolitik keine Steuern bezahlt hat; konzipiert im Gefängnis 'Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat'. Tod an Tuberkulose.
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